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Gedanken zum Volkstrauertag

Von Feierabend-Mitglied 13.11.2022, 18:00

Requiem Mozart - Lacrimosa


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Volkstrauertag - Heute hat mich ganz besonders das Requiem von Mozart bewegt, das die ergreifendste Musik ist, die Mozart je geschrieben hat.

Der Volkstrauertag wurde eingerichtet, um all der Opfer unmenschlicher Kriege zu gedenken, insbesondere aber des 2. Weltkrieges. Meine Generation hat vieles miterlebt, das die nachfolgende nur erahnen kann und nur aus Erzählungen kennt. Viele Menschen haben ihre Angehörigen oder sogar auch ihr Elternhaus verloren, viele nie ihre Eltern kennengelernt und viele sind selbst Opfer dieses verbrecherischen Nazi-Regimes geworden.

Vor einiger Zeit habe ich anläßlich einer Gedenkfeier die tragische Geschichte des Gunter Emmerich (Opernsänger aus Dresden) erfahren, der ebenfalls seinen Vater nie kennengelernt hat und auch nicht weiß, auf welche Weise er umgekommen ist und wo seine Grabstätte liegt.

So wurde ich am heutigen Tag auch wieder an mein Schicksal erinnert. Was mich am tiefsten schmerzt ist die Tatsache dass auch ich nicht weiß wo mein Vater begraben liegt. Seine Spur verliert sich in einem kleinen Ort bei Minsk, wo er sich auf dem Marsch nach Stalingrad befand. Niemand seiner Lieben war in seiner Todesstunde bei ihm. Ich habe heute sehr um meinen Vater getrauert und mir vorgestellt wie wohl mein Leben verlaufen wäre, wäre er wieder heimgekommen.

Sollte das Leben nach dem Tod kein Hirngespinst sein, so werde ich meinem Vater mit Sicherheit in einer anderen Dimension begegnen. Aber vielleicht verbindet sich gerade heute sein Geist mit meiner Seele – was wissen wir armen Menschlein denn schon von der gesamten Schöpfung. Vieles ist uns noch verschlossen. Obwohl ich meinen Vater nie bewusst erlebt habe, war ich ihm heute unglaublich nahe!

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