3ter Oktober
Von
Fiddigeigei
Donnerstag 03.10.2024, 11:37
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Fiddigeigei
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Ode an die Freude, leider heute etwas eingetrübt durch die AfD.
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
der täglich sie erobern muß.
J.W.v. Goethe
Mein 3. Oktober war mir immer ein besonderer Feiertag, schon deshalb weil ich familiäre Verbindungen nach „Drüben“ habe und sogar bis in die Zeit vor dem Mauerabriss Verbindungen bestanden.
Allerdings waren diese Kontakte nicht familiärer Art sonder hatten mit meinem Beruf zu tun.
Als dann die Mauer umfiel wurden diese Kontakte von beiden Seiten, jetzt ohne Zwänge gepflegt und wir besuchten uns um die jeweils unbekannten Territorien kennenzulernen, die für beide Seiten vorher No go Areas waren.
Wir besuchten den geheimnisvollen Spreewald, standen in der Sächsischen Schweiz auf der Bastei, durchquerten die Seenplatte in Mecklenburg Vorpommern mit der einst von Gletschern geformten Uckermark, dann ab an die Ostsee von Rostock bis zur Insel Rügen.
In Weimar wandelten wir auf Goethes und Schillers Spuren, in Jena sahen wir ferne Galaxyen im Planetarium, Dresden glänzte mit der Semperoper und Grünem Gewölbe (wir spendeten einen Baustein für die zerstörte Frauenkirche), Leipzig zeigte das monumentale Völkerschlachtdenkmal und der Thomanerchor sang für uns. Am Rennsteig holten wir uns einen Muskelkater und wanderten durch endlose Thüringerwälder.
Als Kinder haben wir oft den Zungenbrecher aus Cottbus geübt und jetzt endlich wusste ich Cottbus gibt es wirklich und auch den Schuster aus Treuenbrietzen der Sabinchen Schlimmes angetan hatte.
Wer kannte schon Treuenbrietzen von uns Kindern oder Cottbus?
Wir zeigten dann umgekehrt unseren Besucher von „Drüben“ den Schwarzwald und den Bodensee und fuhren mit den Mauerbezwingern nach Straßburg der Europastadt, mit dem gewaltigen Münster und erklommen die Vogesen. Vom Allgäu aus besichtigten wir die Deutschen -und die Schweizeralpen.
Abends sassen wir dann beieinander und haben uns erzählt, wie es denn damals war als es noch die Mauer gab.
Wir, wir sind wirklich angekommen am Nationalfeiertag, des 3. Oktobers und ohne Wenn und Aber und ohne Mauerreste im Kopf.
Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
brüderlich* mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand:
Blüh im Glanze dieses Glückes,
blühe, deutsches Vaterland!
* Schwester- und Brüderlich
Der Text der Hymne ist die dritte Strophe des Gedichts Das Lied der Deutschen, verfasst von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1841 auf Helgoland.
Vertonung:
Die Melodie stammt aus dem Lied Gott erhalte Franz, den Kaiser, das Joseph Haydn 1796/1797 in Wien zu Ehren des Römisch-Deutschen Kaisers Franz II. komponierte und das später auch als österreichische Kaiserhymne gesungen wurde.