Lisa und das Meer (6)
Von
tastifix
Samstag 16.08.2025, 13:59 – geändert Samstag 30.08.2025, 08:24
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tastifix
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"Haui,musst Du unbedingt so flitzen?“
„Ja, muss ich!“
„Trag Du mal eine Wildtierkamera und achte die ganz Zeit darauf, dass Du sie bei diesem Tempo ja nicht verlierst!", stöhnte Lauschi, einer der Delfine.
„Tja, sollen wir tauschen? Statt der leichten Kamera schleppst Du dann meinen schweren Hammer! Mal gucken, wie Dir das gefallen würde!!"
Keine Antwort. War ja auch eine. Klar, Lauschi war beleidigt.
Trotzdem fragte er wenig später:
„Sag mal, schwimmen wir jetzt eigentlich sofort weiter zum Schiff?"
„Na, Du hast vorhin ja vwohl so gar nicht zugehört!! Nur dort gibts ja vielleicht etwas, was für uns von Nutzen sein könnte! - Alles klar jetzt?"
Lauschi sagte nichts mehr.
„Wieso denn ausgerechnet dort?“, fragte Delfin Knopf.
Anscheinend hatte der ebenfalls nur ab und zu wirklich hin gehört.
´Darf doch nicht wahr sein!`, grummelte Haui ärgerlich. “Also, nochmal ganz langsam: Wir paddeln zum Schiff, weil wir ja erst etwas finden müssen, was wir zur Sicherung unserer Landesgrenze verwenden können! Habt Ihr das jetzt endlich verstanden oder immer noch nicht?“
„Achsoo ...“, sagten die die Zwei.
Haui konnte es kaum fassen:
„Und Ihr nennt Euch Polizisten! Ihr wäret in der Delfinkita besser aufgehoben!"
Das war zuviel. Nun war auch Knopf beleidigt.
Die anderen zwei beiden zwei Delfine mahnten:
„Hört auf, Euch zu zanken! Ist ja lächerlich! Wir haben weitaus Wichtigeres zu überlegen!“
„Jaah??“
„Allerdings!“
Delfin Denki, der neben Pfiff als der intelligenteste der Truppe galt, wollte wissen:
„Wieso eigentlich sitzt der König mit den drei Mädchen, Kecki und Drolli jetzt daheim im Schloss anstatt hier mitzuhelfen!?“
„Weil er die ganze Zeit schon am Plan arbeitet, wie wir dann weiter vorgehen sollen!!“
Inzwischen hatten sie die Grenze, die beiden steil hochragenden Felsen, erreicht, die das Tor zum offenen Meer bildeten. Denki hatte sich wieder beruhigt und bewies, wie toll er zu denken verstand:
„Haui, wie nur sollen wir an denen etwas sehr Großes festmachen? Guck Dir mal an, wie unterschiedlich weit deren Vorsprünge übers Wasser reichen?“
Sie wollten gerade noch darüber nachgrübeln, als Haui stutzte:
„Psast Hört Ihr auch diese eigenartigen Geräusche dort draußen? Wir sollten besser vorsichtig sein!"
Aufgeschreckt und ängstlich sahen die Delfine ihn an:
„Aber, Du denkst jetzt nicht, dass etwa Murks … ?“
„Nein, eher nicht! Wahrscheinlich sinds Wale, die entweder jagen oder auch spielen."
Unsicher, ob es wirklich die Wale wären, warteten sie lieber noch etwas ab.
„So, ich höre von dort nichts mehr. - Also voran!“
Sicherheitshalber immer wieder nach allen Seiten Ausschau haltend, schwammen sie weiter. Zum Glück lag ihr Ziel nicht mehr weit entfernt.
„Da vorn! Ich kann es schon erkennen. Schaut zielmlich kaputt aus. Vielleicht gabs ´nen schlimmen Surm, dass es deswegen gesunken ist!“
Aufgeregt näherten sie sich dem Wrack. Das Schiff lag bestimmt schon viele Jahre dort und war von Algen und anderen Schlingpflanzen fast vollständig überwuchert. Auch hatten sich Muscheln angesiedelt. Von der einstigen Schönheit war nichts geblieben. Haui und den Delfinen wurde es eigenartig zumute. Nein, Angst war es nicht, aber jetzt um dieses uralte zerstörte Schiff herum zu schwimmen, war fast ein wenig unheimlich.
„Die armen Menschen! Ob sie vor ihrem Tod noch sehr gelitten haben?“, fragten sich die Delfine. "Damals waren bestimmt keine Delfine in der Nähe. Die hätten sonst versucht, sie zu retten!“
„Muss schrecklich gewesen sein, als das Schiff versank!“, murmelte Haui ganz leise.
Er nahm sich sehr zusammen, um nicht länger daran zu denken und meinte:
„So, die Kameras befestigen wir ringsherum an den Gelädnerresten. Wenn sie ein großes Tier gefilmt haben, blinken sie auf.“
Es war einfacher als sie geglaubt hatten und somit schnell erledigt. Nun würden sie sich das Schiff von innen ansehen.
Viele kleine Fische nutzten es als Versteck und verbargen sich bei Gefahr hinter all den Säulen der Durchbüche, den Resten früherer Wände, zwischen denen das Wasser ruhig dahin floss. Die Wasserstraße war so breit, dass Haui und die Delfine sie ohne Schwierigketien, etwa stecken zu bleiben, nutzen konnten. Durchbruch folgte auf Durchbruch.
„Es müssen sehr viele Räume gewesen sein!“
Ab und an streifte sie eine von Balken herab hängende Alge, was sich anfühlte, als ob jemand sie streicheln würde. Überhaupt sahen sie nirgends etwas Bedrohliches. Abgesehen von dem leichten Plätschern, wenn die Fischchen vorbei paddelten, herrschte stille. Eine Stille,die sicherlich noch Geheimnisse barg. ...