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Ein unübliches Nikolausgeschenk

Von tastifix 09.11.2025, 11:52 – geändert 09.11.2025, 19:09

Während der letzten Wochen vor Weihnachten ging es im Himmel ziemlich turbulent zu. Die Postengel stöhnten, denn beim Verpacken der Gaben war ihnen der Tesafilm ausgegangen. Wie so oft hatten die Vorsdhulengel den besten Einfall:
„Aber jetzt nicht das olle Paketband neehmen! Die bunten Papierstreifen, die man drauf kleben kann, sehen viel hübscher aus.“

„Und wie kriegen wir dann alles nach unten?“. fragte der jüngste Engel.
„Nikolaus hat ja den Schlitten und den ziehen die Rentiere“, erklärten die Älteren.
Der Kleine guckte Nikolaus mit großen Augen flehend an.
„Duhuuh, darf ich mit?“
„Nein, ich werd die ganze Nacht unterwegs sein. Du bleibst hier und träumst derweil schön!“
„Ooch!“
„Weißt Du was? Wenn ich zurück bin, erzähle ich Dir, wie es war!“
Stumm nickte der Kleine und kletterte auch brav ins Bett.
„Aber nächstes Jahr fahr ich mit!!“

Nikolaus uog den roten, dick gefütterten Wintermantel an und auch die Handschuhe an, setzte sich seine Bommelmütze auf und stieg in die kniehohen Gummistiefel. Man konnte ja nie wissen ...
Zum Glück vergaß er das große Himmelsnavi,nicht, war ja extrem wichtig. Na, ja, selbst als Nikolaus ab und am mal eine Errungenschaft der modernsten Technik zu benutzen schadete ja nicht.
´So, jetzt noch den Rentieren ihr Geschirr anlegen und los geht’s!`
Die scharrten schon ungeduldig mit den Hufen. Während die Tiere dann im gestreckten Galopp gen Erde rannten, schwankte plötzlich ein brauner Leinensack gefährlich hin und her. Obendrein raschelte es in dem verdächtig. Alarmiert mahnte Nikolaus:
„He, nicht ganz so schnell! Nicht, dass noch etwas kaputt geht!"
Dann hätte er mit einem strengen Anpfiff von seinem Chef zu rechnen. Denn bestimmt hatte jemand eine tolle Idee gehabt und dann lange an dem Geschenk gebastelt.
„Was das wohl ist? - Es muss unbedingt unbeschädigt ankommen!“

Statt sicherheitshalber, damit er ihm nicht doch noch abhanden kommen würde, zuerst den Sack zuzustellen, lieferte er erstmal alles Andere ab. Danach kam der Leinensack an die Reihe. Konzentriert kontrollierte Nikolaus nochmals die eingegebene Adresse im Navi.
"Die stimmt!"
Kurz darauf stieg er vor einem schönen Haus erleichtert vom Schlitten.
„Ihr wartet hier!“, klopfte er seinen vierbeinigen Lieblingen den Hals, schulterte den Sack und staapfte auf die Eingangstür zu.
´Oje, die ist ja viel zu schmal für mich!`
Nun war guter Rat teuer, doch fiel ihm auf, wie breit der Schornstein dagegen war. Er stellte den Sack ab, lief zum Schlitten zurück, griff sich ein etwa zehn Meter langes Seil. und kehrte wieder um.
„Was hat er denn mit dem vor?“, rätselten die Rentiere.
Gespanbnt verfolgten sie, wie Nikolaus, den Sack vorsichtig hinter sich in die Höhe ziehend, Dachziegelreihe nach Dachziegelreihe erklomm und oben laut hörbar verschnaufte.
„Wundert mich gar nicht! Der ist ja längst nicht mehr so fit wie wir und außerdem - uralt!!“
Mit ihren nur etwa 300 Jahren fühlten sich die Beiden noch so richtig jung.
Aufmerksam sahen sie weiter zu: Nikolaus warf fas seine Seilende um den Schornstein, knotete es fest und prüfte, ob es hielt und schlang sich das Mittelstück edes Seiles dort um, wo in früheren Jahren seine Taille zu sehen gewesen war. Den Rest des Seiles knotete er um den Hals des Sackes.
„Bias später!“, rief er den Tieren zu, die ihm fest die Hufe drückten, dass alles gutgehen sollte.

Nikolaus atmete tief ein, sah aber plötzlich aus wie ein aufgeblasener Ballon und pustete erschrocken wieder aus. Ein bisscheen neues O behielt er aber denn doch zurück. Ächzend erkletterte er dann den Schornstein, ließ den Sack in dessem Dunkel verschwinden und tastete sich mit den Füßen hinterdrein, tiefer und tiefer. So schwierig, wie es wurde, hatte er es sich allerdings nicht vorgestellt. Erstens drohte er mehrmals den Halt zu verlieren und zweitens, was ihm auch nicht gefiel, ähnelte er nach wenigen Sekunden einem riesigen Dreckspatz.: Schwarze Mütze, graue Streifen im Gesicht, der tolle rote Mantel völlig verschmutzt und die Gummistiefel, auf die er so stolz gewesen war, ähnelten schwarzen Klumpen.
„Mist! Gut nur, dass mich niemand sieht! Die schalfen ja alle!“

Fast unten, rutschte Nikolaus denn doch ab und landete mitsamt des Sackes in der Kaminasche.
„Entweder, die haben gestern zuviel gebechert oder waren schlichtweg zu faul, die danach noch zu entsorgen! - ist ja typisch für Menschen, würde im Himmel nie vorkommen!“
Notdürftig klopfte Nikolaus Kleidung und Gummistiefel ab und verpasste so dem edlen, blitzblanken Parkett ein apartes grauschwärzliches Muster. Auf Zehenspitzen schlich er im Wohnzimmer herum und lehnte schließlich den Sack gegen eine Rundsäule. So war, schien es ihm, wenigstens etwas Stil gewahrt.

Noch hatte er Muße, noch zeigte sich ja kein Tageslicht. Weil er unbedingt wissen wollte, was eigentlich in dem Sack steckte und wie jeene Gabe wohl gefallen würde, versteckte er sich hinter einem breiten Sofa. Er hatte richtig vermutet: Genau wie ihn plagte auch einen Menschen die Neugierde und trieb ihn dazu, ins Wonzimmer zu gehen. Den Dreck auf dem zuvor gewienerten Fußboden ignorierte er, entdeckte vor der Säule den Sack, knöpfte ihn auf und gönnte so zig Streichholzschachteln die Freiheit. Es nahm kein Ende mit jenem Pappgesellen.
„Hääh??“
Dann aber entdeckte er zuunterst ein Päckchen, mit hübschem sGeschenkpapier umwickelt und mit einer roten Schleife geschmückt. Aufgeregt entfernte er die Schleife, dann das Papier. In der Hand hielt er eine Schachtel, klappte sie auf und fand einen Zettel vor.
„Ich weiß, wie sehr Du Deine Eisenbahn liebst und wie gerne Du bastelst. Jetzt hast Du Beschäftigung für mehrere Moante. Ich hab sie gezählt. Es sind genau 100 Schachteln! Die darfst Du anmalen und in Minihäuser verwandeln. Und nun guck, was ich Dir sonst noch schenke!“
Unter dem Zettel lag eine wunderschön gebastelte und sorfältig bemalte Minikirche mit Turm, Kirchenfenstern und einem richtigen Eingangsportal.

Strahlend trug der Mann das kleine Kunstwerk ins angrenzende Zimmer, dessen Tür dann offen stand, so dass Nikolaus das Weitere beobachten konnte. Dort hatte der Mann unter Glas eine Landschaft mit einem Streichholzschachteldorf errichtet und platzierte nun die Minikirche auf einer Anhöhe. Es wirkte einfach toll.

Nikolaus in seinem Versteck freute sich mit ihm. Doch verließ er, von dem mann unbemerkt, leise wieder das Wohnzimmer. Diesmal jedoch durch die nur angelehnte Tür und schlich nach draußen. Dort erwarteten ihn schon seine Rentiere. Sie bemerkten Nikolaus`frohe Miene und freuten sich prompt auch. Bestimmt würde er ihnen auf der Heimreise alles genau berichten.

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