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Schachmatt gesetzt!

Von tastifix Freitag 08.11.2024, 13:16 – geändert Donnerstag 21.11.2024, 06:56

Steffi drückte saich am liebsten knapp und präzise aus, meist in Dreiwort-Sätzen. Niemand musste etwa erst zwischen den Zeilen lesen, um dann die Zeilen selber verstehen zu können. War doch eigentlich ideal, aber auf Dauer den Lesern zu wenig aussagekräftig. Sie erwarteten Detaillierteres. Steffi hatte ein Einsehen, die Aussagen erfuhren Erweiterungen, die dem Detail dienten, die Sätze wurden länger, blieben aber immer noch sehr präzise. Die jeglichen Widerspruch ausschließenden faktischen Ausasagen stießen denn ebenfalls auf Widerstand, denn auch Fakten unterlägen einer eventuellen Veränderung und dies bliebe in ihren Ausführungen gänzlich unerwähnt. Zudem stelle die Wortwahl weiterhin einen zu geringen Anspruch an den Intellekt. Ja, es wurde ihr unterstellt, sie würde ihre Leser als dumm hinstellen. Was klar doch, nur zwischen den Zeilen zu erlesen war.

Wieder reagierte Steffi, erinnerte sich ihrer Schulzeit und vor allem des Lateinischen,und flochte immer mal wieder solcherlei Ausdrücke ein. Jetzt endlich wäre es genügend anspruchsvoll und würde sie von der angeblichen Schuld freisprechen, Andere für dumm zu erachten.
Na ja, hieß es dann, ihr Schreibstil wäre jetzt ja erheblich besser geworden, aber es gäbe da noch einen Haken: Alles sei so strikt formuliert, ließe so gar keinen Spielraum für eigene Überlegungen zu, erst recht nicht ür eine noch weiterreichende Fantasie. Steffi wurde es allmählich zu bunt, sie war sauer.
„Na, die werden sich wundern! Ich schreibe jetzt total unpräzise. Mal gucken, was daraufhin dann noch folgt!“
Aus den ehemals knappen Sätzen mit eindeutgier Aussage wurden ellenlange mit zig Nebensätzen, zudem sehr kompliziert formuliert. Die Leser arbeiteten sich die Haare raufend verzweifelt durch die literarartischen Bandwürmer, mussten sie meist mehrmals lesen, um sie entwirren zu können zu und saßen dann trotzdem ratlos da.
Was, verflixt, hatte Steffi überhaupt ausgesagt!?“

Unzufrieden nörgelten sie herum:
„ Für eigene Auslegungen ist kein Raum!!“
Daraufhin trieb es stSeffi nun auf die Spitze:
„Nun, Ihr wollt ves ja anscheinend nicht anders!“
Sie war diese unqualifizierten Kritiken endgültig leid. Jahaah, es gab da ja noch den Konjunktiv. Dann könnten die Leser herum fantasieren bis zum Gehtnichtmehr und sie hätte Ruhe. Schon fiel ihr das Passende ein und sie konfrontierte sie mit diesem Satz:
„Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, dass die Möglichkeit bestünde, dass die Möglichkeit bestünde und, wenn jene dann doch nicht, …, könnte sich ja eventuell eine andere Möglichkeit anbieten. Aber falls die dann … ,usw. “

Eine Welle der Empörung schlug ihr entgegen:
„Also ,das ist ja wohl … !Was denkt die sich eigentlich...? Wie kann sie nur … !!?“
Darin waren sich alle einig:
"Das muss deutlich enger eingegrenzt werden, strikter auf die eigentliche Aussage an sich hin deuten. So jedenfalls ists ´ne reine Zumutung!!“
Steffi beeindrucktem sie damit nicht. Im Gegenteil, sie amüsierte sich königlich.
„Na, dann eben jetzt mal so!“
Rieb sich die Hände und verfasste in hoch intellektuellem Stil, gespickt mit Lateinismen, erneut relativ knappe Sätze. Für fantasievolle Überlegungen blieb jedenfalls kein Platz.

Niemand meldete sich mehr. Schachmatt gesetzt!

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