Genussvolle Zuwanderung
Von
Fiddigeigei
Donnerstag 20.08.2020, 07:45
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Fiddigeigei
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Kürbisrisotto mit Vorgeschichte
Liebe Italienische Zuwanderer!
Ich möchte mich heute auch einmal persönlich bedanken, dafür, dass ihr uns etwas von eurem Dolce Vita nach Germanien gebracht habt. Ihr habt es bereits, vor vielen, vielen Jahren, als Römer probiert und habt uns gelehrt, Wein anzubauen, Edelkastanien zu kultivieren, Häuser aus Steinen zu bauen und ihr habt versucht uns Sauberkeit in den von euch angelegten Bädern beizubringen.
Kurzum ihr habt vergeblich versucht uns Kultur beizubringen. Alle eure Anstrengungen waren total umsonst.
Damals haben wir euch nicht verstanden und euch einfach aus den Germanischen Gauen vertrieben, haben weiterhin auf dem Bärenfell gelegen, Met aus Stierhörnern getrunken, Jagd betrieben, Frauen zur Hochzeit mit einer Keule betäubt und an den Haaren hinter uns hergeschleift, uns möglichst nicht gewaschen und in einfachen Holzhütten mit windigen Strohdächern gehaust.
Nun seid ihr als Italiener wieder zu uns gekommen und diesmal hat es geklappt. Wir haben von euch gelernt, dass es ausser Salzkartoffeln, Sauerkraut und Blut- wie Leberwürste auch Viele Teigwaren( Nicht nur Spätzle) mit leckeren Sossen- vor allem aus Tomaten- gibt. Wie man Fische, ohne diese in eine dicke Brotpampe zu hüllen, zubereitet. Was man mit Gemüse alles machen kann. Dass es nicht nur Kopfsalat gibt. Dass man Muscheln und Scambis isst, ohne sich zu schütteln.
Zu unserem Zwiebelkuchen hinzu lernten wir eure Pizza kennen. Lernen einer neuen Weinkultur war angesagt, das Schlucken aus1/4Liter Humpen ist wirklich total out, sondern aus Gläsern die auf den Wein abgestimmt werden, lassen wir den Rebensaft langsam und genussvoll über die Zunge gleiten. Lebensmittel wie Mozzarella und Mortadella, so wie Parmecano begleitet uns wie selbstverständlich.
Und dann eure Kaffees! Der Espresso nach dem Essen. Morgens lieber ein Capuccino als die Deutsche Einheitsbrühe oder wie selbstverständlich rufen wir: Tonio bring pronto einen Latte.
Und das ist nicht alles. Unser Bücherregal steht voll mit den besten Rezepten von Mama Italia. Männer binden sich Schürzen um, um ihren Familien einen Italienischen Hochgenuss am Wochenende zu kochen. Wie war denn meine Sugo Schatz?
Dafür nochmals vielen Dank ihr Italianos! Euch die ihr Bella Italia- das Land in dem die Zitrosen blühen- verlassen habt. Die ihr ( gezwungenermassen, zugegeben) ausgewandert seid um ein anderes Volk an eueren wunderbaren und sonnenverwöhnten Lebenseinstellung teilhaben zu lassen.
Na, ihr Germanen, habt ihr euch das alles mal durch den Kopf gehen lassen, wenn ihr wie selbstverständlich zum Italiener ums Eck zum Essen geht? Nichts ist selbstverständlich im Leben! Verstanden?
Ihr Älteren von uns wisst vielleicht noch, was unsere Mütter mit dem Reis angestellt haben.
Eine labberige Reissuppe und einen verkochten Reisbrei. Das war’s denn wohl.
Also, jetzt komme ich zu den Risottos. Ein Risotto gelingt nur:
Erstens mit Rundkornreis, auf keinen Fall aus USA, von diesem Uncle Ben- ihr wisst schon, wen ich meine-. Rundkornreis aus Italien gibt es in jedem besseren Supermarkt. Kostet allerdings etwas mehr, als der billige, aber versaute US- Reis!!!!
Zweitens, du musst rühren und nochmals rühren. Also, nichts damit: Reis in Pott, Wasser dran und Deckel drauf.
Deshalb, da du ja beide Hände zum Rühren und Topf halten brauchst, müssen alle Zutaten bereits einrührfertig in deiner Nähe stehen
Einfaches Kürbisrisotto
Für 4 Personen
Vorbereitung: Eine mittlere Zwiebel, oder entsprechende Mengen Schalotten fein würfeln.
Etwa 300gr Kürbisfleisch von einem Hakaido oder Muskad in
ca. 1,0 bis 1,5 cm grosse Würfel schneiden.
ca. 1 Liter schwache Gemüse- oder Hühnerbrühe heiss!!Die Brühe soll nicht
dominieren
50gr. frischgeriebenen Parmesan
400gr Rundkornreis
Weitere Zutaten: Pfeffer/Salz-Ein Glas Weisswein- Butter und ich nehme gerne auch
echten Safran dazu, muss aber nicht sein
An die Arbeit:
In einem höheren Topf ein kräftiges Stück Butter verlaufen lassen. Darin die Zwiebel glasig werden lassen. Den Reis dazugeben und ebenfalls unter fleissigem Rühren glasig anlaufenlassen. Das Glas Wein anschütten und dabei den herrlichen Duft einatmen.
Jetzt nach und nach unter laufendem Rühren langsam die heisse Brühe in kleinen Raten dazugeben, immer die angeschüttete Brühe verdampfen lassen. Nach ca. 5 Minuten die Kürbiswürfel dazu schütten. Rühren- Rühren- Rühren.
Jetzt könnte man, wenn man will, den Safran zerstossen, aber mit einigen heilen Fäden in etwas heisser Brühe angerührt, dazu geben.
So nach ca. 20Minuten könnte der Reis fertig sein. Die Körner müssen noch Biss haben- Aldente ( Wie wir gelernt haben )! Aber ersoll trotzdem eine cremige Konsistenz aufweisen.
Sollte die Brühe mal nicht reichen, einfach etwas heisses Wasser nehmen.
Nun ist Zeit den Reis nach eigenem Geschmack mit Salz/ Pfeffer zu würzen. Ein Stück Butter und den Parmesan einrühren.
Auf gut vorgewärmten Tellern servieren.
Der Reis, wir essen ihn gerne- Dank einer kleinen Vorspeise- solo. Man kann dazu eine „Sättigungsbeilage“, bestehend aus einem dünnen Kalbsschnitzel auf Salbeiblätter gebraten, servieren.
Dazu trinken wir einen sehr gut gekühlten, aus dem Kühlschrank kommenden Gutedel aus dem Markgräflerland, einen Rivaner aus der Ortenau. Oder in Andenken an Bella Italia eine gelbhäutigen frischen Frascati secco.
Die Zubereitung eines Risottos ist wirklich einfach und mit dem Grundrezept: Zwiebeln- Butter- Reis- Wein und Parmesan, lassen sich viele andere Risottos z. B. nur mit Brühe und mehr Käse, oder mit Spinat- Tomaten- Paprika herstellen. Risottos lassen alle Kochfreiheiten.
Guten Appetit