Ein schwingendes Leben (5)
Von
tastifix
Dienstag 18.03.2025, 08:31 – geändert Dienstag 18.03.2025, 12:48
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tastifix
Dienstag 18.03.2025, 08:31 – geändert Dienstag 18.03.2025, 12:48
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Es wurde Samstag. Unsere Galgenfrist neigte sich dem Ende zu. Michaela rannte mehrmals hektisch vom Bad in ihr Zimmer und wieder zurück.Es steckte an. Uns kribbelte es im Leder. Immer wieder schielten wir zum Spiegel.
„Isa, sitzt meine Schnalle richtig?“, hauchte Belle.
„Super!“, behauptete ich und linste zu meiner.
Inzwischen hatte Michaela den sämtlichen Inhalt des Kleiderschrankes auf ihr Bett gestapelt, sortiert und mucksend verworfen.
„Nee, zu dem passen die Neuen wirklich nicht!“
Nach sage und schreibe zwei Stunden war endlich die Entscheidung gefallen. Michaela würde in einem Traum aus königsblauer Seide übers Parkett schweben.
Endlich brachen wir auf. Die Tanzschule erstrahlte in heller Festbeleuchtung. Aus dem riesigen Saal tönten die ersten romantischen Klänge. Belle und ich sahen nur flüchtig auf all die Pracht und musterten dagegen kritisch all die Konkurrentinnen an den fremden Füßen.
„Belle!“, raunte ich meinem Zwilling zu. „Haste die da gerade gesehen, die mit dem unmöglichen Blinkerzeug auf ihrem Riemchen? Furchtbar!“
Der Chef der Schule hielt eine kleine Begrüßungsansprache und bekam viel Beifall sowie fröhliches Lachen zur Antwort. Damit war der Ball eröffnet.
„So, jetzt beweist mal, dass Ihr das Geld wert seid!“, lachte Michaela.
Und schon drehten wir uns im Tanze.
„Au!“, maulte ich kurz darauf und schoss wütende Blicke auf eine neben mir her hüpfende Sandalette, die unbekümmert völlig unelegant auf meiner Schuhspitze gelandet war. Zum glück hatte sie mich nicht mit ihrem Absatz getreten!
Tapfer hielten wir mit, Runde un Runde.
„Klick-klack, klick-klack!“.
Dies konnten wir leider nicht verhindern.
Bald darauf, unsere Sohlen waren inzwischen grauschwarz vor Anstrengung, ereilte uns unser Schicksal. Dagegen hatten wir gehofft, dass der Kelch wider Erwarten doch noch an uns vorüber gehen würde. Ganz groß wurde er angesagt, mit Jubelrufen aus zahlreichen Jungmädchenkehlen begrüßt:
„Kaiserwalzer!!“
Der würde uns den Rest geben!
Begeistert wirbelte Michaela übers Parkett. Weit wengier begeistert folgten wir notgedrungen der Pflicht, sie dabei trittsicher zu unterstützen.
„Belle, dieser verflixte Tanz bringt mich noch um. Hoffentlich ist der bald zu Ende!“
Belle s hwieg. Sie konzentrierte sich aufs Takthalten.
Ich weiß nicht, wie lange der Tanz dann wirklich dauerte, sondern nur, dass es mir vom pausenlosen Drehen so allmählich fast schlecht war.
„La, la, la ... “
Da passierte es. Belle fühlte sich offensichtlich ebenfalls noch weniger wohl als ich und schlingerte bedenklich hin und her.
„Isa, ich kann nicht mehr!“
„Durchhalten, irgendwann ist auch der längste Tanz vorbei!“
Während einer schnellen Drehung um die eigene Achse drohte mir fast der Lederinfarkt. Belle hatte den Takt und, ach wie schrecklich, zusätzlich zuerst die Balance, dann Michaelas Fuß verloren. Aber leider nicht den Schwung des Kaiserwalzers. ...