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Tagesbeginn

Von tastifix Dienstag 11.11.2025, 09:36

Noch bevor Helligkeit den Tag ankündigt, wache ich auf. Ich habe sehr gut geschlafen, aber möchte nicht schonn aufstehen, sondern diese besondere Stimmung zwischen der Nacht und dem aufkommenden Tag, gemütlich in meine Decke gekuschelt, genießen. Durch die beschlagenenen Dachfenster spähe ich hinaus in die Dunkelheit. Sterne kann ich so nicht erkennen, aber wohl den Mond, dessen Schein sich durch die Feuchtigkeit auf den Scheiben schwach durchmogelt.

Ich knipse die Nachttischlampe an: 5Uhr! Zu früh, um aufzustehen, entscheide ich und drehe mich wieder zur Wand, schlummere tatsächlich ein und werde erst gegen 7Uhr wieder munter. Nun ist die Dinkelheit der Nacht besegt, wolkenloser Himmel verrät herrliches Wetter. Mich hält nichts mehr im Bett. Ich springe auf, marschiere ins Bad und dusche. Danach stehe ich vor dem Kleiderschrank und wähle das Outfit für diesen Tag. Ich habe mich nämlich zu einem kleinen Ausflug entschlossen. In ein paar Tagen will ich meine Ätleste und deren Tochter besuchen und sie mit den von ihnen geliebten Knack-und Bakbrötchen sowie der noch ausstehenden St.MarinsT-üte überraschen. Meine Enkelin hatte leider eine Theaterprobe, liebt aber Traditionen und war ziemlich enttäuscht, nicht dabe sein zu können.

Rasch früshtücke ich und ziehe dann im Mantel und mit Handschuhen, die Tasche über die Schulter geehängt, zur S-Bahn, die pünktlich eintrifft. Inzwischen zeigt sich erster Sonnenschein am immer noch wolkenlosen Himmel, kein Lüftchen regt sich. Mir kommt es vor, als ob ich durch ein hübsches Bild wandern würde. Allerdings ist es jetzt mit der erholsamen Stille vorbei. Die Menschen eilen zur Arbeit, Autos hupen, an den Bushaltestellen drängen sich die Leute. Wegen der Kälte treten sie derweil von einem Fuß auf den anderen und, sobald der Bus stoppt, schieben sich Einige, wenn möglich, gar an Anderen vorbei hinein, um auf jeden Fall noch einen Sitzplatz zu ergattern.

Ich dagegen bin froh, jetzt zu Fuß unterwegs zu sein und gönne mir, weil es noch sehr früh ist, vor der Mini-Einkaufstour einen Spaziergang zum Schloss Benrath. Obwohl ich schon dermaßen oft bewundernd vor ihm gestanden und auch mehrmals an Führungen teilgenommen habe, fasziniert es mich immer wieder aufs Neue. Unwillkürlich denke ich an meine Enkelin, die mich, als sie drei Jahre alt war, mal fragte:
„Omihiih, wohnt da Dornröschen drin?“
Kein Wunder, denn es sieht tatsächlich aus wie ein Märchenschloss und zudem ist es rosa, was ihr damals garantiert sehr imponiert hatte. Unwillkürlich lächele ich ich vor mich hin. Selbst mir als Erwachsener fällt es imemr wieder schwer, mich von dem Anblick zu lösen und mich wieder dem Alltag zuzwenden.

„Hoffentlich gibt’s diese Brötchen bei R. noch!“
Das Schicksal meint es gut mit mir, denn kurz darauf trage ich zwei jener Dosen nach Hause.

Jetzt sehne ich mich dem Treffen entgegen.

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