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Chaos im Keller

Von tastifix Montag 08.12.2025, 21:01 – geändert Mittwoch 17.12.2025, 13:55

Sie kennen es bestimmt: Irgendwann ist es soweit und man räumt auf. Nachdem die oberen zwei Etagen sich endlich geordnet präsentierten, hatten wir uns nun dem großen Vorratskeller zuzuwenden.
`´Óje!"

In dessen einer Hälfte dienten die Schrämke unserer ersten Küche aus den 70iger Jahren zur Aufbewahrung allen möglichen Handwerkszeugs. Längs der anderen Wand standen vier breite Regale mit Back- und Kochzutaten. dabei auch Konserven, Gläser mit Brechbohnen und Ähnlichem. Bunt gemixt und echte Denkarbeit fordernd, damit man in akzeptabler Zeit denn doch das fand, wonach man just suchte. Seufzend musterten wir jenes Durcheinander und wollten uns schon deprimiert abwenden, als mir ein gewagter Gedanke kam:
„Also: Wieso eigentlich denn nicht? Wir haben ja Kinder und selbst die Enkel werden begeistert mitmachen!“
Ausreden sind praktisch. Alles blieb an dem Tag so, wie es war.

Zur allgemeinen Freude stand eine größere Geburtstagsfeier an und nach und nach nahm die Zahl der zu erwartenden Gäste noch zu. Garantiert würden sie es genießen, ausgerechnet anlässlich einer solchen Feier den halben Nachmittag im Keller zuzubringen. Die Jüngsten jedoch fänden die Idee toll. Es würde echt spannend werden, was sie währenddessen dort vielleicht noch entdecken könnten.
Es wurde ein sehr fröhliches Treffen. DenTisch hatte ich liebevoll gedeckt, weder Luftschlangen noch LKonfetti vergessen und der Kuchen schmeckte auch.
„Na, dann dürfen wir es wagen, alle Anwesenden mit unserem Plan vertraut zu machen."

"Alsooo ...“, ggann ich und fuhr fort:
„Unten im Keller usw. ...“
Womit ich nicht gerechnet hatte, war, welch eine Flut an Hilfsbereitschaft auf uns zuströmte.
„Macht Euch keine sSorgen. Wir helfen alle mit. Das schaffen wir schon!“
„Ihr werdet staunen, wie toll es danach ausschauen wird!“
Einerseits gerührt, andererseits mit vagem Unbehagen registrierte ich es. Die Hilfsbereitschaft bewies sich bereits beim Aufheben der Kaffeetafel. Immer wieder ´Entschuldigung` murmelnd, quetschten sie sich kanpp am Nächststehenden vorbei mit jeweils einer Untertasse oder auch sogar einemTeller in der Hand in die Küche und wir wurden zum Auskunftbüro:
„Sag mal, sist in der Spülmaschine noch Platz?“
„Wo kommen Besteck und Porzellan hin?“
´So und noch viel schlimmer wird’s gleich im Keller zugehen! Wir sind ja nur13 Erwachsene und drei Kinder!`
Doch mochten mein Mann und ich die von uns ja erbetene Hilfsbereitschaft jetzt nicht etwa gar unterbinden und entschieden, denn gelassen abzuwarten.
„So, Kommt, auf nach unten!“
Meine drei Vierbeienr lebten nicht mehr, aber sie beobachteten bestimmt das Geschehen in ihrem ehemaligen Zuhause von oben.
„Heute läuft im Keller ein Anenteuerfilm!“

Richtig, und wir brauchten eiserne Nerven. Die lieben Verwandten und Freunde überschlugfen sich fast, traten sich dabei auf die Füße, was sie aber keinesfalls mehr stoppen konnte. Es wurde gedrängelt, zur Setie geschoben. Ziel der Aufräum- und Umsortierungswut waren also jene Regale mit den obig bereits erwähnten Utensilien.
„Huch nee, nun sei doch vorsichtiger! Kommst noch hfrüh genug da dran.“
Die Begeisterung schlug hohe Wellen, aber leider hatte dies dann eine Katastrophe. Unsere Geburtstagspoutfits waren schon lange nicht mehr als solche zu erkennen Wir ähnelten nämlich eher den Hexen aus `Die kleine Hexe`. während des Hausputzes. Der passende Besen wurde dann später auch eingesetzt. Rabe Abraxas mit dessen frechen Beemrkungen blieb uns aber zum Glück erspart.

Der Trubel im Keller wrude immer trubeliger und nahm denn überhand. Eine Tante rutschte aus, stolperte gegen den Nebenmann, der wiederum denn gegen seinen, beide verloren das Gleichgewicht auch und landeten vor dem Regal mit den Bohnen und dem sonstigem Gemüse. Das Regal war eine solche ungehobelte Behandlung nicht gewöhnt und kippte um. Das, wss hoch oben gestanden hatte, knallte mit einem die Ohren beetäubenden Lärm zu Boden, die Bohnengläser zerschepperten und es ergoss sich ein sich schnell ausbreitender See kreuz und quer bis unter den besagten Kinderschrank. Die eventuell dort ansässigen Spinnchen trugen bestimmt ein Trauma fürs ganze weitere Leben davon.

Wir erstarrten und stierten fassungslos auf das Dilemma: Ein See aus Wasser mit Bohneninseln, zwischen denen glitzernde Eisschollen aus Glas schwammen! Dazu gesellten sich noch die vorweihnachtlichen Tüten mit Walnüssen, was den Mininachwuchs auf eine ttolle ide veerfallen ließ.
!Omi, Opi, Tante, Onkel, au ja: Wir basteln aus denen Boote, klemmen Tempotüchsegel an Streichholzstangen in die Mitte und vorne dann noch winzige Druckknöpfe als Steuerräder.“
Wir Erwachsenen begannen plötzlich zu grinsen. Na gut, man soll ja jedem Malheur etwas Lustiges abgewinnen, dann ist es gleich weniger dramatisch. Unsere Bastelmeister steckten uns mit ihrem Eifer an und auch wir werkelten so lange, bis eine richtige Walnussbootarmada vor uns stand.
„Die lassen wir jetzt zu Wasser!“

Zugegeben: Es sah irgendwie ja drollig aus, die dort zwischen den Gemüseinseln. Doch dann erinnerten wir uns, weshalb wir denn im Keller waren, die Boote landeten auf einem Tablett und zum Trocknen auf der Fensterbank, 13 Erwachsene rutschten im Vorratsraum auf den Knien herum und wischten. Blaue Felchen zeugten dann vom Arbeitseifer des jeweiligen Helfers.

Eigentlich hatten wir beabsichtigt, jene Boote im Müll zu entsorgen, doch der heftige Protest der Minis hatte dies streng verboten.
„Nein, wir haben uns soviel Mühe mit denen gegeben. Wir bauen aus Lego ein Museum und bewahren die dann dort auf. Und dann schreiben wir Zettel, auf denen steht, wann und warum wir sie gebastelt haben."
Ein besonders mit Fantasie gesegnetes Kleines ergänzte:
„Und es kommen ganz viele Leute, bewundern die und wir werden berühmt!“
Dazu schwiegen wir Erwachsenen dann lieber, wollten die Kleinen ja bei guter Laune halten und schickten sie in den Hobbyraum. Dort wären sie sicherlich lange bestens beschäftigt und wir könnten derweil die Aufräumarbeiten beenden. Und zwar in Ruhe.

Als alles fertig war und sich die Restmannschaft bereits zur Erholung ins Wohnzimmer verzogen hatte, schrieben dann wir auf, was nun unbedingt nachzukaufen wäre:
„Mehl, Zucker, Bohnen usw. ...“
„Und auf jeden Fall ein neues Regal!“

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