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Die Liebe (überarbeitet)

Von Feierabend-Mitglied Montag 08.09.2025, 13:23

Liebe gehört keinem,
und doch durchdringt sie alles.
Man kann sie nicht kaufen,
nicht leihen,
nicht stehlen,
nicht erzwingen.
Kein Schwur, kein Handel,
kein Gebet, keine List
vermag sie herbeizurufen.

Sie kommt, wann sie will,
und sie schenkt sich nur.
Wer sie festhalten will,
zerdrückt sie wie eine Blume in der Faust.
Denn Liebe ist wie Nebel:
umfasst du sie, verflüchtigt sie sich,
doch frei im Raum
wird sie zur alles umhüllenden Kraft.

Sie ist zugleich das Härteste und das Zerbrechlichste.
Härter als Gestein,
und doch zerschmilzt sie,
wenn man sie nagelt.
Glüht sie, lebt sie in ihrem Element,
kühlt sie, wird sie Staub.

Sie tritt hervor wie ein Schatten aus der Dunkelheit,
leise, ohne Vorzeichen,
wie ein nächtlicher Wanderer.
Und wenn sie geht,
hinterlässt sie nur Stille –
und trotzdem, im Echo dieser Stille,
mehr Reichtum, als man begreifen kann.

Wer ihr begegnet,
muss ehrfürchtig innehalten.
Denn Liebe ist eine Macht,
die nicht aus dem Wollen geboren wird,
sondern aus dem Geheimnis des Seins selbst.
Sie ist Ursprung und Vermächtnis,
ein Hüter, der sich weder verpflichten
noch verantwortlich machen lässt.

Doch, wenn man sie achtet,
wenn man sie hütet wie eine heilige Flamme,
sanft und ohne Fesseln,
dann, vielleicht,
neigt sie sich gnädig zu dir
und verweilt länger, als du zu hoffen wagst.

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