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Der kleine Aberglaube

Von cinque Dienstag 10.03.2026, 15:03

Man könnte meinen, in unserer modernen Zeit gehöre der Aberglaube längst der Vergangenheit an. Aber nein, er erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit, bringt er doch eine willkommene Leichtigkeit mit sich. Es sind die kleinen Dinge, die unser Dasein bereichern, ein Hauch Magie im Alltag –
Was haben ein vierblättriges Kleeblatt, eine schwarze Katze und Freitag, der 13., gemeinsam? Sie gehören zum bunten Repertoire des Aberglaubens, der sich seit Jahrhunderten mit leiser Beharrlichkeit in unserem Alltag hält. Ob wir ihn nun belächeln oder heimlich doch ein wenig daran glauben: Der Aberglaube verleiht unserem Leben eine Prise Magie – und manchmal auch eine gute Portion Humor. Viele Menschen würden von sich behaupten, nicht abergläubisch zu sein – und klopfen dennoch dreimal auf Holz, nachdem sie von etwas Gutem berichten. Manch einer trägt einen Talisman in der Tasche oder meidet bewusst bestimmte Zahlen – etwa die 13, die in Hotels oft ganze Etagen verschwinden lässt. Fußballfans haben ihre ganz eigenen Rituale: das „Glückstrikot“, das nie gewaschen wird, oder der feste Platz auf dem Sofa. Wenn wir vor einer Prüfung die „Glückssocken“ anziehen, beruhigt uns das. Ein kleines Stückchen Poesie ist auch dabei. Der Aberglaube ist wie ein alter Freund, der uns durch den Alltag begleitet – manchmal leise, manchmal laut, aber stets mit einem leisen Lächeln. Er ist ein Spiegel unserer Sehnsüchte, ein bisschen Magie im Alltag hat noch niemandem geschadet – im Gegenteil: Sie macht das Leben bunter.
Da haben wir unsere vier Glücksklassiker: Das vierblättrige Kleeblatt, das Glückskäferchen, das Glücksschwein und nicht zu übertreffen: der Schornsteinfeger. Wer hat nicht einen Glückspfennig im Portemonnaie oder gar eine Schuppe vom Silvesterkarpfen. Und was ist mit dem Klopfen auf Holz? Das ist ein Klassiker.
Wer weiß, vielleicht bringt uns das Klopfen auf Holz tatsächlich ein bisschen Glück!
Dann das berühmte Hufeisen. Hier ist ganz besonders wichtig, es mit der Öffnung nach oben aufzuhängen, dann hat das Glück Bestand. Wie steht es mit dem Werfen von Münzen in einen Brunnen? Ganz ehrlich, wenn wir mit einem Wunsch eine Münze ins Wasser werfen, fühlen wir uns dann nicht wie Kinder, die an die Magie des Lebens glauben.
Scherben sollen Glück bringen, natürlich Porzellan. Deshalb wird zum Polterabend viel Porzellan zerbrochen und eine lange und glückliche Ehe zu wünschen.
Ähnlich verhält es sich bei der Schiffstaufe. Hier wird eine Sektflasche an die Schiffswand geworfen. Zerspringt sie, ist alles in Ordnung, allzeit eine Handbreit Wasser unterm Kiel.
Berühren von Figüren, das Glück anfassen Jedes Münchner Kind weiß, dass es Glück bringt, den Löwen an der Residenz die Nase zu reiben. Genauso wie es Glück bringen soll, die Bremer Stadtmusikanten zu streicheln. Wer kennt ihn nicht den heiligen Nepomuk auf der Karlsbrücke in Prag.
Sternschnuppen, oja. Wer eine Sternschnuppe sieht, soll sich etwas wünschen, was dann in Erfüllung geht. Aber nicht verraten, was man sich gewünscht hat. In manchen Nächten beschert uns der Himmel mehr Glück, als wir im ganzen Leben einlösen können.
Da haben wir sie fast alle, unserer Glückssymbole, bis auf den Regenbogen. Am Himmel als Naturschauspiel fasziniert der Regenbogen immer wieder. ein starkes Symbol für Zuversicht, Kraft, Hoffnung und die Verbindung zwischen Himmel und Erde.
Ach ja, der Mistelzweig
Ein Mistelzweig über der Stalltür schützt die Tiere. Etwas ganz anderes, ein Kuss zweier Liebender unter dem Mistelzweig gilt als gutes Zeichen für das junge Paar.

Und dann gibt es die Glücksmomente im Alltag.
Gerade noch die grüne Ampel erwischen, während alle anderen bei Gelb warten müssen, noch besser, wenn wir gleich eine ganze grüne Welle erwischen, statt wie sonst an drei Ampeln warten zu müssen.
Ach, und die Franzbrötchen. Beim Bäcker kommen gerade frische Franzbrötchen aus dem Ofen. Franzbrötchen an sich sind schon ein absoluter Glücksmoment. Aber warme Franzbrötchen, die frisch aus dem Ofen kommen. Glück pur!
Der Busfahrer wartet, Glück gehabt
Na, und dann öffnet direkt vor uns eine neue Supermarktkasse, super.

Ach ja - die Unglücksbringer –
Da wäre die Zahl 13, ganz besonders Freitag der 13.
Für abergläubische Menschen ist das der schlimmste Tag der Woche: An einem Freitag den 13. geht alles schief, was schief gehen kann. Manche Menschen versuchen dem zu entgehen, indem sie an einem 13. möglichst nichts unternehmen, zuhause bleiben und auf keinen Fall wichtige Dinge auf dieses Datum legen. Übrigens: An Monaten, die mit einem Sonntag beginnen, gibt es IMMER einen Freitag den 13.In vielen Gebäuden wird die 13. Etage einfach übersprungen. Stattdessen gibt es die 12. und dann die 14. Etage. Das ist doch ein bisschen absurd. Wir schicken Raketen ins All, entwickeln künstliche Intelligenz, aber wir können uns nicht dazu bringen, die Zahl 13 zu akzeptieren? Im SGB gibt es nicht den Artikel 13. Buch 1 endet mit 12, Buch 2 beginnt mit 14.

Aber jetzt. Die Schwarze Katze
Wem eine schwarze Katze auf der Straße begegnet, der sollte laut Aberglaube auf die Richtung achten, von der sie kommt: Läuft die Katze von links nach rechts, bringt das Pech – überquert sie die Straße aber von rechts, soll das wieder Glück bringen. Warum? Weiß nur die Katze…Der Mythos der schwarzen Katze entstand wahrscheinlich aufgrund der Tatsache, dass schwarze Katzen im Mittelalter als die typischen Haustiere von Hexen galten. Man glaubte, Katzen seien für die Verbreitung der Pest verantwortlich. Katzen seien mit Hexen, Hexenmeistern und letztendlich dem Teufel im Bunde. Viele Menschen im Mittelalter glaubten, der Teufel sei schuld an all den Schrecken des schwarzen Todes und begannen deshalb „seine treuen Diener“ – die Katzen – zu vernichten. beide auf den Scheiterhaufen Dafür hatten dann die Ratten freie Fahrt bei dem Vernichtungsfeldzug Pest.

Salz verschüttet – und das Unglück klopft an.

Frühzeitig gratulieren
Der Geburtstag eines Freundes steht an? Daran sollten Sie denken, aber laut Aberglauben nicht vor dem eigentlichen Tag gratulieren! Das soll Unglück bringen, weshalb viele Geburtstagskinder keine Glückwünsche hören wollen, bevor die Uhr nicht die erste Minute des Geburtstages verkündet.

Krähen auf dem Dach
Krähen auf einem Dach kann verschiedene Bedeutungen haben. Bei uns spielen Raben und Krähen in Werken, Legenden und Filmen oft eine ziemlich düstere Rolle. Sei es als mysteriöser, mitternächtlicher Besuch, wie in Edgar Allan Poes bekanntem Gedicht "Der Rabe" von 1845, als dunkler Zauber im Roman "Krabat" von Otfried Preußler oder als unglückseliger Bösewicht wie "Hans Huckebein" von Wilhelm Busch. Doch woher kommt das Mystische rund um Raben? n vielen Kulturen werden sie mit Tod, Unglück und Hexerei assoziiert, während sie in anderen als Zeichen von Weisheit und Intelligenz gelten. Mit der Christianisierung galten die Vögel in Europa aufgrund ihrer mythologischen Bedeutung bei den Vorgängerkulturen zunehmend als dämonische Wesen beziehungsweise böse Tiere, die Teufel und Hexen begleiteten.





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