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Der Junge und sein Schutzengel

Von tastifix Samstag 30.11.2024, 17:37 – geändert Mittwoch 04.12.2024, 14:07

Es war einmal ein kleiner Junge. Immer wieder wurde Martin von anderen Kindern ausgelacht und verspottet. Keiner verteidigte ihn, dass sie damit aufhören sollten.

Auch an jenem Herbsttag hatten sie ihn geärgert, feige Alle gegen Einen. Als sie endlich verschwunden waren, hockte der Siebenjährige weinend auf einer Mauer nahe seines Elternhauses. Heim zu gehen und alles Mutter udn Vater zu erzählen traute er sich nicht, denn jene wollten einen mutigen und tapferen Sohn und waren von ihm bitter enttäuscht, weil er manchmal so sehr ängstlich war. Verständnis durfte er von ihnen nicht erwarten.

Es wurde 18 Uhr, aber erst um 19 Uhr musste er daheim sein.
„Wenigstens noch eine ganze Stunde ohne Schimpfe!“, seufzte er, aber, darüber froh, weinte er immerhin nicht mehr.
Ringsum dämmerte es bereits und wenig später hüllte Dunkelheit Stadt und Land ein, nur abgemildert vom Laternenlicht längs der Straßen. Vor der Dunkelheit fürchtete Martin sich nicht. Die Stille um ihn her tat ihm gut.Trotzdem ließ es ihn seinen Kummer nicht vergessen. Gensuso wie unter der Hänselei litt er unter seiner ständig wachsenden Schüchternheit, deretwegen er kaum mehr mit Altersgenossen spielte. Ihn beherrschte zu sehr die Angast, wieder wie so oft ausgelacht und abgelehnt zu werden. Wenn er in solchen Minuten des Alleinseins daran dachte, vermochte ihn nur noch der Blick zu dem Sternenmeer hoch über ihm ein wenig zu trösten.
´Die Anderen schaffen so viel mehr als ich. Ich möcthe es doch auch können!`


Der Stachel der sich ständig wiederholenden Kränkungen steckte sehr tief. Er litt. Verzagt starrte er wieder zu Boden. Das Gefühl, all dem wehrlos ausgeliefert zu sein, drückte ihn nieder und erneut rollte eine Träne übers Gesicht. Mit einer kraftlosen Bewegung der Hand wischte er sie weg, so, als ob er sich so aus dem Tal der Traurigkeit befreien könnte. Aber noch immer nicht konnte er sich trotz aufkommender verzweiflung nicht büerwinden, denn doch Dennoch konnte er sich trotz der aufkommenden verzweiflung nicht überwinden, nachhause zu gehen und seine Eltern einzuweihen. Denn Martin wusste, was ihn erwarten würde: Vorwürfe, Schimpfe und vielleicht gar noch Schlimmeres …

Erneut sah der Junge, wie noch Halt suchend, zum Himmel. Noch immer blinkten dort die Sterne. Aber aufeinal schien es ihm, als ob die Dunkelheit nicht mehr ganz so finster war. ...
„Nee, mein ich nur! Ist noch genauso dunkel!“
Doch jener helle Schein verstärkte sich und wurde zu einem ständig strahlenderen Licht, das sich rasch ausbreitete und näher und näher kam. Martin erschrak nun doch etwas, sein Herz klopfte heftig. Doch dann empfand er plötzlich keine Furcht mehr und empfand dagegen ein Gefühl der Geborgenheit.
´Warum nur?`, fragte er sich.
Da gescah etwas Wunderbares: In einem überirdisch leuchtenden Strahlenkranz stand plötzlich ein Engel vor ihm, der ihn mitleidig anblickte.
„Hab keine Angst! Ich bin Dein Schutzengel und möchte Dir helfen. Magst Du mir sagen, was Dich so traurig macht? Und wieso bist Du eigentlich noch draußen? Es ist doch schon lange dunkel?“
Martin fasste Zutrauen, schluckte und dann erzählte er zum ersten Male jemandem, was los war und auch, dass er so gar nichts dagegen machen konnte. Der Engel setzte sich neben ihn, hörte vzu und unterbrach ihn auch nicht. Als Martin dann schwieg, sagte er:
„Weißt Du, jedem Menschen geht es so, dass er sich manchmal fürchtet.“
„Aber die anderen Jungen haben inzwischen keine Angst mehr, aber ich immer noch!“

„Sollen wir es zusammen ausprobieren, ob Du es vielleicht doch schaffst? Aber nur, wenn Du es möchtest und wenn Du mir sofort sagst, wenn Du Dich dabei unwohl fühlst!“
Martin schaute in dessen liebes Gesicht. Dermaßen fürsorglich hatte bislang noch nie jemand mit ihm darüber gesprochen.
„Ich will das und ich sage Dir auch, wenn ich aufhören oder wenn ich es nicht weiter versuchen will!“
„Prima!“, freute sich sein Schutzengel. „Wenn Du magst, fangen wir gleich morgen an! - So, jetzt wirds aber für Dich höchste Zeit! Schlaf gut. Keine Sorge: Gemeinsam bekommen wir es hin!"
Er leuchtete ihm noch den Weg bis vor die Tür und verschwand. An diesem Abend legte sich Martin nicht ganz so bedrückt wie sonst ins Bett.

Jeden Abend trafen sich der Engel und er und übten. Mit jedem weiteren Male fühlte sich Martin sicherer und kurz darauf war die Ängstlichkeit der letzten Jahre Vergangenheit. Der Junge war nicht wiederzuerkennen, so froh wirkte er.
Dann kam der Tag, an dem ihn der Engel fragte, ob er ihm denn auch helfen könne.
„Ich darf Dir helfen? Aber …?“
„Du, ich weiß, wie toll Du basteln und malen kannst. Ich aber so gar nicht. Magst Du es mir beibringen?“
Stolz zeigte Martin ihm, wie man Papierflugzeuge bastelt und sehr viel Anderes auch noch. Derweil wurde er ständig selbstbewusster. Und dies half ihm, endlich auch gegen seine heftigste Angst, die Höhenangst, zu kämpfen und auch sie überwand er.

Als die anderen Jungen ihn wieder mal auslachen wollten, lachte er nur mit und lief ihnen vorweg einen steilen Hügel hinauf und auch wieder herunter. Verblüfft fragten sie:
„Woow! Wie hast Du denn das geschafft? Du hast ja gar keine Angst mehr!!"
Martin veriiet ihnen nichts, aber strahlte übers ganze Gesicht. Den Jungen tat es leid, so gemein zu ihm gewesen zu sein, waren von dann an sehr lieb zu ihm und sie wurden enge Freunde.

Und eines Abends dannerzählte artin alles seinen Eltern. Wie der Engel im geholfen hätte, dass die Angst weg wäre und dass er dem Schutzengel beigebracht hätte, wie man bastelt. Die Eltern schämten sich, ihn nicht unterstützt zu haben, freuten sich nun umso mehr, schlossen ihn in die Arme, waren sehr stolz auf ihren tapferen Sohn. Wann ier er Hilfe benötigte, standen sie ihm von dann an fürsorglich zur Seite.

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