Tigger
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Feierabend-Mitglied
Samstag 19.05.2018, 16:50 – geändert Dienstag 13.07.2021, 09:13
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Vor einigen Jahren in der Sommerzeit, vermissten wir unseren knapp einjährigen kastrierten Kater "Tigger"!
Es war abends zur Fütterungszeit unserer Haustiere. Ausgerechnet der verfressene Tigger kam nicht zu seinem Fressnapf.
Die Suche begann!
Zu viert zogen wir los. Das Haus wurde vom Keller bis zum Dachboden auf den Kopf gestellt. Wir fanden alles Mögliche. Dinge, die einmal gesucht und nicht gefunden wurden, Sachen, die eigentlich schon längst beim Sperrmüll entsorgt sein sollten, nur den Kater fanden wir nicht.
Meine jüngste Tochter hatte zum Glück noch ein Foto auf ihrem Handy gespeichert. Wir machten uns sofort daran, Foto und Suchtext zusammenzubringen und auszudrucken. 30 Blätter waren ein Anfang. Diese steckten wir in Plastikhüllen und verteilten sie im ganzen Ort. Dann machten wir uns mit Hilfe der Leckerlie-Dose auf den Weg. Rufend und klappernd zogen wir durch das Dorf. Tigger blieb verschwunden.
Am nächsten Tag meldeten wir unseren Verlust den Tierheimen der Umgebung, mit der Bitte uns anzurufen, falls ein Kater mit Tiggers Ausehen abgegeben würde. Jeden Tag zogen wir los, aber das Katerchen fanden wir nicht.
Am fünften Tag kam ein Anruf, der unsere Herzen vor Schreck höher schlagen ließ. Uns wurde mitgeteilt, eine Katze mit Tiggers Merkmalen liege überfahren am Straßenrand am anderen Ende des Ortes. Wir fuhren sofort hin und besahen uns ängstlich das tote schwarze Tierchen. Bedauertes es... und waren doch erleichtert, dass es nicht unser Ausreißer war.
Es wurde Wochenende, ein richtig gutes Grillwetter und so beschlossen wir zu grillen. Dazu musste ich in den Keller, den großen Sack mit Holzkohle hochholen. Wie ich so im Keller stand, bemerkte ich zwischen den Tanks eine Bewegung und hörte eine leises kratzendes Geräusch. Oje, dachte ich, schon wieder sind Marder im Keller eingedrungen. Aber was da aus seinem Versteck scheu hervorkam, war der ansonsten schwarze Kater. Grau bestäubt von dem zerbröselten Putz des alten Kellers und die Barthaare waren voller Spinnweben behangen. Auch hatte unser wohlgenährte Tigger regelrecht eingefallenen Flanken. Er sah zum Erbarmen aus.
Vor Freude stieß ich einen Juchser aus und mir viel ein Stein vom Herzen, sowie dem Rest meiner Familie.
Die Holzkohle und das Grillen war erst einmal vergessen, denn das fast verdurstete und verhungerte Katerchen hatte Vorrang.
Zuerst war Saufen und Fressen angesagt, danach kam die Fellpflege, die er reichlich mit schnurren und strecken genoss, denn sein Körper wurde immer lang und länger.
Aber danach gingen wir alle mit noch größeren Appetit ans Grillen, es wurde eine richtig ausgelassene Fete.
Nun dachten wir alle, das wird Tigger eine Lehre sein und er hat ein für alle mal genug vom Ausreißen.
Weit gefehlt!
©Monika Koch