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Zum Totensonntag

Von Feierabend-Mitglied 20.11.2022, 08:10 – geändert 20.11.2022, 08:25

Eigenes Foto - Am Ossiachersee Kärnten

Joh. Sebastian Bach kannte das Leid und den Schmerz um liebe verstorbene Menschen.
Die Mutter starb als er 9 Jahre alt war. Nach 1/2 Jahr heiratete der Vater wieder und starb bereits wenige Monate später. Bach wurde somit früh Waise und wuchs bei seinem älteren Bruder auf.
Seine erste Frau Barbara starb während sich Bach auf einer Reise des Hofs befand, bei seiner Rückkehr war sie bereits begraben. Auch verlor er in dieser Ehe zwei Kinder.
Mit seiner zweiten Frau Anna-Magdalena hatte er 13 Kinder, von denen die meisten bereits im Kindesalter verstorben sind.


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„Wir setzen uns mit Tränen nieder“ aus seiner Matthäus-Passion lässt großen Schmerz und tiefes Leid erkennen, wenn sie auch vorrangig mit dem Sterben Jesu in Verbindung steht.
Die Uraufführung fand am 11. April 1727 in der Thomaskirche in Leipzig statt. Bach geriet nach seinem Tod in Vergessenheit und somit viele seiner Werke. Erst 1829 - also über 100 Jahre später erlebte sie die Wiederaufführung ausgerechnet durch einen Menschen jüdischer Abstammung - Felix Mendelssohn-Bartholdy. Seine Mutter war eine passionierte Klavierspielerin und kannte viele Werke Bachs, so dass dieser Komponist im Hause der Mendelssohn durchaus präsent war.
Ist es nicht sonderbar, dass ausgerechnet ein Mensch, der aus dem Judentum stammte, die größte Musik der christlich-abendländischen Kultur erneut zum Klingen gebracht hat?

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