Schreie aus dem Nebenhaus
Von
Heha45
Freitag 02.08.2024, 14:06
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Haus zu verkaufen, dieses Schild entdeckt Jana auf dem Weg zum Bäcker. Sie kennt das ältere Ehepaar, dem dieses Haus gehört und weiß, es ist oft auf Reisen. Die Doppelhaushälfte steht viele Wochen im Jahr unbewohnt da.
Von Frau Lütge der Nachbarin, die verstreut gerade Vogelfutter, erfährt Jana, die Bewohner wollen ihren Lebensabend in ihrem Ferienhaus am Meer verbringen. Zurzeit sind sie hier.
Das wäre doch genau das Richtige für uns, erklärt Jana ihrem Mann. Am nächsten Tag schellen sie an dem Verkaufsobjekt. Die Türe öffnet Frau Brünjes, eine freundliche grauhaarige Dame. Jana bekundet ihr Interesse an dem Haus. Es ist gemütlich eingerichtet, riecht aber eigenartig, etwas streng. Sicher weil es so oft unbewohnt ist, denkt Jana. Sven, ihr Mann prüft die Bausubstanz und ist soweit zufrieden.
Wir melden uns, damit verabschieden sich die jungen Leute. Zu Hause überdenken sie die Sachlage. Jana ist begeistert, Sven denkt nach. Der Preis ist sehr günstig, überlegt er. Ja eben, den können wir uns leisten. Endlich haben wir ein Haus mit kleinem Garten gefunden und du zögerst.
Es dauert ein paar Tage, dann sind sie zum Kauf bereit. Frau Lütge füllt mehrere Futternäpfe mit Körnern und Katzenfutter, sie lächelnd abwesend. Obwohl Swen und Jana höflich güssen nimmt sie sie nicht wahr. Das Ehepaar Brünjes ist erfreut die jungen Leute wieder zu sehen. Im Laufe des Gesprächs stellt es eine Bedingung: wenn sie das Haus übernehmen, dann mit allem. Möbel, Bilder, Teppiche eben alles was sich darin befindet gehört ihnen. Sven und Jana sehen sich überrascht an und willigen ein.
Nach dem Notartermin verschwindet die Brünjes ziemlich schnell und das junge Paar zieht mit seinen Kindern ein. Neben allerlei Gerümpel finden sie im Keller eine verendete Ratte, unzählige Fliegen schwirren umher. Es gibt einiges zu tun, stellen sie fest.
Noch am selben Abend hört Frau Lütge das kleine Kind im Nebenhaus schreien, kurz darauf einen markerschütternden Schrei von Jana. Sven eilt die Treppen hinauf. Eine fette Ratte sitzt im Kinderbett, andere laufen verstecksuchend umher. Sofort telefoniert Sven mit einem Kammerjäger. Als dieser die Adresse vernimmt, fällt ihm ein, da war ich doch schon mal, einmal, nein mehrmals. Dort wohnt eine Alte die, der Wirklichkeit entrückt, Ratten und anderes Viehzeug füttert.
Mit verklärtem Lächeln legt Frau Lütge Brot und Käsestückchen aus, denn allen Tieren soll es gut gehen.