Fantasie für Klavier Op. 77 – Beethoven
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Mittwoch 25.06.2025, 08:46
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Die Fantasie wurde im Oktober 1809 komponiert und 1810 aufgrund eines Auftrages von M. Clementi von dessen Londoner Verlag gedruckt. Sie ist dem Grafen Franz Brunsvik gewidmet, der zwar kein Klaviervirtuose aber ein hervorragender Cellist war.
Dieses Werk ist sicherlich nur wenigen Klassikfreunden bekannt.
Rapid absteigende Tonleiter und drastische Wechsel von Tonart, Tempo und Rhythmus kennzeichnen dieses Werk. Es scheint eher für den fortgeschrittenen (Masterclass) Klavierunterricht vorgesehen gewesen zu sein als für ein öffentliches Konzert.
Ich habe die Fantasie allerdings mehrmals anhören müssen und bekam den Eindruck, als ob Beethoven nach etwas Bestimmten suchte, das er dann am Schluss anscheinend gefunden hat (Variationen über ein Thema). Die „Fingerübungen“ empfinde ich wie einen Schlussstrich, als ob Beethoven sagen wollte „ne das ist es nicht“. Und dann fängt ein anderes Thema an, das wieder mit einer rasanten Abwärtstonleiter abgeschlossen wird. Die zwischendurch rasenden Fingerübungen empfinde ich wie ein Suchen nach einer Idee.
Weiterhin stellen die mit beiden Händen abwechselnd zu spielenden gebrochenen Oktaven eine große Herausforderung an Pianisten dar.
Die überbrückenden Adagios erinnern an die der Klaviersonaten und zeigen einen pathetischen Beethoven. Hinreißend die Variationen eines gesangvollen Themas gegen Ende der Komposition.
Bei diesem Klavierwerk sehe ich Beethoven über die Schulter, wie er abgeschottet von der Außenwelt, sich seinem Genius überlassend, nach musikalischen Motiven sucht.