Alles nur Marmelade?
Von
Fiddigeigei
Freitag 16.08.2024, 08:17 – geändert Freitag 16.08.2024, 14:10
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Freitag 16.08.2024, 08:17 – geändert Freitag 16.08.2024, 14:10
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Nun ists geöffnet und steht seit einigen Tagen mit auf dem Frühstückstisch, das letzte Glas Marmelade, welches Ende August 2013 durch zarte Frauen Hände eingekocht, aber deren Früchtchen von den starken Händen eines Mannes mühsam und aufopfernd entsteint wurden. Was nützt das Einkochen, wenn die Steine von Quetsche (Deutsch Zwetschgen) und Mirabellen dem Inhalt des Mustopfes nicht entzogen wurden? Nur den Zahnärzten, die dann geldgierig eine neue Krone über den abgebrochenen Zahn ziehen.
Leider werden sich die Esser bzw. Weggleschmierer (Deutsch Schrippenaufstreicher), die diese wunderbare Fruchtcreme mit einem- Aaah- verzehren keinerlei Gedanken machen, dass eigentlich der Entsteiner (ich der Mann) dafür gesorgt hat, dass das Zeugs nun überhaupt streich- und- Aaah-fähig wurde. Gut, ich möchte jetzt diese Forum hier nicht dazu benutzen um über die Ausbeutung der männlichen Arbeitskraft im Haushalt schreiben, sondern, dass es an der Zeit ist darüber nachzudenken wie es nun aufs Neue gelingt Marmelade dieser Kombination im Jahre 2014 herzustellen.
Bei jedem Gang in die hiesige Natur fallen einem jetzt die blauen, saftigen Quetsche so zu sagen direkt in den geöffneten Mund. An jeder Ecke dieses mit Zwetschgen-und Pflaumenbäumen überwucherten Ländlesteil von Baden-Württemberg, sieht man nun fleissiger Pflücker und innen(Qetschebrecher genannt) in raffender Stellung auf Leitern stehen.
Anders verhält es sich mit den Mirabellen. Diese Früchte, die nun in einem strahlenden Gelb in den Bäumen hängen, die dienen hier alleine hauptsächlich der Schnapsgewinnung. Es entsteht ein wunderbarer Mirabellengeist(45-50% Geist), der zusammen mit einem Espresso oder Kaffee (Kaffee war früher)nach einem kräftigen Schmause als Magenberuhiger getrunken wird.
Der Ernte dieser Frucht wird keine allzu grosse Arbeit gewidmet. Unter den Mirabellenbäumen, liegen nun riesige Planen ausgebreitet, in die die Früchte einfach nach der absoluten Reife herunterpurzeln und von dort direkt in die Maischefässer der Schnapsbrenner wandern. Gebrannt wird hier fast in jedem Haus, mit Brennrechten, die uralt von Generation auf Generation vererbt werden, sind sie mal durch Schlamperei abgelaufen, erlischen sie für immer.
Mirabellen in nicht flüssiger Form zu bekommen macht etwas mehr Arbeit für die Marmeladeköche, aber durch eifriges Flirten mit den Mirabellenbaumbesitzern(Frauenjob) gelingt es dann doch einige Körble der Gelben zu ergattern.
Alles andere wisst ihr nun bereits und ich möchte nur noch einmal auf die Wichtigkeit des "Entsteiners" hinweisen und die Wichtigkeit des Mannes bei der Marmelade Herstellung an für sich!