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Nikolaus erzieht Engeltwens

Von tastifix Mittwoch 19.11.2025, 14:24 – geändert Freitag 21.11.2025, 08:24

Nikolaus stand kurz davor, zu verzweifeln. Den Engeltwens war nicht mehr beizukommen. Ausgerechnet jetzt so jurz vor Weihnachten tanzten sie ihrem weißbärtigen Freund auf der Nase herum. Von Respekt dem heiligen Mann gegenüber konnte keine Rede sein.

Zum Glück hatte Gott in weiser Voraussicht vor wenigen Wochen eine Spülmaschine bewilligt, um das vorfestliche Chaos wenigstens noch etwas zu begrenzen. Zudem war ja denn doch der Arbeitsaufwand, alles mit der Hand reinigen zu sollen, unzumutbar. Die Engel hätten am nachfolgenden Tag vielleicht gar wegen schrecklichen Muskeelkaters zu Bett gelegen, dem armen Nikolaus die Ohren voll gejammert und wären für keine Aufgaben mehr einzusetzen geewesen. So aber schaute er zu, dass die Engelschar die Spülmaschine, nun Blitzi genannt, öfters mit liebevollen Blicken beedachte. Wie es schien, genoss Blitzi diese Zuwendung als wie slbstverständlich, denn sie entlastete die ja enorm.

Aber anscheinend war den Engeltwens inzwischen selbst der kleinste Handgriff zuviel und sie nutzten jede Chance, sich vor allen lästigen Pflichten zu drücken. Nikolaus` Schelte ignorierten sie bereits seit Tagen total, benahmen sich eher wie Bengelengel statt wie wirkliche Engel und an diesem Abend trieben sie die Unverschämtheiten auf die Spitze: Nicht allein, dass sie nach dem Mahl das Geschirr schmutzig auf dem Tisch stehen ließen, nein, ein Engel griff sich tatsächlich Teller,Tasse. Glas und das Besteck und schob alles vom Tisch. Die Utensilien feinster Esskultur knallten aufs Parkett, es schepperte und klirrte fürchterlich.
„Sah sowieso grässlich aus!“, kommentierte er es noch frech und verdrückte sich fix.
Sollte Nikolus doch sehen, wie er der Schweinerei Herr werden würde.

Aber der war ja nicht mehr dder Jüngste, wenn auch noch längst nicht so alt wie sein Chef, und dachte nicht daran, etwa einen dritten Bandscheibenvorfall zu riskieren. Nein, es reichte ihm jetzt endgültig, kniete hin, faltete die Hände und erbat göttlichen Rat.
„Nikolaus, Schelte bringt da nichts! Mach das mal ganz anders!“
„Wie denn?“
„Du forderst immer das Gegenteil dessen, was Du erreichen möchtest!“
„Nee, darauf fallen die doch nicht rein, oder? Die sind ja nicht blöd!“
Insgeheim stellte er sich vor, was dann folgen könnte: Die Engeltwens würden sich noch Schlimmeres einfallen lassen, um Nikolaus auf de Palme zu bringen. Hätten ja so quasi de Erlaubnis bekommen.
„Und dann, wenn das jeweilige Malheur schon passiert ist, dembezüglich meinen Chef noch um Hilfe zu ubitten, wäre ja Unsinn!“

Derweil also Nikolaus noch diesen Überlegungen nachhing, redete Gott seinem Diener eindringlich gut zu:
„Du, versuchs nochmnal! Garantiert sind die so baff, dass sie ganz vergessen. was sie eigentlich als nächsten Streich geplant hatten!“
„Hm, Chef!“, meinte Nikolaus zögerlich.
Ihn wirklich deutlich zu kritisieren, wagte er nicht. Dies wäre höchst ungehörig gewesen und zudem ist ein beleidigter Chef nicht gut zu ertragen. Vor allem seiner nicht, der ja allwissend, allmächtig und auch unfehlbar war.
´Im Moment ist aber vom Ltzteren nicht so ganz viel zu merken!`
Weil ihm selber nichts Besseres einfiel, beschloss er, den Tip anzunehmen und es tatsächlich mal ddarauf ankommen zu lassen.
´Hoffentlich zerdeppern die dann nicht die ganze Einrichtung!- Bin ich froh, wenn deren Engelhochpubertät endlich vorbei ist!`
Ausgerechnet dann erinnerte er sich erschrocken des riesigen Bildes seines Chefs im verschnörkelten Goldrahmen in der Empfangshalle des Schlosses.
´Áu weia, wenn das etwa …`
Er dachte den Gedanken lieber nicht zuende.


Anderntags, als alle zusammen saßen, stutzten die Engel, dass Nikolaus, egal, welche Bemrkungen fielen oder genaauso die Tischmanieren arg aus demRahmen, so gar nicht darauf entsprechend reagierte. Dagegen befahl er:
„Also: Ihr wascht Euch vorm Essen auf keinen Fall die Hände, die Gedecke werden nicht wie üblich ausgerichtet. Das Besteck fast unter die Teller anstatt im 2cm-Abstand seitlich neben den gelegt und die Servietten … Ja nu: Die habt Ihr nach der Mahlzeit zerknüllt auf den Teller zu legen oder besser noch, nach Gebrauch, um den Mund abzuwischen oder auch die Nase damit zu putzen, umitten auf den Tisch. Und wehe, wenn Ihr es Euch einfallen lasst, etwa kerzengerade zu sitzen und die Beine gar unterm Tisch ruhig zu halten! Ist das klar?“

Gelassen ließ Nikolaus den Blick in die Runde schweifen. Die versteinerten Mienen der Engeltwens verrieten Bände. Sie waren total verunsichert. Minutenlang herrschte eine himmlische Stille, wie es sich Nikolaus und auch die Engel in den letzten Wochen oft gewünscht hatten. Doch dann …:
„Hää!??“
Die versteinerten Mienen wandelten sich plötzlich in besorgte:
„Nikolaus, ist was? Bist Du krank?“
„Nein, wieso?“, fragte der zurück.
„Na ja, weil Du so anders bist ...“, ergänzte der Freund des ersten Engels.
„Genau! Nikolaus, das kannste doch nicht ernst meinen, dass wir ...“
„Also, so nicht! Ist doch unmöglich!“, argumentierte ein dritter Engel.
„Eben“, stimmten die Anderen zu, „Nicht mit uns. Wir wissen, was sich geziemt!“

Am Abend darauf erwartete Nikolaus, als er den Spesesaal betrat, eine Riesenüberraschung.
„Wow!“
Der Raum glänzte vor Sauberkeit, auf dem blütenweißen Tischtuch stand Nikolaus` Lieblingsporzellan mit seinem Konterfei darauf und daneben lag ein hübsch gefalteter Serviettennikolausstiefel. Und mittig auf der Tafel stand ein goldener Leuchter mit vier roten Kerzen. Die Tafel sah schon fast aus wie die zu Weihanchten.
Aber viel auffälliger war: Alle Engel waren wohlfrisiert, deren Kleidung anscheinend frisch gebügelt und die Hönde warten auch gewaschen.
„Nikolaus, wir haben uns dermaßen daneben benommen! Verzeist Du uns? Kommt auch nie wieder vor!“, baten sie.
Nikolaus nickte nur. Vor Rührung brachte er kein Wort heraus und musste sich zusammen nehmen, dass ihm nicht die Tränen kamen.

Die rannen ihm dann über die Wangen, als er abends spät noch mit seinem Chef sprach:
„Herr, ich hatte gezweifelt, ob es so klappen würde. Aber Du hast ja gesehen, wie schön sie alles vorbereitet hatten. Sei mir nicht böse, dass ich wegen Deines Rates so unsicher gewesen war. Obwohl ich doch weiß, dass Du nicht fehlen kannst! - Bitte!“

Sein Chef lächelte nur nachsichtig.

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