Blamage im Himmel
Von
tastifix
Montag 17.11.2025, 16:27 – geändert Mittwoch 17.12.2025, 14:38
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tastifix
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Obwohl Nikolaus schon seit Tagen arg schuftete, ließ sich ken Engel blickn, um ihn wenigstens mal etwas dabei zu unterstützen, in das ganze vorweihnachtliche Wirrwirr Ordnung zu bringen, alles nach Erdenzielort zu sortieren und aufeinander zu stapeln. Nur ein paar der jüngsten Engel standen in der Nähe, sperrten Augen und Mund auf vor Staunen, was der heilige Mann so alles fertigbrachte. Aber sie erschraken, dass er anscheinend bei früheren Besuchen auf der Erde bestimmte unflätige Ausdrücke aufgeschnappt, sie nicht wieder vergessen hatte und jetzt tatsächlich benutzte.
„Nikolaus darf das doch nicht. Uns verbietet er das immer!“, beschwerten sie sich untereinander.
„Aber wir müssen ja auch nicht dermaßen arbeiten“, verteidigte einer ihren großen Freund.
„Nur ,gut, dass wir noch zu jung und nicht so stark sind wie er!“, nickten die Anderen.
Nikolaus war ziemlich groggy und legte eine Pause ein.
“Wo sind Eure Kameraden eigentlich hin? Habt Ihr ne Ahnung, was die jetzt machen?“
Nein, sie würden die Älteren nictt verraten. Dann würden die ja ein nikolausisches Donnrerwetter zu hören bekommen, weil sie die ganze Zeit … Also senkten sie nur die Kölpfe und zuckten mit den Schultern.
Nikolaus kannte seine Racker und wusste, dass sie nie gepetzt hätten. Aber, was die Kleinen so schnell nicht bedachten, war, dass er ja so einige Erfahrungen mit denen gremacht hatte und sich jetzt gerade daran erinnerte.
„Achsoo ist das“, murmelte er, gab ihnen den Auftrag, doch schon mal die Rentiere zu bürsten, weil er sie beschäftgt wissen wollte, derweil er dann im Engelsschloss nach dem Rechten sehen würde. Er ahnte nämlich etwas ...
„Auja, Fritz und Bommel und Knapsi und Trippel freuen sich bestimmt, wenn wir kommen!"
Und schon stoben die Kleinen davon.
Nikolaus reckte sich, stöhnte ausgiebig, was sehr gut tat und verschwand dann ebenfalls.
„Denen werd ich etwas erzählen!“, knurrte er.
Noch einige Meter vom Schloss entfernt, vernahm er schon begeisterte Rufe und Jubeln.
„Klingt aber keinesfalls wie Halleluja!“
Wie gut nur, dass er stets einen Zweitschlüssel bei sich trug.
„Die werden sich hoffentlich erschrecken, wenn ich so plötzlich auftauche!“
Zwei Minuten später klopfte es dröhnend an der Tür eines bestimmten, sehr beliebten Raufmes. In dem standen nämlich mehrere Himmelscomputer. die tagsüber und selbst des Nachts fast ununterbrochen angeschaltet waren. Nachts allerdings hockten meist Petrus und Nikolaus davor, die sich über alle Gegebenheiten im Himmel informierten und zu bestimmten irdischen Festen außerdem über das Treiben auf der Erde.
Doch, was er heute sah, brachte ihn so sehr in Rage, dass ihm wieder und wieder jene unmöglichen Worte entfuhren,
„Was fällt Euch eigentlich ein? Solch mistige Art und Weise, sich zu verdrücken, mich alleine alles regeln zu lassen und stattdessen jene Sch...Computerrspiele zu spielen!“
Die Engelschar kannte ihren Nikolaus ja schon etliche Jahre, aber so hatte er noch nie herum geflucht.
„Auweia! Göeich setzt es was!“
Ja, sehr richtig: Die Schimpfkanonade, die Nikolaus dann vom Stapel ließ, war alles andere als heilig und beeindruckte die Müßiggänger denn doch sehr. Bei den ordinärsten Ausdrücken zuckten sie entsetzt zusammen.
„Hoffentlich müssen wir nicht gleich die ganze Arbeit hieir erledigen und der legt siich in seinen Nikolausstuhl und grinst sich eines!“
„Meinste wirklich?“
„Aber sicher ddoch. Gick mal, wie er guckt!“
Zweifelsohne erwartete sie eine deftige Strafe. Nikolaus ließ sie sich dem Alter entsprechend in Reihen aufstellen und es hagelte Befehle. Es waren derer so viele, dass sämtlichen Jungengeln der Kopf schwirrte. Einige waren gar blass geworden und es schien so, als vwürden sie gleich ohnmächtig werden.
„Ich warne Euch: Solltet Ihr nicht alle Arbeiten in der Küche, die Putzerei im ganzen Schloss, die Überprüfung der Schlitten, die Reinigung des Stalles und auch die Fütterung der Tiere bestens erledigen, kenne ich noch weitaus unangenehmere Pflichten, die ich Euch aufbrummen würde!“
Kein Engel wagte noch zu murren. Die erbleichten hatten nun wie auch die übrigen, auf einmal einen sehr gesunden, um nicht zu sagen, ziemlich rötlichen Teint, schalteten wie gehetzt die Computer aus und trabten los. Nikolaus, gar nicht blöd, aktivierte sicherheitshalber bei allen Geräten die Kindersicherung.
„Geschafft, jetzt arbeitet mal fein!“
Er setzte sich in seinen roten Sessel und blätterte in der Himmelszeitung, fand aber fast ausschließlich nur Artikel über den irren Vorweihnachtsstress. Seufzend faltete er sie wieder zusammen, schloss die Augen und nickte ein.
An der Himmelpforte bimmelte es zaghaft. Nikolaus hörte nicths, er schlief ja noch. Wieder bimmelte es, schon deutlich lauter und der heilige Mann wurde wach.
´Ja ja, wenn ich mich mal ausruhen möchte!“, dachte er, während er in seinen Filzpantoffeln, den nahe stehenden Päckchenberg musternd, zur Tür schlurfte und öffnete. Vor ihm standen Neuankömmlinge, zwei kleine Jungen.
„Du bist Nikolaus, ja?“, fragte der eine und der andere guckte ihn gespannt an.
„Stimmt, Ihr Beiden! Kommt rein! Hier passiert Euch nichts Böses. Ihr seidd im Himmel! Ach, wer seid Ihr denn?“
„Ich bin Sven und das ist Mirko!“
„Aber wo denn ist der liebe Gott?“, wollten Sven und Mirko wissen.
„In seinem Büro, hat aber jetzt keine Zeit, weil er die Fahrten zur Erde planen muss, damit zu Weihnachten alle Gaben rechtzeitig unten sind!“
„Und wo sind all die Engel? Wir sind schon so neugierig auf sie!“
„Die ruf ich jetzt sofort. Die haben alles mich alleine machen lassen und müssen zur Strafe jetzt alles sauber machen!“, erklärte Nikolaus.
Toll! Dann sind sie ja gleich hiert!“.
Nikolaus betätgte eine Glocke. Kaum war sie verklungen, stand dort eine riesige Schar Engel vor ihnen.
„Habt Ihr schon was geschafft`?“, fragte Nikolaus.
„Noch lange nicht alles! Ist soviel!“
Na, jetzt macht Ihr erst hier weiter. Steht ja noch genügend herum!“
Die Engel guckten beleidigt.
„Nikolaus, geht nicht. Wir müssen erst noch die Putzarbeiten erledigen!“
Sie trrauten sich tatsächlich, noch zu widersprechen. Nikolaus konnte es kaum fassen und wollte gerade noch barscher werden als vordem, als Sven und Mirko, denen er leidtat, weil die Engel so frech gewesen waren, fragten:
„Nikolaus, lass sie doch. Dass die jetzt soviel tun müssen, ist ja Strafe genug. Wir könnten Dir doch helfen. Dürfen wir?“
„Für Euch ist vieles noch zu schwer!“, antwortete er.
„Nee, wir tragen die Sachen gemeinsam, das schaffen wir! Und Du kannst Dich ausruhen ...“
Sven und Mirko sahen die Engel sauer an.
„Wie könnt Ihr denn Nikolaus so im Stich lassen? Das ist gemein!“
Nikolaus schwieg dazu. aber musterte die Großen aufmerksam.
„Sehen ja fast so aus, als ob es ihnen jetzt denn doch peinlich ist! Tja, wenn so kleine Kinder ihnen vorhalten, wie blöd sie sich verhalten …“
Ja, die älteren Engel schämten sich. Mit hochroten Wangen standen sie dort. Diese Kleinen wollten helfen und sie selber hatten selbst jetzt gerade noch versucht, sich vor der Mehrarbeit zu drücken. Wie blamabel!
Plötzlich tat sich etwas. Jeder Engel war eifrig zugange sund es herrschte ein emsiges Treiben. Sven ubnd Mirko beteiligten sich begeistert, schrieben auf, was noch fehlte, trugen Weihnachtskarten und auch kleine Gaben zu Nikolaus und der verstaute alles. Die schwereren Pakete schleppten die Engel heran, kümmerten sich noch darum, dass die vier Rentiere angespannt wurden und eilten dann zurück zum Schloss, um die restlichen Zimmer aufzuräumen. Nikolaus atmete auf.
„Herr, danke, dass Du mir Sven und Mirko geschickt hast!!"