Die Schnee-Elfen
Von
tastifix
03.11.2024, 15:19
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tastifix
03.11.2024, 15:19
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Elfen sind zierliche Naturgeister mit wunderschönen Flügeln, deren Ränder mit zarten Farben geschmückt sind. Jeder denkt sofort an den feinen Gesang und die anmutigen Tänze, in denen sie in charmantem Reigen über die Wiesen und Felder schweben. Sie sind Wesen, die guten Menschen sehr zugetan sind ...
Auch im Winter sind Einige unterwegs, anstatt in ihrem gemütlich warmen Elfenschloss tief im Berg sehnsüchtig auf den nächsten Frühling zu warten. Nein, es sind Schnee-Elfen, die eben Kälte mögen und besonders für den Schnee schwärmen. In winzigen Schneeflockenanoraks und mit weißen Stiefeln an den Füßen tanzen sie über die verzauberte Landschaft und erfreuen sich genauso wie wir Menschen an dem schönen Anblick. Ab und an unterbrechen sie den Tanz, flirren hoch bis zu den Wipfeln der Bäume, ruhen sich dort auf der glitzernden weißen Decke eines Astes aus und schauen derweil von dort oben den Menschen zu.
So auch an jenem besonderen Tag. Überall tollten Kinder übermütig herum, rodelten Anhöhen hinunter,veranstalteten Schneeballschlachten oder bauten fantasievolle Figuren. Manchmal entstanden ganze Schneefamilien: Die Mütter trugen hübsche sSrohhüte und ab und an sogar ein buntes Perlenband um den Arm. Die Väter schwarze Zylinder und Krawatten aus Stöcken, dazu noch einen langen Wanderstab in der einen Armbeuge. Dem Schneenachwuchs modellierten die Kinder entweder Kleider für die Mädchen und Hosen für die Buben. Auch die Erwachsenen freuten sich an dem lustigen Treiben. Der Alltag war vergessen.
In einem Haus am Fuße einer solchen Anhöhe ging es dagegen eher traurig zu. Die Tochter der Familie lag seit Wochen krank danieder und war gar zu schwach, um an das breite Fenster treten und sich die weiße Pracht mal aus der Nähe ansehen zu können. Geknickt lauschte die kleine Elli dem fröhlichen Lachen der anderen Kinder draußen.
´Ach, wäre es schön, wenn …`
Gegen Nachmittag schlief die elli erschöpft ein. Inzwischen hatten sich die Schnee-Elfen genügend lange ausgeruht und setzten ihren wirbelnden Ausflug fort. Dabei kamen sie auch an jenem Haus vorbei.
„Schaut mal!“, lugte eine Elfe durch Ellis Fenster. „Dort, die Kleine! Wie süß sie aussieht. - Aber sie ist bestimmt sehr krank, dass sie bei diesem tollen Wetter im Bett bleiben muss!“
„Die Arme!“, seufzte ihre Schwester.
„Ich kenne sie. Sie ist ein ganz besonders liebes Kind!“, erzählte eine andere. „Wenn ich daran denke, wie gehorsam sie stets ist und wie fürsorglich sie mit allen Tieren und Pflanzen umgeht … Also, ich meine, wir sollten ihr eine Freude machen!“
Die Schneeelfen steckten die Köpfe zusammen und überlegten. Dann ließ sich eine Elfe auf dem schmalen Sims vor dem Fenster nieder und klopfte an die Scheibe. Zunächst nur ganz leise, aber, weil das Kind im Bett sich nicht rührte, dann lauter und lauter. Schließlich erwachte Elli, guckte umher und riss, noch halb benommen, verblüfft die Augen auf. Vor ihrem Fenster tanzten süße Elfen in den niedlichsten Anoraks, die die Kleine je gesehen hatte.
„Oh, sieht das schön aus!`
Sich umschlungen haltend, sangen die Elfen mit glockenreinen Stimmen ein fröhliches Lied über die leise rieselnden Schneeflocken und tanzten dazu noch anmutiger als sonst. Als das Lied geendet hatte, schauten sie das kleine Mädchen lieb an. Wie von Zauberhand öffnete sich das Fenster, die Elfen schwebten herein und stellten sich vor das Bett.
„Komm mit uns!“
Elli fasste sofort Zutrauen zu ihnen, versuchte unsicher, auf die schwachen Beine zu kommen und die Elfen stützten sie. Obwohl doch das breite Fenster weit offen stand und die Kälte ins Zimmer drang, fror Elli ih ihrem Nachthemd nicht. Trotzdem waren die Elfen sehr besorgt um sie, reichten ihr fix einen solchen Schneeflockenazug, wie sie ihn selber trugen, passende Stiefel dazu und auch Handschuhe.
Fürsorglich führten sie sie zum Fenster. Auf einmal fühlte sich Elli leichter und leichter. Ja, sie begann, wie die Elfen zu schweben und folgte ihnen nach draußen. Dort fassten sie sich an den Händen und drehten sich tanzend im Kreis. Je schneller sie herumwirbelten, umso besser gefiel es der Kleinen. Wei sich Elli aber nicht überanstrengen sollte, beendeten die Elfen dann band den Tanz und begleiteten Elli rasch zurück zum Fenster. Das Mädchen zog brav den hübschen Anorak, die Stiefel und auch die Handschuhe wieder aus, bedankte sich mit einem Knicks und kletterte ins Zimmer. Derweil passten die Elfen gut auf, dass sie dabei ja nicht hinfiel. Als Elli wieder ins Bett stieg, schloss sich das Fenster genauso leise, wie es sich vordem geöffnet hatte. Draußen standen noch immer die Elfen, winkten ihr zum abschied strahlend zu und eElli winkte fast genauso fröhlich zurück.
Am nächsten Morgen, als die Kleine wach wurde, fühlte sie sich so ganz anders als in den Wochen zuvor, so beschwingt. Munter setzte sie sich auf, sah zum Fenster, freute sich über den immer noch in der Sonne glitzernden Schnee und sprang flink aus dem Bett.
Ja, dies war das große Geschenk der Elfen an sie: Sie war wieder gesund!
„Danke!! Ich werde Euch nie vergessen!“, murmelte Elli glücklich.