ich will nicht mehr müssen müssen
Von
cinque
vorgestern, 14:47
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Es gibt Tage, da wachst du auf und fragst dich: Für wen mache ich das alles eigentlich? Warum renne ich von Termin zu Termin, hetze durch den Tag,
Ich will nicht mehr *müssen müssen*. Ich will nicht mehr funktionieren müssen, nur weil andere es erwarten. Ich will wieder atmen, einfach ich sein– ohne ständige To-do-Listen, ohne ständigen Leistungsdruck. Ich will sie nicht mehr die festen Strukturen des Alltags, dass sich mein Leben nach dem Takt einer Uhr richtet, . 5:50 Uhr aufstehen – nicht, weil ich will, sondern weil ich muss. Das bedeutet nicht, dass ich faul bin oder den Tag im Bett verbringen möchte. Im Gegenteil: Ich liebe den Morgen, wenn die Welt noch still ist und der Tag sich wie ein unbeschriebenes Blatt anfühlt.
Aber ich möchte selbst entscheiden, wie ich meinen Tag beginne, und was ich mit meiner Zeit mache. Ich will nicht joggen gehen, nur weil es gerade "in" ist, weil alle sagen, es sei gesund, weil man sonst aus der Form gerät. Ich will nicht in durchgestylten Fitnessstudios schwitzen, wo Spiegelwände mehr über den Körper als über den Menschen darin verraten. Ich will auch nicht mit einer fröhlich-jubelnden Wandergruppe Schritt für Schritt einem Ziel entgegen läuft. Ich will doch einfach nur ich sein, viel lieber auf einer Bank am See sitzen. Ganz still. Die Sonne auf dem Gesicht spüren, den Wind in den Bäumen hören, den Enten zusehen, wie sie durchs Wasser gleiten. Und wenn die Wanderer vorbeiziehen, würde ich ihnen freundlich zuwinken.
Ich sehne mich nach einem kleinen Stückchen Freiheit. Nicht nach einer großen Revolution meines Lebens, sondern nach kleinen Momenten, in denen ich selbst entscheiden darf. Momente, in denen ich nicht leisten muss, nicht perfekt sein muss, nicht gefallen muss. Ich will nicht immer alles richtig machen, nicht immer funktionieren. Ich will mir erlauben, Fehler zu machen, Pausen zu machen, durchzuatmen. Ein bisschen mehr Laissez-faire im Alltag – das wünsche ich mir. Nicht alles durchplanen, nicht jede Minute nutzen müssen. Auch mal fünfe gerade sein lassen. Die Wohnung darf auch mal chaotisch sein, das Abendessen nicht perfekt, der Kalender nicht bis in den letzten Winkel ausgebucht.
Ich will Raum für Spontanität, für Umwege, für das Ungeplante. Denn genau dort – in den Zwischenräumen – finde ich oft das, was mich wirklich erfüllt. Vielleicht gehört auch Mut dazu, Dinge zu tun, die ich mich früher nie getraut habe. Ich finde rote Haare schick – schon immer. Aber ich hatte nie den Mut, sie mir färben zu lassen. Warum eigentlich nicht? Weil es „nicht zu mir passt“? Weil andere es vielleicht nicht gut gefunden hätten?
Mut zur Veränderung heißt nicht, alles über Bord zu werfen. Es heißt, sich selbst endlich ernst zu nehmen – mit all den Träumen, Sehnsüchten und kleinen Verrücktheiten, die das Leben bunt machen. Ich weiß, ganz ohne Pflichten geht es nicht. Aber ich wünsche mir ein Leben, in dem das *Wollen* mehr zählt als das *Müssen*, ein Leben mit mehr Farbe, mehr Leichtigkeit und dem Mut, ich selbst zu sein. Vielleicht ist das die größte Freiheit überhaupt. ---
Und zum Schluss noch den guten Wilhelm Busch: Ist der Ruf erst ruiniert, lebtt sich gänzlich ungeniert. :