Nein, ich will kein Weihanchtsbaum werden! (1)
Von
tastifix
Dienstag 19.11.2024, 09:24 – geändert Donnerstag 21.11.2024, 06:26
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von
tastifix
Dienstag 19.11.2024, 09:24 – geändert Donnerstag 21.11.2024, 06:26
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Die jungen Tannen in der Baumschule unterhielten sich darüber, welche vornehme Aufgabe ihnen zugedacht werden würde.
„Wie, welche denn?“,fragte ein sehr junges Bäumchen.
Anders als die Anderen, die kräftig und gesund wirkten, sah es mit seinen drei dürren Ästen geradezu jämmerlich aus.
„Na, Du musst Dir allerdings noch viel Mühe geben, zu wachsen, damit Dir dann auch jene Ehre zuteil wird!“
„Stimmt es, dass die Menschen uns in ihre Häuser bringen und wir dann toll geschmückt werden?“
"Ja, wir dürfen das Weihnachtsfest mitfeiern, schöne Lieder anhören und zusehen, wie die Kinder, aber genauso die Erwachsenen sich über Geschenke freuen!“
„Aber warum? Was ist denn Weihnachten?“
„Tanni, sie gedenken jedes Jahr der Geburt eines Kindes vor langer Zeit, das später, als es erwachsen wurde, viel Gutes getan hat!“
"Dieses Fest ist der Höhepunkt unseres Tannenbaumlebens!“, ergänzten sie noch stolz.
„Doch Raschel hat mir erzählt, dass die uns nach dem Fest einfach wegwerfen, wir dann sterben. Aber wir sind doch alle noch so jung … Das ist so gemein!!“
Die Andere nschwiegen, Tanni grübelte:
´Nein, nicht mit mir!`
„Hört mal! Ich mach da nicht mit. Ich werd eben kein Weihnachtsbaum. Ich will ein Laubbaum werden! Dann darf ich ganz alt werden!“
„Tanni, wenn die sehen, dass hier ein Lubbäumchen wächst, dann reißen sie Dich sofort raus!"
Tannenmeise Pieps,Tannis beste Freundin, hatte aufmerksam zugehört. Beunruhigt flatterte sie zu ihm und piepte ermahnend. Aber Tanni trotzte weiter. Schließlich seufzte Pieps:
„Zwerg Gärnerli, vielleicht hilft er Dir ja,wenn ich ihm sage, weshalb Du so traurig bist!“
Der Zwerg wohnte am Fuß des Hügels, auf dem die Baumschule stand und kümmerte sich stets fürsorglich um die Baumschulkinder. Den kleinen Tanni mochte er besonders gern.
„Das würdest Du für mich machen, Pieps?“
„Klar doch. Wir sind ja Freunde!“
Und schon flog Pieps davon zu Gärtnerli. Der fegte gerade den Weg vor seiner Zwergenhöhle.
„Gärtnerli! Tanni braucht Hilfe!“
„Oje, ist er etwa kirank? Was hat er denn?“
Pieps erklärte ihm, worum es ging.
„Pieps, eigentlich darf ich das nicht …“
„Ach bitte, Gärtnerli! Tanni ist dermßen unglücklich ...“, bettelte Pieps und guckte geknickt.
Es rührte den Zwerg:
„Na gut, Pieps. Ich red nochmal mit ihm!“
Als er dann bei Tanni angekommen war, erschrak er, wie kahl der ausschaute.
„Tanni, ich erfüll Dir Deinen Wunsch. Aber ungefährlich ists nicht!“
„Ich will es aber!!“, blieb Tanni hartnäckig.
Der Zwerg murmelte ein paar Worte und prompt stand dort ein Laubbaumkind, dessen Zweige kräftig grüne Blätter trugen.
„Danke, Gärtnerli, danke Pieps!“, jubelte Tanni. „Nun darf ich ganz groß werden!“
„Tanni, toi, toi,toi!“
Der Zwerg wanderte fix zurück nachhause. Derweil wollte Tanni Tanni sich von den Anderen bewundern lassen:
„Na, erkennt Ihr mich noch, so hübsch, wie ich jetzt bin?“
Jene machten sich nur noch mehr Sorgen um ihn.
„Hoffentlich geht das gut, Tanni!“
Der Frühling endete, ein heißer trockener Sommer folgte. Zum Glück schleppte Gärtnerli große Gießkannen heran und versorgte die Bäumchen mit Wasser, so dass sie nicht dürsteten und ständig wuchsen. Doch bald löste der Herbst den Sommer ab, brachte schlimme Stürme und es wurde ständig kälter. Den größeren Tannenbaumkindern machte es nicht viel aus. Sie trugen ja ihr dichtes Nadelkleid. Tanni, das winzige Laubbäumchen dagegen, verlor alle Blätter, war dem Wetter schutzlos ausgeliefert und fror erbärmlich.
„Ich halt es nicht mehr aus!“, jammerte er.
Die Anderen wollten ihn mit ihrenZweigen abschirmen, aber vergeblich. Tanni dachte an die Warnungen seiner Kameraden, Piepsis undd vor allem an die des Zwerges:
„Pieps! Pieps!!“, rief erverzweifelt.
Alle Tannenbäume raschelten dazu möglichst laut. Sofort eilte Pieps herzu.
„Tanni, siehste, das kommt davon! Aber ich flieg schnell zu Gärtnerli. Der mag Dich ja sehr und vielleicht ,,,"
„Ach ja, wenn ich doch nur wieder ein Tannenbäumchen wäre“, jammerte der. ....