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Nein, ich will kein Weihnachtsbaum werden!! (2)

Von tastifix Dienstag 19.11.2024, 09:26 – geändert Donnerstag 21.11.2024, 06:11

Zum Glück war Gärtnerli daheim. Als Pieps anklopfte, wusste er sofort, dass irgendetwas mit Tanni los war.
„Bitte hilf, dass er wieder ein Tannenbaum wird! Er hält die Kälte nicht mehr aus!“
„Das hab ich kommen sehen! Der kleine Sturkopf! Schnell zu ihm, bevor es zu spät ist!“
„Tirili!“, freute sich Pieps und flog vorweg, der Zwerg rannte hastig hinterdrein. Bei Tannis Anblick blieb ihm die Schimpfe in der eKehle stecken. Er murmelte erneut einen Zauberspruch und Tanni verwandelte sich zurück. Aus Mitleid hatte ihm Gärtnerli gleich noch mehrere Äste zusätzlich angewünscht. Das dichte Nadelkleid wärmte so toll, dass Tanni fast gar nicht mehr fror und den Zwerg dankbar anstrahlte.
„Ich war so dumm!“, gab er zu.
„Stimmt!!“, bekam er noch zu hören, dann verschwanden der Zwerg und die Meise wieder. Als es dann im Winter gar eisig wurde, bemühten sich die Kameraden, Tanni auch weiterhin zu schützen. Zwar war der auch gewachsen, aber dennoch längst nicht so groß wie sie selber.

Kurz vor Weinachten wurden die Tannenbäume auf die Weihnachtsmärkte transportiert, die kleineren von ihnen in Pflanztöpfe gesetzt und zu Gärtnereien gefahren. Tanni war einer von ihnen. Gespannt beobachtete er die Menschen:
„Wer mich wohl kauft?“
Schon am Tag darauf musterte eine junge Familie die kleinen Bäume. Die zwei Kinder, ein Mädchen und ein Junge, blieben vor Tanni stehen:
„Mam,a, Papa, ist der aber niedlich! Bitte, nehmen wir den?“
Bettelnd schauten sie die Eltern an. Die waren einverstanden.
„Mama, was passiert mit den großen Bäumen, wenn Weihnachten vorbei ist?“, wollte Svenja wissen.
„Die werden abgeholt!“, antwortete Mark, ihr Bruder.
„Papa, sind die armen Bäume dann tot?“, schluckte Svenja.
Mark, der ihr ansah, wir traurig sie wurde, flüsterte seinem Vaater schnell etwas zu:
„Du, Papa ,wir haben doch ...“
Der lächelte.
„Psst, Mark! Verrat es nicht ...“
„Hmm ...“, meinte Mark daraufhin nur zu Svenja.
Tanni wars halb schlecht vor Angst. Wie würde es ihm ergehen??
Der Vater verstaute Tanni ins Auto und die Familie fuhr heim. Der kleine Tannenbaum staunte, wie schön es dort war. Ja, ein Haus auf einem großen Grundstück.
´Svenja und Mark haben viel Platz zum Spielen!`, sagte sich Tanni.

Am Vorabend des Weihnachtsfestes stellten sie ihn ins Wohnzimmer und schmückten ihn mit Kerzen, Kugeln, Holzfiguren und oben an der Spitze seines höchsten Astes befestigten sie einen Holzstern. Als Heiligabend dann auch die Geschenke um dem Baum lagen, sah es sehr romantisch aus. Die Kerzen wurden angezüdnet und Tanni bewunderte sich im breiten Fenster.
„ich seh ja toll aus!“
Die Angst, was wohl nach den Feiertagen geschehen würde, war vergessen.

Die drei schönen Tage vergingen viel zu schnell und Tanni wurde abgeschmückt. Ohne all die Zierde wirkte er ziemlich unscheinbar.
„Mama, was machen wir jetzt mit ihm? Muss der auch an der Straße liegen wie die anderen Bäume?“
Svenja guckte verdutzt, denn die Eltern und auch Mark lachten.
„Nein, Kleines! Er wird im Garten stehen!“
Svenja strahlte.
„Cool! Dann bleibt er noch viele Jahre bei uns und wird ganz groß werden. Wie die Tannen im Wald!“
Tanni hätte am liebsten vor Freude mit den Zweigen gewedelt, aber ohne Wind klappte das nicht.
Schon am Tag darauf pflanzten sie Tanni ein.
„Du wirst bestimmt mal ein toller Baum!“, meinte Svenja noch.

Die Jahre verstrichen, Svenja und Mark wurden erwachsen und zogen aus. Ihr Tanni war zu einer prächtigen Tanne geworden und es war eine Freude, ihn anzuschauen. Den Eltern aber wurde ohne die Kinder das Haus mit dem Garten zu groß und bereitete auch zuviel Arbeit. Sie gaben eine Anzeige auf und bald meldete sich eine Familie mit drei Kindern. Es wurde Sympathie auf den ersten Blick zwischen ihnen. Sie verstanden sich ausgesprochen gut und, nachdem alles geregelt war, verabredeten sie ein Wiedersehen, dem dann viele weitere folgten. Sie wurden enge Freunde.

„Was haltet Ihr davon, wenn wir hier gemeinsam Weihnachten feiern? Einen tollen Baum haben wir ja schon!“
Am Festabend saßen sie dann bei einem leckeren Essen zusammen und erzählten und erzählten. Ab und an schauten die Eltern nach draußen zu der Tanne und freuten sich.
„Wir werden sie immer wieder sehen, so, als ob es noch unser eigener Baum wäre!“, dachten sie froh.

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