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Im Stau!

Von tastifix Donnerstag 25.06.2026, 09:11 – geändert Donnerstag 02.07.2026, 06:49

Eigentlich hatten wir uns die Autobahntour anders gedacht.Tja, das Denken hätten wir beser den`Pferden überlassen! Obwohl die in diesem Fall auch ratlos gewesen wären.

Zunächst waren wir geduldig, dann bald nicht mehr so ganz, sondern ziemlich ungeduldig.
„Uns geht glatt en ganzer Urlaubstag verloren, wenn des hier so weitergeht!“, brummelte mein Mann.
„Schimpf nicht so! Wir stehen erst ´ne Stunde hier. Es geht bestimmt gleich voran!“
Er:
„Glaust Du doch selber nicht!“
Und Schaltete die Verkehrsnachrichten an:
„Auf der A X 10km Stau. Falls möglich, nutzen Sie eine Abfahrt!“
Mein Mann:
„Siehste, hab ich doch gesagt! Wir sitzen hier fest!! Am liebsten würde ich umkehren!“
Mich ergriffen berechtigte Zweifel an seinem augenblicklichen Gemütszustand. Vor uns, soweit das Auge reichte, Wagen an Wagen, hinter uns das Gleiche.
„Wie willste denn bitte hier zurücksetzen? Aus den nachfolgenden Autos Ziehharmonikas machen?“
Ich dachte unwillkürlich an die auf uns zukommenden Schadensersatzklagen. Zwar hatten wir eine Versicherung., aber ...
„Mensch, warum sagen die denn nicht, wehalb hier solch ein Chaos herrscht?“
Erneut, mit noch mehr Nachfruck, schaltete er den Verkehrsbericht ein. Diesmal stellte er den noch lauter, als ob er ihm so endlich die Freudenbotschaft entlocken konnte, dass auf der A X der Stau bald behoben sein würde.Noch aber lag dies in weiter Ferne.
Stattdessen:
„Tja, meine lieben Zuhörerinnen und Zuhörer, die Sie wahrscheinlich entweder auf Hundert oder gar schon halb verzweifelt sind: Leider ists so, dass es nicht abzusehen ist, wann sich die Situation auf der A X entschärfen wird! - Doch bekommen wir seoben die Nachricht, dass Getränke verteilt werden soillen. Wir informieren Sie, sobald es Neuigkeiten gibt!“
Und welche könnten des dann sein, bitteschön?“
Ich zögerlich:
„Vielleicht, dass wir noch heute tatsächlich Narboinne erreichen könnten ...“
Sein Blick darauf sagte alles, ích verstummte. Nein, so denn doch nicht:
„Statt dieser Nobelkarre (Carisma) hätten wir uns ´nen fliegenden VW-Käfer holen sollen. Dann wären wir jetzt längst weg!“
Tja, sowieso totaler Blödsinn und er jetzt schwer beleildigt. Wie hatte ich aber auch nur so etwas in Betracht ziehen können, solch eine Vielleicht-Rostlaube dem eleganten nachtblauen Carisma vorzuziehen, jenem Wagen, auf den er so stolz war.

Während er noch empört guckte, schickte ich meine Fantasie auf Reisen. Vor meinem inneren Auge startete ein geflügelter Adler-VW, Spannweite mindestens vier Neter, senkrecht in die Höhe und ließ mit wenigen majestätischen Flügelschlägen die moderne Autokolonne unter sich zurück. Auch unsere vierräderigen Kameraden empfinden wohl Frust,Trauer, Freude und - auch Triumph. ´Raketchen`, wie ich das Oldtimerchen nannte, linste also nach unten und konnte ein lautes Sieghupen nicht unterdrücken.
Es hieß:
„Steht Euch gerne noch länger die Räder in Eure Karosserie! Ich bin weg!“
Wie, um seinem Namen alle Erhe zu machen, legte er noch an Geschwindigkeit zu und schoss regelrecht dahin. Bereits eine halbe Stunde später setzte er zur Landung in Nabonne an und stoppte direkt vor unserer Pension.
„Hab Durst!“, erklärte er.
Ich spendierte ihm eine Riesenmahlzeit und er durfte sich auf dem Parkplatz ausschlafen.
„Toll gemacht, Raketchen!“, lobte ich.

Leider beförderte mich in dem Moment ein wütender Aufschrei in die Realität zurück.
„Was hast Du denn plötzlich?“
„Haste denn das gerade nicht mitbekomen? Jetzt werden Brötchen mit Currywurst verteilt!“
„Wiie!?“
„Die rechnen anscheinend damit, dass wir hier noch Stunden zubringen werden!“
„Haben sie denn endlich gesagt, was los ist?“
„Ein heftiger Auffahrunfall: Ein ausscherhender Bus ist mit einem Pkw zusammen geknall und drei nachfolgende Wagen sind aufgefahren. Der Fahrer dws Busses muss angetrunken gewesen sein. Kann ich es mir nicht anders vorstellen. Unmöglich! Der Bus war voll besetzt wie auch die Pkw. Die Menschen alle schwer verletzt, ein Toter!“
.Bis dann die Rettugnssanitäter vor Ort sind, danach die Erstversorgung der Verletzten, deren Abtransport ins Krankenhaus wie auch der des Ttoten und danach noch die Räumung der Fahrbahn … Das kann noch lange dauern!“
´Angetrunkener Fahrer! Dass das keiner zuvor gemerkt hat!`, dachte ich erschüttert.

Während wir darüber noch nachdachten, war uns der verlorene Urlaubstag fast egal ...

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