Reisekatze - von Spanien nach Deutschland
Von ehemaliges Mitglied Samstag 16.07.2022, 17:57
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Das ist sie, meine spanische Mieze. Ich nannte sie Mipsy, weil sie anfangs draussen immer mit "miep, miep" gebettet hat.
Nachdem sie im Februar beschlossen hatte, bei mir im spanischen Winterdomizil einzuziehen, war ich gerührt, habe aber auch noch länger damit gehadert, sie zu behalten. Fünf Jahre war es her, seit meine letzte Katze verstorben war, und der Schmerz sass noch tief. Ich wollte eigentlich keine neue Katze mehr, scheute die Veranwortung, wollte spontan verreisen können, dann meine winzige, gartenlose Wohnung und mein Pendeln zwischen Spanien im Winter und Deutschland im Sommer ... wie sollte das alles gehen? Dann saß ich ganz in mich gekehrt da ... und Mipsy sah mich ernst an und legte ihr Köpfchen zur Seite.
Aber da waren auch andere Momente: etwa im Supermarkt vor dem Weinregal, da fiel mir auf, dass ich mir seit Wochen kein Glas Wein mehr eingeschenkt hatte, denn die langen dunklen Winterabende waren jetzt mit verrückten Spielchen und kätzischer Lebensfreude erfüllt! Oder der Moment, als ich beim Aufwachen auf diverse Spielmäuse, Bällchen und eine Plüsch-Schlange blickte - da hatte die Mieze in der Nacht alle ihre Spielsachen unter Kommoden und hinter Vorhängen zusammengesucht und auf meine Bettdecke geschleppt! Und nun saß sie auf der Bettkante und beobachtete, wie ich auf das Geschenk aller ihrer Schätze regiere!
Was würde das mit ihr machen, wenn ich sie nach Wochen des Zusammenlebens bei der Abreise wieder unten in den Garten setze? Und hatte nicht Corona die spontanen häufigen Reisen eh in ein anderes Licht gerückt? Würde sie nicht doch die Reisen mit mir zwischen Spanien und Deutschland verkraften?
Also wurde ein Transportbehälter angeschafft, in den Mipsy sich auch bereitwillig setzte. Dann hat sie einen Termin in der Tierklinik souverän absolviert: Impfen, Chippen, Reisepass, nach drei Wochen nochmal zur Kontrolle. Sie sei höchstens ein Jahr alt, topgesund, schon sterilisiert (in Spanien veranlasst und bezahlt die Stadt jeden Herbst eine Kontrolle der halbwilden Katzenkolonien durch eine Tierschutzorganisation - und Neuzugänge werden direkt sterilisiert!)
Schließlich packte ich an einem Sonntagmorgen das Auto voll, trug Mipsy im Transportkorb auf den Beifahrersitz und los gings Richtung Deutschland. Sie maunzte die ersten zwei Stunden, nicht panisch, aber unbehaglich. Sie tat mir leid, es half aber nun nichts. Irgendwann wurde sie müde, döste etwas ein. Am Spätnachmittag ins Hotelzimmer, Transportkorb auf, Katzenklo besucht, lecker gegessen und dann müde aufs Bett... sie war völlig entspannt solange ich dabei war. Am nächsten Morgen gings weiter. Vier Tage Fahrt und drei Hotelübernachtungen später kamen wir Ostern in meiner Wohnung hier in Deutschland an. Und für Mipsy begann ein neuer Lebensabschnitt.
Wir sind inzwischen ein gutes Team. Ich muss wegen Mipsy viel aufgeben, aber sie macht mir täglich soviel Freude!