Ja doch extrem unwahrscheinlich!
Von
tastifix
Mittwoch 24.06.2026, 08:02 – geändert Donnerstag 25.06.2026, 05:55
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tastifix
Mittwoch 24.06.2026, 08:02 – geändert Donnerstag 25.06.2026, 05:55
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Es piepte von allen Seiten. Ich hätte mich ja darüber freuen können, aber an jenem Tag beunruhigte es mich eher. Weil ich als Kind selber einen Vogel hatte, nämlich einen Kanari (um abwegigen Gedanken vorzubeugen), verstand ich deren Sprache recht gut.
´Piepiep`meinte:
„O je!“
Das erregte Zwitschern galt nicht etwa der Warnung vor einer Katze, sondern vor etwas noch viel Schlimmeren.
Besorgt fragte ich:
„Was habt Ihr denn?“
„Es ist so schrecklich, piep!“
„Wie sollen wir denn in Zukunft …, , krächz?“
„Könntet Ihr vielleicht mal deutlicher werden? Ich weiß jetzt immer noch nicht, weshalb Ihr Euch so aufregt?“
Die Meisen und Zaunkönige verstummten. Selbst mein Amselfreund Ambrosius hielt ausnahmsweise den Schnabel.
„Es muss sich um etwas handeln, dass alle Vögel an geht!“
Emilie, die Hauselster, ein besonders gescheites Elsternmädchen, flatterte auf meine ausgestreckte Hand.
„Emilie, worum geht’s?“
„Wir wissen uns keinen Rat mehr: Kaum noch Insekten, also keine leckeren Mücken, kaum noch Fliegen und selten nur noch Regenwürmer. Ändert sich nichts daran, verhungern wir alle!“
ich erschrak:
´Eigentlich bin ich eher froh, dass es von den Stechtieren weniger als noch vor ein paar Jahren gibt, bedeutet jedoch für die Vögel einen schweren Schicksalsschlag. -Tja, pro Jahr sterben ungefähr 1000 Tierarten aus. Daran tragen wir Menschen Mitschuld!`
Noch immer hockte Emelie völlig kleinlaut auf meiner Hand.
„Emelie, des Winters über findet Ihr Futter in den Häuschen, die wir Menschen für Euch aufstellen und selbst in den wärmeren Monaten werden Euch viele Leckereien spendert. Also: Ganz so pessiistisch brauchst nicht zu denken!“
„Na ja“. meinte sie leise: „Auf die Dauer reicht des aber nicht aus. Wie sollen wir denn unseren Nachwuchs satt bekommen?“
„Hm, Ihr diskutiert doch die ganze zeit schon so lebhaft. Ist Euch etwas eingefafallen, was Euch helfen würde?“
Plötzlich wurde sie munterer:
„Ihr könntet ja Mücken für uns züchten oder auch Regenwürmer. Die vermehren sich dann ganz schnell und uns geht’s wieder gut!“
„Emelie, Du glaubst doch nicht wirklich, dass wir uns pausenlos Mückenstichen aussetzen ...“
„Nein, müsstet Ihr ja gar nicht …“
„Hääh??“
„Die würden wir doch futtern!“
„Und danach?“
„Kein Problem. Sagte ich doch bereits: Die vermehren sich ja und wir leiden nie mehr Hunger - bitte!“
Die Knopfaugen schmalzten mich an. Aber ... :
„Du, das halte ich für keine gute Idee. Ihr Elstern und auch die anderen Raben seid doch bekannt dafür, wie pfiffig Ihr seid. Laßt Euch etwas Anderes einfallen! Wie wäre es, Ihr würdet dies nochmals zusammen mit allen Vögeln dieser Welt erörtern?“
„Die Diskussion mit den kleinen Singvögeln hat nichts gerbracht.Die resignieren ja sofort. Aber Du hast recht: Erstens sind wir Raben sehr klug und zweitens geben wir auch nicht so schnell auf!“
„Eben!!“
An den darauf folgenden Tagen war das Krächzen im Garten kaum auszuhalten. Es klang tatsächlich, als ob sich alle Raben der Welt hier bei uns versammelt hatten.
„Na ja, nehme ich in Kauf. Vogelweltsicherheitskonferenez!“
Erst gegen Abend des siebenten Tages kehrte wieder Ruhe ein. So heftig und dermaßen lange lautstark zu diskutieren strengt extrem an und meine gefiederten Freunde waren wohl total erschöpft!
´Ob wohl oder falls überhaupt, dann was dabei raus gekommen ist?!“, war mein letzter Gedanke, bevor ich, gleichfalls groggy, einschlief.
Am nächsten Morgen erwartete mich nicht allein Emelie, sondern ihre ganze Rabenfamilie wie auch die Meisen, Zaunkönige und Amseln.
„Wir haben Dir etwas Wichtiges mitzuteilen ...“, begann Emelie.
„So, und was? Habt Ihr eine Lösung für Euer Problem gefunden?“ -´Bite keine Mückenzucht doer ähnliche Vorschläge!`, flehte ich insgeheim.
Die Schar dort vor mir wirkte so gar nicht mehr geknickt, sondern reckte swlbstbewusst die Schnäbel in die Höhe.
„Und??“
Emelie beruhigte mich:
„Du, in Zukunft brauchen wir weder Mücken noch andere Insekten und auch keine Regenwürmer!“
„Wiiieee bitte!?“
Verständnislos musterte ich sie.
„Wir haben uns entschlossen, unsere Ernährung umzustellen!“
„Wie denn das!?“
„Wir werden Vegetarier!!“