Patschi und Löffel
Von
tastifix
Samstag 05.04.2025, 01:16 – geändert 06.04.2025, 07:43
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tastifix
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Am Waldrand in der Nähe einer in allen Farben des Regenbogens leuchtenden Blumenwiese kamen zwei Hasenkinder zur Welt. Als sie einige Tage darauf die ersten Hopser auf die Wiese machten, trafen sie einander, beschnupperten sich und mochten sich sofort gut leiden. Es waren ein Mädchen und ein Junge. Das Mädchen hieß Patschi und der Junge Löffel.
´Patschi` wurde so gerufen, weil sie so gerne mit den Pfoten auf dem Boden herum trommelte und dabei machte es jedes Mal deutlich ´patsch`. Löffel hatte sden Namen, weil er so sehr lange Ohren hatte, eben so richtige Löffel.
Die Zwei schwärmten für die selben Spiele wie Nachlaufen und Verstecken und tobten zusammen herum. Sie zankten sich nie, sondern verstanden sich prima.
Patschi und Löffel wurden älter und besuchten gemeinsam die Hasenschule. Immer noch waren sie unzertrennlich und liefen Pfote in Pfote. War ein fremder Hasenjunge böse zu Patschi, knallte Löffel dem eins, dass jenem Hören und Sehen verging und er schnellstens Reißaus nahm. Ärgerte jemand Löffel, verteidigte Patschi wütend ihren Freund.
In der Schule lernten die Beiden, dass mussten sie ein Hasenleben nicht nur ausgesprochen schön, sondern genauso sehr gefährlich war. Vor großen Raubvögeln, dem Fuchs, den Hunden und vor allem den Jägern mussten sie auf der Hut sein. Die Jäger waren die Menschen mit den Flinten. Bollerten die los, dann war größte Vorsicht angesagt. Viele der jungen unerfahrenen Häschen wurden zur Beute und starben, bevor sie richtig gelebt hatten. Patschi und Löffel aber waren sehr aufmerksame Schulkinder, spitzten die Ohren und merkten sich jedes warnende Wort des Lehrers. Doch häufig ging es auch fröhlich zu und die Hasenkinder lachten oft. Lehrer ´Schnupper` erzählte nämlich viel Lustiges. Außerdem verriet er ihnen, wo besonders wohlschmeckende Leckereien zu finden waren. So wuchsen in den Gärten der Menschen die von allen Hasen sehr begehrten Möhren und Salatköpfe. Leider aber aßen die Menschen die gerne selber und die Hasen mussten sehr flink sein, wenn sie versuchten, einige davon zu entführen.
Hasen werden schnell erwachsen. Patschi war ein bildhübscher Teenager und Löffel ein ebenso schöner Twen geworden. Schon viel mutiger, geworden wagten sie bereits lange Ausflüge. Eines Tages, als sie unbekümmert durch den Wald stromerten, vernahmen sie plötzlich ein eigenartiges, bedrohlich klingendes Schnaufen.
„Was ist das?“, bibberte Patschi.
„Keine Ahnung!“, meinte Löffel verunsichert.
Irgendwie witterten sie Gefahr und duckten sich platt ins hohe Gras. Das Schnaufen wurde srändig lauter. Löffel riskierte einen Blick nach oben und erstarrte. Nicht weit entfernt stand einer ihrer Todfeinde, ein Fuchs. Der hatte sie anscheinend schon gerochen, schlich nun näher, verhielt kurz und wartete wohl den günstigsten Moment ab, um anzugreifen nund sich jene leckere Mahlzeit zu schnappen.
„Löffel, ich hab` solche Angst! Ich will nicht gefressen werden!“
Patschi drängte sich ganz eng an Löffel.
„Patschi, rühr` Dich nicht von der Stelle, ja?“
„Was hast Du denn vor?“, zitterte seine Freundin.
Doch Löffel antwortete nicht, sondern stellte sich auf seine vor Furcht wackelnden Läufe.
´Der darf meine süße Patschi nicht kriegen!`
Und schon war er verschwunden. Er brachte sich nicht etwa in Sicherheit, sondern hopste direkt auf den Fuchs zu. P?rompt leckte sich der gemeine Kerl das Maul und setzte zum Sprung an.
Patschi in ihrem Versteck war halbtot vor Angst. Dennoch schielte aus den Augenwinkeln hinter Löffel her.
´Nein, nicht meinen Löffel!“
Löffel aber war ein kluger Hase, der ja in der Schule stets gut aufgepasst hatte. So wußte er, dass er viel wendiger war als dieser grobe Klotz vor ihm.
„Du wirst Dich gleich wundern!“, murmelte er.
Er rannte los und schlug einen Haken nach dem anderen. Der Fuchs raste mit heraus hängender Zunge hinterdrein, nach rechts, nach links, dann geradeaus und wieder zurück. Immer dann, wenn der Räuber Löffel fast erreicht hatte, sprang der mit einem hohen Satz zur Seite und der keuchende Fuchs blieb total verwirrt zurück. Bestimmt ärgerte er sich dann maßlos, dass dieser fette Braten ihm anscheinend nicht vergönnt war. Den Moment nutzte Löffel und verschwand blöitzschnell. Der vom Jagen völlig erschöpfte Fuchs verzog sich zurück in den Wald in seinen Bau und hielt geknickt einen Mittagsschlaf.
Löffel jedoch, immer noch putzmunter, war sehr stolz. Er hatte seiner Patschi und sich selber das Leben gerettet.
´Wie lieb ich sie habe!!`, fuhr es ihm durch den Kopf, als er kurz darauf endlich bei Patschi eintraf.
„Löffel, Dir ist nichts passiert. Ich bin ja so glücklich!!“, begrüßte sie ihn.
´Heute frag` ich sie!` , nahm sich Löffel vor.
Aber zuvor wollte er noch ein schönes Geschenk besorgen.
„Patschi, bin gleich zurück!“, strahlte er sie an und war wieder weg.
Patschis Herz klopfte. Irgendwie spürte sie, dass etwas Schönes geschehen würde.
Wenig später kam Löffel mit stolzgeschwellter Brust heran. Im Maul trug er eine wunderschöne Möhre.
„Patschii ...??“
„Jahaah ...?“, kam es leise zurück.
„Du hast mich lieb, ja?“
Oh ja, da brauchte Patschi überhaupt nicht erst zu überlegen.
„Sogar ganz doll!“
Löffel legte die Möhre vor ihre Pfoten:
„Patschi, willst Du meine Frau werden?“
Statt einer Antwort erntete er einen stürmischen Nasenkuss.
Danach beeilten sie sich, nachhause zu hoppeln, weil die anderen Hasen erfahren sollten, dass sie für immer zusammenbleiben würden.
In den nachfolgenden Tagen bereiteten Patschis und Löffels Familien alles für die Hochzeit vor. Eine Höhle diente als Kirche. Die Hasenfrauen flochten lange Girladnen aus bunten Blumen und schmückten mit ihnen den Eingang der Höhle. Auf einem längs des nahen Spazierweges liegenden Baumstamm boten sie Mörhen und Salatköpfe an. Der freie Platz neben dem Höhle wurde zur Tanzfläche. Das beste Grillenorchester, das auf der Wiese musizierte, spielte romantische Melodien. Dann erschien das Brautpaar. Patschi trug ein Salatblatt-Rüschenkleid mit einer Möhrenscheibenbrosche und sah umwerfend aus. Löffel hatte einen Möhren-Smoking gewählt mit einem dazu passenden Stock-Zylinder, der mit einer Möhre geschmückt war. Auch er sah toll aus. Ringe brauchten sie nicht. Stattdessen gaben sich einen besonders innigen Kuss. Jetzt waren sie verheiratet. Verliebt hopsten sie anschließend den Brautwalzer. Alle anderen Hasen freuten sich mit ihnen und sie feierten bis zum Einbruch der Dunkelheit. Als sich dann alle Gäste sichauf den Heimweg gemacht hatten, legten sich Patschi und Löffel erschöpft in ihr Hasenbett. Dicht aneinander gekuschelt schlummerten sie glücklich ein.
Mittlerweile ist seitdem ein ganzes Jahr vergangen. Wiederi ist es Frühling und auf den Wiesen spielt der Hasennachwuchs. Ob wohl Patschis und Löffels Kinder dabei sind? Fragt sie doch mal!