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Haukes erster Schnee

Von cinque Freitag 09.01.2026, 15:29


Mein Name ist Hauke, und ich bin ein Hund. Mein Leben begann in einem Tierheim in Portugal –nicht immer einfach. Doch dann wurde ich nach Berlin vermittelt. Jetzt habe ich ein Zuhause, ein richtiges! Mit einem Haus, einem Garten und zwei lieben Menschen, die sich um mich kümmern. Gleich gegenüber ist ein großer Park. Da gehen wir oft spazieren, besonders abends, wenn mein Mensch von der Arbeit nach Hause kommt. Ich liebe diese Spaziergänge – da gibt es so viele Gerüche, Geräusche und manchmal auch andere Hunde zum Spielen.
Vor zwei Tagen ist aber etwas ganz Seltsames passiert. Ich war abends nochmal im Garten. Plötzlich fielen lauter weiße Flocken vom Himmel. Sie schwebten ganz langsam herab, wie kleine Federn. Ich habe versucht, sie zu fangen – mit der Schnauze, mit den Pfoten. Aber sobald ich sie berührte, waren sie verschwunden! Einfach weg! Sie landeten auf meiner Nase und zergingen sofort. Ich war verwirrt. Was war das nur? Mein Frauchen stand in der Tür und lachte: „Hauke, komm rein!“ Also bin ich lieber reingegangen und habe mich in mein Kuschelbett gelegt. Da war es warm und gemütlich – und sicher.
Am nächsten Morgen war alles anders. Sonst morgen , Tür auf und zack, Hauke raus! Aber heute geht die Tür nur ganz langsam auf. Mein Frauchen flüsterte: „Hauke, schau mal... es hat geschneit.“ Ich trat vorsichtig hinaus – und da war es, alles war weiß! Der Garten, die Straße, der Park – alles sah plötzlich so still und weich aus, wie in einem Traum. Mein Frauchen nahm eine Handvoll von dem weißen Glitzerzeug und hielt es mir vor die Nase: „Hauke, das ist Schnee! Dein erster Schnee! Na los, lauf!“ Und wisst ihr was? Ich bin gerannt! Vor zur Garage, dann zurück, dann noch mal in den Garten. Ich bin gesprungen, gerutscht, habe mich in den Schnee geworfen und mich gewälzt. Es war wundervoll! So kalt, so weich, so... anders! Irgendwann rief Frauchen mich wieder rein. Ich war ganz müde vom Toben. In meinem Kuschelbett bin ich sofort eingeschlafen, mit einem Lächeln – naja, so gut wie ein Hund eben lächeln kann.
Am Nachmittag war ich wieder draußen. Aber... die weiße Pracht war weg. Zertrampelt, geschmolzen, matschig. Heute morgen war es doch so wunderschön. Aber wisst ihr was? Ich glaube, der Schnee kommt wieder. Und wenn er dann da ist, dann kommt Hauke und stürzt sich ins Vergnügen.


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