Der Baum und sein Freund, der Junge (2)
Von
tastifix
01.02.2026, 13:00 – geändert Samstag 14.02.2026, 10:48
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tastifix
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Schaukeli fühlte sich so beschwingt. Angst vor der Dunkelheit hatte er nicht. Mond und Sterne begleiteten ihn mit ihrem hellen Schein und Schaukeli stapfte munter voran. Die Orte der Menschen mied er und wandte sich den Bergen zu.
„Dort oben wird mich niemand finden, dort darf ich wachsen und so ausschauen, wie ich will! Ich bin Ich und keiner, mit dem man machen kann, was man will!!“
Mehrere Nächte war er unterwegs, doch nirgends gefiel es ihm so ricchtig gut und so beschloss er, den beschwerlichen Weg auf sich zu nehmen und noch höher zu steigen. Ständig einsamer wurde es um ihn herum. Selbst Tiere waren nicht zu sehen.
„Hm, wird aber langweilig werden so ohne Gesellschaft!“
Aber zurück wollte er auf keinen Fall. Er wollte frei sein! Während der vierten Nacht erreichte er eine Alm und war begeistert, wie schön es dort war. Überall,so weit er sehen konnte, wuchsen Blumen. Obwohl alles nur vomn fahlen Licht des Mondes etwas erleuchtet wurde, wirkte es so friedlich, so frei auf ihn.
„Hier darf alls so sein, wie es will!“
Schaukeli genoss die Stille sehr und entschied, dase diese Wiese seine neue Heimat werden sollte. Hier würde er glücklich sein. Er wählte sich einen Platz in der Nähe eines Teiches. Der schwache Mondschein ließ das Wasser silbrig glitzern und die Sterne spiegelten sich in ihm. Es sah wunderschön aus und Schaukeli sah sich nicht satt daran. Voller Freude streckte er seine Wurzeln tief in den Boden. Bald in diesem fest veranket, wuchs er höher und höher. Kerzengerade stand er dort und schaute prächtig aus.
Die Jahre vergingen und Schaukeli stand dort noch immer aufrecht und stolz. Aber auch in den Bergen wurde gerodet und willkürlich Natur vernichtet. Schaukeli behauptete sich noch, denn er war ein starker Baum mit kräftigem Stamm und vor allem noch kräftigeren Wurzeln. Eines Tages aber hörte er, wie sich eine Gruppe von Menschen auf seine Wiese zu bewegte, an ihrem Rand stehen blieb und Pläne schmiedete:
„Also: Ideal für ´ne schicke Hotelanlage! Eine Goldgrube wird das!!“
„Aber dieser extrem hohe Baum muss dann weg!!“, stellte einer fest.
In der Gruppe befand asich eine junge Familie mit einem kleinen Sohn. Peter hatte alles mitangehört:
„Nein! Das dürft Ihr nicht! Der sieht so toll aus. Weshalb macht Ihr alles kaputt? Es ist hier viel schöner als mit solch doofen Hotels!“
Ein wenig verlegen sahen ihn die Erwachsenen an.
“Aber Kind, solche Häuser bieten auch ganz tolle Dinge für Kinder. Du wirst sehen!“
„Nein, will ich aber nicht! Der Baum muss stehen bleiben! Keiner rührt den an. Sonst werde ich böse!!“
Er umarmte dessen Stamm.
„Dir wird niemand Böses tun. Wehe!“
„Junge, es dauert ja noch, bis es soweit ist!“
„Nein, Mama, Papa, niemals!!“
Verrunsichert sahen sich die Eltern an. Einerseits tat ihr Sohn ihnen leid,waren sie stolz auf ihn, weil er sich so sehr für etwas einsetzte, andererseits wussten sie, dass all der Protest nichts bewirken würde. Es war so gut wie abgemacht, dass auch dieser Baum irgendwann weichen musste.
Peter jedoch gab keine Ruhe, besuchte den Baum jeden Tag und sagte Allen, die auf die Wiese kamen, wie gemein es wäre, alles kaputt zu machen. Zunächst belächetlen sie ie Worte des Kleinen, aber immer mehr Leute grübelten darüber nach und gaben dann zu, dass der Junge recht hatte, dass man nicht einfach die Natur verdrängen dürfte nur des eigenen Vorteils wegen. Und außerdem: Sah diese Gegend denn nicht wunderschön aus? Tat es den Herzen nicht gut, alles so wild und üppig wachsen zu sehen? Und es kam tatsächlich dazu, dass zwar Hotels gebaut werden sollten, aber nur so viele, dass diese Natur nicth vernichtet werden würde. Als Peter des mitbekam, war er überglücklich.
Selbst, als er schon erwachsen war und woanders lebte, besuchte er noch wie jedes Jahr zuvor seinen Freund, den Baum, der mit der Zeit imemr prächtiger geworden war. Wie damals in seinen Kindertagen umarmte Peter dessen Stamm. Einmal geschah etwas Wunderbares: Der Baum, sei nFreund aus all den Jahren, erkannte ihn wieder, neigte ihm seine Zweige entgegen und streichelte mit den Blättern die Wangen des jungen Mannes. Es wehte eine leeichte Brise und in ihr glaubte Peter, die Stimme seines Freundes zu hören:
„Du hast mich damals gerettet, so dass ich sehr alt werden darf. In der Zeit, in der Du nicht bei mri warst und sei nwirst, habe ich und werde ich sehr oft an Dich denken, Dich niemals vergessen und mich hdarauf freuen, wenn wir uns wiedersehen. Danke Peter!“
Gerührt wollte Peter sich abwenden, um sich auf den Heinweg nach unten zu machen, als ihm der baum zum Abschied noch ein liebevolles Rascheln schenkte. Es begleitete Peter als de schönste Liiebeserklärung, die dieser Baum ihm hatte zuteil werden lassen können.
Als Pter hochbetagt ahnte, dass er bald würde sterben müssen, nahm er ein letztes Mal den beschwerlkichen Weg auf den Berg auf sich, um sich von seinem Freund, dem Baum, endgültig zu verabschieden. Auch der Baum war inzwischen alt, seine Äste strotzten nicht mehr vor Gesundheit. Auch er würde bald sterben. Länger als je in den Jahren zuvor umarmte Peter den Stamm, länger als je zuvor streichelten die Zweige seine Wangen.
„Wir sind uns verbunden geblieben bis zum Tod!“
Peter fiel es schwer, umzukehren. Er wusste, auch sein Freund müsste bald gehen, wie er selber.
Als er ein paar Wochen später im Sterben lag, sollte ihm noch ein letztes großes Geschenk vergönnt sein. Seine Augen waren schon fast geschlossen, als er ein liebevolles Rascheln vernahm und jenen baum vor sich stehen sah. Es war nur eine Illusion, aber sie tröstete ihn. Noch einmal atmete er tief durch, dann war es vorbei. Doch auf seinem Gesicht lag ein glückliches Lächeln.
Hoch oben auf dem Berg stand ein abgestorbener Baum. Sein lettzes Rascheln hatte seinem menschlichen Freund Peter gegolten.