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Das meisenkind, das aus dem Nest fiel

Von tastifix Freitag 10.07.2026, 16:54 – geändert Mittwoch 15.07.2026, 05:36

Es war einmal ein Meisenkind. In dem Nest, hoch oben in der Hecke am Gartenzaun gebaut, saßen dicht aneinander gedrängt die Kleinen. Flatti und Quietschi waren als Erste aus dem Ei geschlüpft und deshalb schon etwas größer und kräftiger als die Anderen. Strubbeli, das Jüngste der Geschwister, dagegen wae noch kleiner und schwächer.

Während die Meisenkinder also ungeduldig aufs Futter warteten, dauerte dies den beiden Ältesten zu lange und sie fingen an, sich um den besten Platz direkt am Nesteingang zu zanken. Flatti und Quietschi schubsten ihre Geschwister zur Seite. Denn, wer dort vorne hockte, bekam als Erster die leckeren Happen. Immer näher drängten sie Strubbeli an den Nestrand. Dann geschah es: Strubbeli konnte sich nicht länger festkrallen und fiel aus dem Nest Zum Glück landete er im weichen Gras, so dass er sich nichts brach. Aber der Schrecken war groß. Zitternd vor Angst hockte er dort eng ans Laub der Efeuhecke gedrürckt.

Mama Meise bekam es gar nicht mit, dass plötzlich ein Kleines fehlte. Sie war gerade dabei, einer Katze deutlich die Meinung zu piepen:
„Bleib ja weg! Sonst picken wir Dich gleich, dass Dir Hören und Sehen vergeht!“
Katze Minka hatte wohl schon Erfahrung mit spitzen Schnäbeln gesammelt und verzog sich lieber. Papa Meise hatte weder den Möchtegern-Überfall beobachtet noch, dass Strubbeli nicht mehr da wa, denn er flog herum und suchte für den Nachwuchs nach Futter.

„Puuh, das war knapp!“
Besorgt schaute Mama Meise auf ihre Kinderschar.
„O je, wo ist denn Strubbeli?“
„Mama. piep, Flatti und Quietschi haben sich so gezankt. Strubbeli ist ja nicht so kräftig und ist runter gefallen!!“
Mutter Meise war alarmiert:
„Ihr Zwei: Wie oft hab ich Euch schon erklärt, wie gefährlich es für Eich werden kann, wenn Ihr zankt und dabei so herum wehrt!“
„Wippi, Du Petzliese. Pieppiep!“
„Nein, nur gut, dass Wippi das gesagt hat. Gleich kommt Papa und dann überlegen wir, was wir machen können, damit Strubbeli dort unten nichts passiert!“

Wenig später flatterte Papa Meise heran und erfuhr von der Katastrophe:
„Schlimm, Strubbeli kann ja noch nicht fliegen!“
Unruhig flog Papa Meise am Zaun entlang, hüpfte sogar ins Efeu und hoffte, seinen Jüngsten dort zu entdecken. Plötzlich klang ihm ein jämmerliches Piep entgegen.
„Strubbeli, wo steckst Du?“
„Papa, hier zwischen den Blättern!“
Erleichtert knabberte ihn Papa Meise im Nacken.
„ich hab solche Angst um Dich gehabt!“
Wegen dieses lieben Pieps hörte Strubbeli auf zu zittern.
„Strubbeli, Du bleibst jetzt genau hier sitzen. Die Anderen können ja schon etwas fliegen. Ich schick sie herunter und Ihr schmiegt Euch eng anenander. Sollte Gefahr drohen, piept Ihr so laut wie Ihr könnt!“
„Ja, Papa!“, guckte Strubbeli ihn, immer noch ein wenig ängstlich, an.

Flatti und Quietschi mussten eine heftige Schimpftirade büer sich ergehen lassen.
„So, Ihr Zwei! Ihr flattert jetzt zu Strubbeli und passt sauf ihn auf. Wehe, Ihr kommt auf die Idee, ihn dort allein zu lassen und durch den Garten zu hüpfen! Dann gibts Hiebe!“
Nein, Papas Schanbel war hart und die Beiden wollten auf solche Hiebe lieber verzichten.
„Mama, Papa, Strubbeli tut uns leid.Wir machen das nie wieder!“
„So, nun beeilt Euch!“
Noch ein wenig unbeholfen flatterten die Zwei von Ast zu Ast und allnählich bis auf den Rasen.
„Strubbeli, wir bleiben jetzt bei Dir und Mama und Ppa bringen gleich Futter!“
Erleichtert guckte Strubbeli die Beiden an. Seine Geschwister hielten ihr Versprechen und rührten sich nicht von seiner Seite wq. In den nachfolgenden zwei Tagen wurden die Drei eben unten gefüttert. Um die übrigen Kinder im Nest kümmerten sich die Eltern abwechselnd, so dass alle Kleinen stets unter Aufsicht standen.

Die Meisenkinder wuchsen rasch und lernten schnell dazu. Auch Strubbeeli übte fleißig. Und sie wurden immer geschickter: Zunächst flatterten sie nur von Ast zu Ast, dann wagten sie den Start in die Bäume und saßen dann dort ganz stolz. Ihrem Strubbeli überließen sie stets den schönsten Platz. Sie wollten ihm damit zeigien, wie lieb sie ihn hatten.
„Ich wäre schrecklich traurig geworden, wenn ihm etwas zugestoßen wäre!“, meinte Flatti und Quietschi piepte zustimend.

Die jungen Meisen wurden mit jedem Tag hübscher. Auch Strubbeli ähnelte jetzt schon sehr den Eltern, sein blaugelbes Gefieder glänzte im Sonnenlicht. Stolz beobachteten Mama und Papa Meise den Nachwuchs, als die Kleinen dann das erste Mal von Baum zu Baum flogen und es ausschaute, als ob sie Fangen spielten.

Und ganz besonders freuten sie sich darüber, wie eifrig sie ihr Liedchen einstudierten, wieder und wieder, bis dann jeder Ton richtig klang. Manchmal sogar im Chor. Dann gesellte sich ihr Papa zu ihnen und zwitscherte zur Unterstützung mit. Menschen, die in der Nähe spazieren gingen, biieben stehen und lauschten.
„Hört mal, wie niedlich das klingt!“

Auf Strubbeli, den hübschen Meisenjungen, wartete ein langes glückliches Meisenleben.

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