Am Ziel
Von
tastifix
Montag 19.01.2026, 13:40 – geändert Montag 19.01.2026, 17:20
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tastifix
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Es war ein wunderbarer Tag, so, wie man ihn sich für den ganzen Winter wünschen würde. Vom wolkenlosen Himmel strahlte die Sonne und verzauberte die Schneelandschaft in den Bergen in eine Welt unzähliger funkelnder Diamanten. Stellenweise lag der Schnee fast einen halben Meter hoch. Seine Wanderung führte den Mann, der dort allein vorwärts stapfte, weit fort von der Hektik unten im Tal. Die Stille überall und die unberührte Landschaft ließen ihn froh atmen.
Ja, Stille, denn er hörte keine Tierlaute. Nichts rührte sich. Selbst Raubvögel kreisten nicht über den Gipfeln und ließen ihre Rufe ertönen. Der Wanderer genoss dieses Gefühl, wirklich allein mit sich und der Natur zu sein. Ja, wie sehr er es sich ersehnt hatte! Es bedeutete ihm viel mehr als irgendein Luxus Und er erfreute sich an der Prächtigkeit natürlicher Schönheit.
Bereits seit Stunden war er unterwegs. Sein Handy als einzige Verbindung zu seiner Welt, war ausgeschaltet. Das Klingeln hätte den Zauber gestört, der ihn umpfing.
Stindenlang war er schon unterwegs. Seit Wochen hatte er sich auf diese Wanderung vorbereitet, war nun bestens durchtrainiert und marschierte mit lausholenden Schritten gen den sich in der Ferne abzeeichnenden Horizont, der Stelle, an der sich Himmel und Erde zu berühren schienen. Die Sehnsucht, die ihn trieb das wissen darum, dass dies nur eine Illusion war, dass es das Veerlangen war, vielleicht hinter dieser scheinbaren Grneze noch etwas ganz anders Wunderbares entdecken zu können. Aber, gab es überhaupt noch etwas Brillianteres als dies um ihn her?
Jedoch, je mehr er sich jenem Horizont näherte, umso mehr verwischte sich diese fiktive Linie, bis sie sich ganz verlor. Da waren wieder ein paar graue Felsspitzen und ansionsten reines Weiß zu sehen wie vordem. Ihm war bewusst, seine Fußspuren, die die Schneedecke teitlen, wären vielleicht die einzigen überhaupt, die eventuell für eine kurze Weile oder auch länger zu sehen sein würden. Falls das Wetter umschlug, wären sie sehr rasch unter neuem Schnee verborgen, alles erneut unberührt da liegen, als ob nie ein Mensch den Fuß in diese Einsamkeit gesetzt hätte.
Inzwischen ging es höher und es wurde noch kälter. Bereits empfindend, dass seine Kräfte deutlich schwanden, umklammerten seine Hände die Riemen des Rucksackes mit dem aufgeschnallten Schlafsack. Sollte er erschöpft sein, würden der Rucksack mit dem Proviant und der Thermosflasche warmen Kaffees und der Schlafsack in der bitteren Kälte sein Schutz sein. Leider hatte sich die Sonne verzogen und es war bitterkalt geworden. Der Mann überlegte, ob er nicht besser den eigenen Fußspuren zurück ins Tal folgen sollte. Doch dann bliebe, hier der Erfüllung seines Wunschtraumes näher zu kommen, viellecht für immer vorbei.
Doch ihn konnten weder aufkommende Erschöpfung, noch Hunger und Durst zur Aufgabe bewegen. Die Sprache der Vernunft kam nicht daggen an, es war wie ein fanatischer Rausch, der ihn gefangen hielt. Hier oben war die Luft merkbar dünner und immer öfter pausierte er, um für weitere Schritte genügend Energie aufbringen zu können. Mehrere Male hatte er sich noch überwinden können, seinem Rausch nachzugehen, doch nach weiteren zwei Stunden schleppte er sich auf schweren Beinen nur noch mühsam weiter, zudem es zunehmend anstrengender wurde, weil es ständig steiler wurde.
Es war früher Abend, die Dämmerung umhüllte die Landschaft, es wurde allmählich dunkler. Erschöpft kroch der Mann in seinen Schlafsack, die Augen drohten ihm zuzufallen, allein die Kälte hielt ihn noch wach. Nach und nach zeigten sich die Sterne und auch der Mond, deren Schein eine mystische Stimmung hervor rief. Der Nann tastete nach seinem Handy, denn er ahnte, dass er vielleicht nicht mehr lange durchhalten könnte und wollte Hilfe herbeirufen. Aber die Funkverbindung blieb trotz wiederholter verzweifelter Versuche tot.
Sein Blick war schon halb verschleiert, er hatte sch bereits in das unvermeidbare, ihn erwartende Schciksal ergeben und doch blieb es ihm noch vergönnt, in den wenigen klaren Momenten im Anblick des Sternemeeres und des Mondes am Nachthimmel, die mit ihrem Schein eine mystische Stimmung aufkommeen ließen, von der Fantasie in jene scheinbar unendliche, funkelndde Welt entführt zu werden. Ih ihr schien es kine Grenzen zu geben und seine Seele reiste von Galaxie zu Galaxie und immer tiefer und tiefer ins All hinein. Zwar war ihm bewusst, dass sehr bald alles für ihn vorbei sein sollte, doch der Eindruck des Herrlichen, den er mit sich nahm, verdrängte das Zitrtern, nahm ihm die Angst, sein fast schon brechender Blick heftete sich für nur noch wenige Sekunden auf dieses unvorstellbar wunderbare Bild. Als er schließlich ein letztes Mal in das Funkeln über sich blickte und dann die Augen für immer schloß, daämmerte er sanft in den ewigen Schlaf hinüber, den gnädigen Tod. Sein letzter Gedanke galt denen, die ihn sicherlich suchen und dann rigendwann finden würden.
Anderntags kreisten Hubschrauber über den Bergen, flogen tiefer und suchten die ganze Gegend ab. Nach einem halben Tag wollten die Helfer frustriert aufgeben, als zwei der Piloten jenen dunklen Flecken entdeckten, der sich deutlich vom Schnee abhob und sich als der Gesuchte erwies. Sie verständigten ihre Kollegen, dass sie ihn gefunden hätten und insTal transportieren wrüden.
Der Pilot und dessen Begleiter standen stumm vor dem Toten. Es war nicht die tTatsache, dass dieser Mensch noch vor wenigen Stunden zu ihnen gehört hatte, sondern es gab da etwas, was sie aufs Innigste rührte. Dieser Mann hatte keine Schmerzen gehabt, als es mit ihm zuende ging. Er musste noch etwas sehr Schönes gesehen haben. Auf seinem Gesicht lag ein frohes Lächeln.
Dessen Angehörige drunten im Tal reagierten, wie nicht anders zu erwarten gewesen war, sehr verzweifelt. Doch die Piloten versicherten ihnen, dass es für sie bestimmt ein großer Trost sein würde zu wissen, dass sein Gesicht nicht von Pein gezeichnet war, sondern er dagegen froh gelächelt habe. Selbstverständlich vermocthe dies nicht die Trauer zu nehmen, aber die Tränen versiegten.
„Er hat den unirdischen Frieden gesehen!“, sagten sie sich, stellten sein Foto auf und immer, wenn sie es betrachteten, sahen sie ihn vor sich, froh lächelnd. Dieses Lächeln war wie ein letztes Geschenk an sie. Es tröstete und es würde niemals in Vergessenheit geraten.