Und was ist mit MIR?
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Feierabend-Mitglied
Montag 26.03.2018, 16:52 – geändert Dienstag 13.07.2021, 08:57
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Hey!
Hallo, ist jemand da, der mir zuhört?
Und was ist mit MIR?
Ich bin doch auch noch da!
Möchte doch auch meine Geschichte erzählen!
Du ?
Du willst meine Geschichte hören?
Mensch prima!
Einmal muss ich mir das auch von meiner Seele reden können. Darum ist es nicht wichtig, wie viele, sondern wie geduldig jemand ist und mir zuhören kann.
Ich bin Lilith, ehemals wurde ich Sunny im Tierheim genannt. Bin ca. am 15.06.2014 in der Türkei geboren und ich weiß nicht wann zur Tiernothilfe Antalya gekommen.
Vorher lebte ich mit meinen Geschwistern auf der Straße, mehr schlecht als recht. Meine Mutter war immer unterwegs Futter zu organisieren, was nicht so einfach war. Manche Hotels stellte Essensreste vor die Tür. So kam es, dass eine Urlauberin uns bemerkte, und sie machte die Tiernothilfe Antalya auf uns aufmerksam.
Bei einigen meiner Geschwister kam jede Hilfe zu spät, aber mich konnten sie aufpäppeln.
Eigentlich hatte ich mich, bei den dortigen Dosenöffnern und unter den anderen Mitbewohnern, sehr wohl gefühlt. Doch eines Tages bat man mich zu einem Fototermin und musste ein freundliches Gesicht machen. Anschließend kamen viele Tierarzttermine, sie habe ich gehaßt.
Um so schrecklicher war der eine Arztbesuch, denn da wurde ich operiert. Sträuben war zwecklos, ich wurde kastriert.
Zur Erholung durfte ich danach wieder zurück zu meinen Freunden ins Tierheim.
Eines Tages bat man mich meine Habseligkeiten zusammen zu packen. Danach wurde ich und einige von uns in einen großen Raum verfrachtet. Wir saßen alle in Käfigen, auch Hunde waren dort. Es war eine öde und für mich wirklich schreckliche Zeit, die nur davon unterbrochen wurden, dass wir Spritzen bekamen. Impfungen nannten das die Zweibeiner. Keiner von uns wusste was als nächstes auf uns zukam. Viel wurde spekuliert, manche sollte neue Dosenöffner bekommen, manche erhielten eine Spritze und wachten nie wieder auf. Ja, leider ist immer so, dass es Klugscheißer gibt, die Gerüchte und Angst verbreiten, und doch nichts Genaues wissen.
Dann eines Nachts schreckte mich grellend weißes Licht aus dem Schlaf, sofort war da eine unbeschreibliche Unruhe und Lärm in dem Raum. Kläffen, Bellen, Miauen und Fauchen. Jemand schrie. Was für ein Schreck, und dann bekam ich schon eine Spritze verpasst und mir wurde ganz komisch und schläfrig. Also hatten einige doch recht!
Wurden wir nun eingeschläfert oder für eine Reise vorbereitet?
Wenn Ja, dann stand uns eine abenteuerliche Reise bevor, weil wir zu neuen Dosenöffner kamen.
Da ich immer noch nicht umfiel, sonder am Leben war, wurde mir bewusst, dass auch mich ein neuer Dosenöffner gefunden hatte, durch mein Foto bei der Tierhilfe Antalya. Ja, um leben zu können, mussten wir wirklich unsere Heimat verlassen!
Lange Zeit hatten wir alle, Hunde und Katzen miteinander verbracht, nun trennten sich unsere Wege und nahmen schweren Herzens tränenreich Abschied, denn wir wussten nicht, was uns erwartet.
Mein Koffer war gepackt, aber nicht nur für mich alleine, nein da saß schon ein Kumpel drin, der auch die gleiche Reise gebucht hatte, und genauso vor Angst schlotterte, wie ich, trotz der Beruhigungsspritze.
Angekommen im kalten Deutschland, mitten in der wohlverdienten Nachtruhe, wurde ich sehr unsanft von meinem Koffer und Reisekumpel getrennt, denn bei der Buchung des Fluges hatte ein Missverständnis dazu geführt, dass statt zwei, nur ein Koffer für uns Katzen vorgesehen war.
Natürlich habe ich Reisekumpel und Koffer ehrenvoll verteidigt und der Unruhestifter ist nicht ohne Blessuren davon gekommen. Aber es half nichts, ich wurde am Genick gepackt und in eine riesengroße Box gesteckt, in der noch mindestens 50 weitere meiner Kumpels hätten mitreisen können. Der Hund, der eigentlich darin transportiert worden war, war so ein lieber Kerl, dass die neuen Dosenöffner sofort Vertrauen zu ihm fassten und ihn mit in den Innenraum ihres Autos verfrachteten um nach Hause zu fahren.
Nun, ich war selbst schuld, dass ich in der riesigen Box gelandet war, warum war ich auch so kratzbürstig, wäre ich eine Schmusekatze hätte ich auf dem Arm oder Schoß mitfahren können. Das Schlimmste war, die Box roch furchtbar nach Hund, und ich war heilfroh, als nach einer kurzen Autofahrt mein neues Zuhause erreicht war, und ich diesen Hundestall verlassen konnte!
Dort wurde ich neugierig von meinen zukünftigen Kumpels empfangen. Hundemüde, wie ich war, verkroch ich mich erst einmal in eine winzig kleine Höhle. Kein Hunger, kein Durst quälten mich, nur Panik vor diesen fremden Gerüchen. Ich musste mich in dem neuen Zuhause zuerst eingewöhnen, und das erzähle ich ein anderes Mal weiter.
©Monika Koch