Freche Geisterjugend? Muss die denn nicht so sein?
Von
tastifix
Freitag 04.07.2025, 10:18 – geändert Mittwoch 16.07.2025, 07:37
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tastifix
Freitag 04.07.2025, 10:18 – geändert Mittwoch 16.07.2025, 07:37
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Geister spuken meist lange Jahre, im ärgsten Falle garJahrhunderte. Wenn sie nämlich als Mensch gar Andere umgebracht hamüssen tten. Nun ists keinesfalls an dem, dass Gespenster sofort alle Geistertricks beherrschen. Nein, sie müssen Geisterverhaltensregeln büffeln und Verwandlungskünste üben.
So auch im Gespensterkellergemach des Schfosses Zitterburg. Die junge Lehrerin Hauch führte die Aufsicht. Der Name passte, denn sie hauchte meist nur, was die Gespensterjugend nur amüsierte, sie ihre Anweisungen ignorierte und derweil machte, was sie selber wollte.
„Ruhe! So werdet Ihr garantiert keine anständigen Gespenster!!“
„Anständig …? Das fehlte noch gerade!“, höhnten die Teenager und Twens.
Wie, um zu beweisen, was sie so von „Anständigkeit“ hielten, klauten sie sich gegenseitig die klirrenden Übungsketten und spritzten begeistert mit Wasserpistolen herum. Alles tropfte, auch dann Hauch.Tja, als ein Drache hätte sie nun Flammen gespuckt und wäre tix wieder trocken gewesen. Doch beherrschte sie jenen Verwandlungstrick noch nicht und hatte auch das Lehrbuch nicht zur Hand, welches sich dagegen auf ihrem Tagtisch ausruhte.
´Ich muss mich sofort umziehen, sonst … ` Nein, wäre ja unmöglich: Ein erkältetes Gespenst!`
Dann könnte sie vielleicht noch nicht mal mehr hauchen und kein einziges erwachsenes Mitgespenst würde sie ernst nehmen. Noch weniger dann als sowieso schon nicht.
Sie versuchte, etwas Kraft in die Stimme zu legen:
„Entweder, Ihr hört sofort auf oder Ihr bleibt diese Nacht in Eurem Geisterzimmer!“
„Von wegen!! Wie sollen wir dann neue Tricks lernen?“
„Und es soll doch so doll urchterregende geben!“, empörtem sie sich. „Nein, Hauch, nicht mit uns! Wir werden uns über Sie beim Direktor beschweren. Unseren Lerneifer bremsen zu wollen, geht ja gar nicht! - Mal abwarten, was der dazu sagen wird!“
Hauch verschlug es glatt das Hauchen.
´Moment mal`, dachte sie plötzlich,´gar keine schlechte Idee! Ich geh auch hin und klage dem etwas über diese Bande hier vor!`
Wäre sie nicht sauer gewesn, hätte sie sich womöglich noch für den Denkanstoß bedankt. Doch sie war stinkewütend, huschte nach Unterrichtsende, ohne die Schar noch eines Blickes zu würdigen, eilig nachhause, zog sich um begab sich dann gen dessen Büro. Das Anklopfen sparte sie sich.
„Herr Direktor Gröl, unmöglich, was die sich erlauben! Haben mich tatsächlich mit ´ner Wassetpistole bedroht!“, schimpfte sie leise.
„Bedroht? Mit einer Wasserpistole …?“, echote der Direktor fassungslos.
„Ja, ich war klatschnass!!“
„So dreist sind die schon? Anstatt deswegen zu emckern, sollten Sie eigentlich stolz auf sie sein!“
„Also, das ist doch wohl jetzt ...“
Vor Zorn vergaß Hauch ganz das Hauchen und wurde lauter.
´Was doch Wut so alles bewirkt!`
"Tja, Gnädigste", konterte ihr Gegenübber in in ironisch-spitzem Tonall. “Als Sie sich für diese Aufgabe entschieden. wussten Sie ja, worauf Sie sich einließen. Seien Sie lieber froh, dass die nicht noch ganz Anderes mit Ihnen gemacht haben!“
„Wie bitte … !!??“
„Ja, richtig gehört! An welcher Geisteruni haben Sie denn studiert? Kann ja nur ´ne gefakte gewesen sein. Und im Übrigen: Wenn Sie mit ihnen nicht fertig werden, sind Sie hier falsch!“
Es war zuviel. Zum Glück verschlug es ihr dennoch weder die Gedanken noch die Sprache:
Ihr Gedanke:
´Der hält doch wirklich zu den Lümmeln!`
Dann laut zu ihm:
“Ach, so ist das also! Nicht mit mir. Ich gehe.Sofort!“
„Prima! Wegen Ihrer Unverfrorenheit, unsere Jugendlichen gar zu ´Ánstädndigkeit` verleiten zu wollen, beantrage ich jetzt gleich beim obersten Geistergerichtshof, dass Sie mit sofortiger Wirkung von hier ans weit entfernte Schloss ´Windhauch` verbannt werden. Dort passen Sie hin. Nicht nur Ihres Namens wegen! Können ja dort dann unanständig anständigen Unfug treiben!"
Eine Sekunde später lag das geharnischte Urteil vor und noch in der selben Nacht verschwand Hauch auf Nimmerwiedersehen, was den jungen Gespenstern sehr zugute kam, denn selbstverständlich durften sie die Erwachsenen auf deren Geisterfeldzügen begleiten und lernten dermaßen fiese Tricks, wie sie sich die so nie hätten selber ausdenken können.
Als jene Junggespenster einige Jahre später dann erwachsen waren, durften sie sich rühmen, die weithin gemeinsten Geister zu sein.
Hauch dagegen im Schloss Windhauch langweilte sich, denn die dort nur erlaubten harmlosen Tricks ödeten sie denn doch mehr und mehr an. Sehr rasch verging ihr der Spaß daran, ausschließlich Leute einschließen, Brieftaschen verschwinden lassen und Wände mit Farbe bekleckern zu dürfen. Weil sie gegen eines der wichtigsten Geistergesetze, nämlich die jungen Gespenster nach Kräften dabei zu fördern, zu schlimmen Unholden zu werden, in übelster Weise verstoßen hatte, musste nun diese Höchststrafe ertragen, Jahre um Jahre.
Und falls sie denn nicht doch irgendwann von diesem frustierend abwechslungs- und genauso schmählich anspruchslosen Geisterdasein erlöst worden ist, schließt sie auch heute noch Leute ein, lässt Brieftaschen nverschwinden und bekleckert Wände mit Farbe. Und dies dann eventuell gar Jahrhunderte lang.