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Das Geschenk (Märchen)

Von tastifix Mittwoch 27.11.2024, 15:03 – geändert 01.12.2024, 20:09

„Heut darfst Du zum ersten Male allein zur Erde!“, lächelte Erzengel Gabriel.
Klein-Isi strahlte.
„a, Du sollst Isabell ein Päckchen bringen. Sie ist sehr krank.“
„Och, die Arme! - Aber, was ist denn da drin?“, fragte Isi neugierig.
„Das wirst Du noch früh genug erfahren!“
„Und wohin muss ich fliegen? Wo wohnt sie denn?“
„Freudestr. 20. Waldhausen!“, antwortete Gabriel, schrieb es auf einen Zettel und gab ihn Isi. Der steckte beides in seine goldene Umhängetasche.
„So, nun rasch und guten Flug!“
„Tschüss, Gabriel!“
Stolz breitete der kleine Engel die Flügel aus und startete. Es war zwar sehr dunkel am Himmel, aber die Sterne leuchteten ihm den Weg bis zur breiten Himmelsstraße:
„Immer geradeaus, Isi! Dann kommst Du gut ans Ziel!“
„Dankeschön!“, sagte Isi.

Nach einer Weile begegnete ihm ein Engel, der auf dem Heimweg zur Engelsburg war.
„Hallo! Wo musst Du denn hin? Darfst Du das denn schon so ganz alleine?“
„Ja, hat mir Gabriel erlaubt!“
„Toll!“
„Und wo warst Du? Hast Du auch ein Geschenk abgeliefert?“
„Hm, na ja, kann man so nennen. Ich bin ein Engelpostbote! Puuh,war der Sack schwer! Viele Leute verschicken noch Karten. Finden die schöner als Emails!“
„Auf ihnen sind ja auch so niedliche Bilder!“, meinte Isi.
„Stimmt! - Du, ich muss weiter. Wir haben gleich noch eine wichtige Besprechung!“
„Drück ich Dir die Daumen!“
„Danke! Vielleicht treffen wir uns ja bald mal wieder!“
Und schon war der Engelpostbote verschwunden.

Isi flog und flog. Die Reise war anscheinend doch viel weiter als er gehofft hatte. Und dann machte die Himmelsstraße auch noch eine Kurve und danach … Isi guckte ratlos. Die gabelte sich nämlich plötzlich und er grbelte angestrengt, welche Strecke er nehmen musste. Nirgendwo war jemand zu sehen, den er hätte fragen können und nirgends stand ein Schild, das es ihm verraten hätte.
„Was mache ich jetzt nur? Ich glaub, ich muss mich rechts halten!“

Bald darauf landete er wirklich in einem Ort, doch auf dem Schild stand ein ganz anderer Name, nicht Waldhausen! Ängstlich schaute Isi umher. Es war ja alles fremd für ihn. Wie könnte er denn jetzt zu Isabell kommen? Vielleicht gar nicht!?“
Obendrein schämte er sich:
„Ich hab doch sogar ´nen Zettel bei mir gehabt, wo ich hin soll!!“
Geknickt schwebte er an der Hauptstraße entlang. Ihm wars zum Heulen zumute. Noch immer war es ziemlich dunkel, aber am Himmel kündigte sich erstes Tageslicht an und ihm begegneten ein paar Leute, die wohl besonders früh zur Arbeit mussten. Einem Mann fiel es auf, wie traurig der kleine #engel guckte und fragte mitleidig:
„Was ist denn mit Dir? Kann ich Dir helfen?“
Isi nickte.
„Ich soll nach Waldhausen! Weißt Du vielleicht, wo das ist?“
„Na, dann bist hier aber ganz falsch! Du, dort vorne steht mein Wagen. Soll ich Dich ein Stück mitnehmen?“
„Ja, bitte!“, bettelte Isi. „Musst Du denn auch dorthin?“
„Ja, aber nur fast!“
„Sagst Du mir dann, wo ich die Freudestr.20 finde?“
„Na klar. Ist ganz einfach!“
froh dachte Isi:
„Jetzt komm ich vielleicht doch noch rechtzeitig an!“
Eine Viertelstunde spater hielt der Wagen und der Mann deutete nach vorne.
"Dort lang. Dann bist Du gleich auf der Freudestraße!"
"Danke! Du bist sehr lieb!", meinte Isi und der Mann lachte herzlich.
Frohgemut flog Isi die Straße entlang. Die machte keine Kurve und gabelte sich auch nicht, sondern führte schnurstracks, wie der Mann gesagt hatte, auf die Freudestraße. Aufatmend ordnete Klein-Isi die Flügelfedern und schaute suchend die Fenster entlang. Eines wurde von einer Laterne beleuchtet und Isi sah auf eine niedliche Kindergardine.
„Juchuuh! Ich bin da!“

Engel können Fenster öffnen, selbst dann, wenn diese fest geschlossen sind. So auch Isi und schon stand er vor dem Kinderbett, in de ein kleines Mädchen lag. Gerade wachte es auf, blinzelte ins Helle, sah den Engel und erschrak.
„Hab keine Angst! Ich heiße Isi. Leider hatte ich mich verflogen. Aber da war so ein netter Mnn. Der hat mir geholfen. Und deshalb bin ich jetzt endlich bei Dir!“
„Warum kommst Du denn zu mir?“, wagte Isabell zu fragen.
„Weil ich ein Päckchen für Dich habe!“
„Ein Geschenk, wirklich??“
Aufgeregt wartete Isabell. Isi griff in die Tasche, holte das Päckchen heraus und gab es ihr. Gespannt riss sie das Papier ab und hielt ein wunderschön anzusehendes Kästchen mmit einem goldenen Schloss in den Händen.
„Nun machs doch auf!", drängelte Isi.
Das Mädchen öffnete das Kästchen und fand einen winzigen Brief. Auf dem stand:
´Für Isabell von ihrem Schutzengel!`
Und dann las sie:
"Liebe Isabell, Du hast mir so leid getan, weil Du schon so lange im Bett liegen musst. Ich habe mit Gott gesprochen und er hat mir meine Bitte erfüllt! Ab heute bist Du wieder ganz gesund!!"
Isabell strahlte vor Freude und Isi auch.

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