Lilith erzählt über Jemima
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Feierabend-Mitglied
Samstag 22.02.2020, 07:34
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Hallo, da bin ich wieder!
Na ich, die Lilith, die letzte in die Runde der Rasselbande, die dazu kam.
Ja, so ist es, ausgerechnet, die neugierige Jemima bat mich, für sie zu erzählen. Sie meint, sie könne es nicht, über sich selbst berichten.
Verstehe ich zwar nicht, denn sie quasselt manchmal ganz schön viel, und schüchtern ist sie auch nicht, sondern genau das Gegenteil!
Sie wollte auch nicht, dass Baghira über sie erzählt, weil es Baghira zu sehr anstrengt.
Ja, wie fange ich am besten an?
Frauchen habe ich natürlich auch über Jemima ausgefragt und sie hat mir erzählt:
„Aufgewachsen ist Jemima mit einem älteren Bruder bei einem älteren Dosenöffner. Der sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um die Tiere kümmern konnte, so kamen sie in ein Tierheim.
Und wurde wieder zurückgegeben, landete also wieder im Tierheim und kam dann zu mir. Seit sechs Jahren ist sie nun hier bei mir. Ob sie mir Glück bringt, das weiß ich nicht, aber dass ich Glück hatte, dass ich mich für sie entschieden hatte, schon.
Immer wieder bin ich erstaunt darüber, wie schnell sie sich in den Haushalt eingefügt hat. Sich mit Baghira und den Hund vertragen, dieser sogar sein Körbchen freigemacht hatte, damit sie darin schlafen konnte. Gab ja auch sonst in der ganzen Wohnung kein geeignetes Plätzchen für sie. Die arme Mieze.
Ganz schnell hatte sie gelernt auf ihren neuen Namen zu hören, im Gegensatz zu Baghira oder Snoopy.
Übrigens Schlafen: Sie hatte sich schnell an den Tagesablauf gewöhnt. Am Anfang ihres Einzuges war sie sehr nachtaktiv, jetzt geht sie, wie wir alle, wenn das Licht ausgeht, schlafen. Nicht so wie du, Lilith. Nicht wahr Lilith?“
- Au, weia, ich muss ruhiger werden in der Nacht, sonst gibt es noch Ärger! -
„Jemima ließ sich nie die Butter vom Brot nehmen. Während Baghira so schnell wie sie konnte ihr Fressen hinunter schlang, sich provokativ neben Jemimas Fressnapf setzte und jeden Bissen Jemimas mit den Augen mit fraß, fraß Jemima ganz gemütlich in aller Ruhe ihren Fressnapf leer. Nur gut, es ist nun auch anders geworden.“
Das war es, was Frauchen mir über Jemima erzählte.
- Nun gut, dann werde ich irgendwie schon das losen Fadenende finden vom Knäuel.
Als erstes möchte ich bemerken, dass ich noch nie so große Augen bei einer Artgenossin gesehen habe, wie bei Jemima. Und ihr müsstet diese Augen mal sehen, wenn Jemima erschrocken dreinblickt! Man muss Angst haben, dass diese Augen aus dem Kopf rollen. Und dann diese Augenfarbe! Man kann sie einfach nicht wirklich beschreiben, manchmal schimmern sie in einem Jadegrün und manchmal in den Farben eines Opals.
Jemima ist ein sogenannte Glückskatze, mit kräftigen Farben im bunten Fell, nicht so wie ich, so blass. Ihr Fell ist kurz und drahtig, nur ihr weißes Fell ist weich und flauschig. Dadurch, dass sie mit einem viel größeren Bruder aufgewachsen ist, ist sie das reinste Kraftpaket, man meint sie besteht nur aus harten Muskeln und dickem Fell.
Sieben Jahre ist sie jetzt alt, und eine überaus liebe und gehorsame Katze. Nur dass sie immer versucht sich in Schränke sich zu verstecken, damit ärgert sie unseren Dosenöffner öfters, aber ansonsten geht sie mit ihrem Gehorsam Baghira und mir ganz gehörig auf den Senkel.
Immer jammert und mahnt sie uns : „Macht das nicht, denkt doch mal an die Folgen!“
Spaßbremse, Spielverderber!
Solch eine Bambücks, obwohl ihre Neugierde ihre Angst oft besiegt.
Denn sie war, bis ich hier richtig heimisch wurde, immer die Erste, die loszog, um die Ecke sah, wer da zu Besuch gekommen war, und auch ganz kess sich beim Besuch einschmeichelte.
Na, ja, dass ist nun mittlerweile anders, jetzt bin ich zuerst da und sitze dem Besucher auf dem Schoß, aber einschmeicheln habe ich nicht nötig. Nö!
Jemima ist überaus begierige unserem Frauchen alles recht zu machen. Nur ja nichts anzustellen!
Und wenn Frauchen ruft, läuft sie sofort zu ihr hin, und fragt: „Frauchen, kann ich etwas helfen?"
Ich glaube, sie hat nur Angst davor, wieder und das zum 3. Mal ins Tierheim zu kommen, denn sie war schon zwei Mal ins Heim gegeben worden.
Sie soll ziemlich unartige gewesen sein beim zweiten vermittelten Dosenöffner. Davon glaube ich aber kein Wort, dass kann nicht Jemima gewesen sein! Ich weiß nicht was sie alles angestellt haben soll, aber das war bestimmt ihr Bruder gewesen. Nun der ist ja zum Glück zu einem anderen Dosenöffner gekommen und Jemima hierher zu unserem.
Ich sage euch, macht unser Frauchen ein Fenster auf, ist von Jemima nur noch eine Staubwolke mit fliegendem Fell zu sehen. Panische Angst hat sie vor dem, was sich da draußen vor dem Fenster ereignet. Nur hinter der sicheren Glasfront riskiert sie einen Blick nach draußen.
Und im Gegenteil zu Baghira und mir schleicht sich ganz zaghaft auf Frauchens Bett und kuschelt sich ganz vorsichtig an sie an, damit Frauchen nur ja nicht aufwacht.
Etwas irritiert bin ich immer wieder, wenn Jemima zu schnurren anfängt, es hört sich an, wie eine Tretnähmaschine aus den Anfängen des vorigen Jahrhunderts, und zwar so eine, die unbedingt geölt werden muss. Es rasselt und scheppert! Grässlich für meinen Ohren.
Und erst ihr Miauen, ich glaube, sie spricht eine Fremdsprache, denn sie „miaut“ nicht, es hört sich an als wenn sie „Bäh, bäh“ sagt, ich glaube Schafe sprechen so.
Mit diesem „Bäh“ meldet sie auch lautstark, dass sie die Katzentoilette benutzt hat, und der Dosenöffner doch jetzt bitte die Toilette wieder saubermachen soll.
Leider breitet sich dann immer ein „Duft“ aus, den ich kaum aushalte. Dabei habe ich ihr schon ein paar mal gesagt und auch gezeigt, dass man sein Hinterlassenschaften im WC nicht einfach so liegen lässt, sondern sauber mit dem Streu bedeckt. So bin ich jetzt immer hinter ihr her wie der Teufel und passe auf. Kratze solange im Streu, bis Jemimas Hinterlassenschaft verschwunden ist.
Verdammt, lernt sie es denn nie? Jemima ist ein Dummerchen...
Obwohl sie mir manchmal etwas trottelig vorkommt, hat sie es geschafft ein Selfie von sich zu machen! Was uns allen Lachkrämpfe bereitet hat.
Aber sonst, ist sie eine ganz, ganz LIEBE. Sagen alleeee! Yeah!
Foto: Jemima