Raschels große Reise
Von
tastifix
Dienstag 16.09.2025, 16:26 – geändert Mittwoch 17.09.2025, 08:42
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Während des eisigen Winters hatte Mutter Baum nur nackte, knorrige Äste und Zweige getragen. Doch nun änderte sich das Wetter. Die ersten kräftigen Sonnenstrahlen verwöhnten Mensch. Tier und Pflanze und kündigten den Beginn des Frühlings an. Bereits nach wenigen Tagen sprossen an den Zweigen zartgrüne Knospen. Es zauberte ein frohes Lächeln auf die Gesichter der Menschen.
„Endlich ist der Winter vorbei!“, atmeten die Erwachsenen auf.
„Mama, wie niedlich das aussieht!“, freuten sich die Kinder.
Die Sonne wärmte die jungen Blätter, der Wind streichelte sie sanft. Säuselnd erzählte er ihnen über das Leben.
„Wunderschön werdet Ihr werden und als mächtige Laubkrone Eure Mutter prächtig schmücken.“
„Oh!“, staunten die Kleinen.
„Dann möchte ich ganz schnell wachsen!“, murmelte eines und probierte sofort aus, ob es vielleicht die Knospenspitze schon eentfalten konnte.
„Noch bist Du dafür zu jung!“, schmunzelte Mutter Baum wegen der Ungedduld des Kleinen. „Aber es wird eher soweit sein, als Du jetzt denkst. Warte nur ab ...“
Mutter Bnaum behielt recht. Die Winzlinge entwickelten sich zu kräftigen, leuchtd grünen Jungblättern. Mittlerweile hatten sie nicht allein Sonne und Wärme, Wind, Regen, Blitz und Donner kennen gelernt, sondern auch immehr Menschen. Oft blieben Spaziergänger bewundernd vor Mutter Baum stehen:
„Welch ein schöner Baum! Wie toll der ausschaut mit dem dichten Laub!“
Auch die Kinder mochten Mutter Baum sehr. Um den Stamm herum tanzten sie Ringereihen und spielten Fangen.
„Lieber Baum!“, sagten sie.
Bald löste der Sommer den Frühling ab. Es wurde immer wärmer und schließlich sehr heiß. Raschel und seine Geschwister waren erwachsen und streckten sich der Sonne im satten Grün gesunden Laubes entgegen. Die Menschen ließen die Arbeit ruhen und suchten Erholung in der Natur. Einige erinnenrten sich an Mutter Baum und genossen dann die Kühle unter ihrem weit ausladenden Laubdachfächer.
Selbst die Kinder tobten nicht mehr durch die Wiesen, sondern vergnügten sich kreischend und lachend in dem von den Eltern unter den Baum aufgestellten Planschbecken.
„Puuh, it das heiß! Wie gut, dass hier Schatten ist!“
Sich im zunehmenden Wind wiegend ,fächelten die Blätter den Kindern Erfrischung zu. Mutter Baum betrachtete sie zärtlich:
„Ihr seid ehr tüchtig. Ich bin ja so stolz auf Euch!“
Doch auch der schönste Sommer geht irgendwann zuende. Der Herbst zog ins Land. Es wurde kühler, dunkle Wolken jagten am Himmel, Regen prasselte und an manchen Tagen hagelte es gar. Auch tobten heftige Stürme über Stadt und Feld. Die Blätter klammerten sich an ihre Zweige. Noch schafften sie es, dem starken, wild an ihnen herum zerrenden Wind zu trotzen. Die Meisten trugen schon ein gelbes oder auch rotes Herbstkleid und die ersten begannen bereits zu welken, Keine Spaziergänger schlenderten mehr vorüber. Denn die Menschen flüchteten in die Wärme ihrer Häuser.
„Mama, ich hab Angst!“, rief Raschel. „Ich kann mich kaum mehr festhalten!“
Mutter Baum seufzte im Stillen.
#“Ja, jetzt muss ich es Ihnen sagen …!“
Sie wandte sich Raschel zu und wamühte sich, ihm gut zuzusprechen.
„Fürchte Dich nicht. Bald gehst Du auf eine große Reise!“
„Reise, Mama? Aber wohin denn?“, fragte Raschel verunsichert.
„Der Wind wird Dich mit sich nehmen und Dich durch die Luft tanzen lassen. Es kann sein, dass er Dich sogar weit fort trägt und Du fremde Städte und Landschaften sehen wirst.Vielleicht aber taumelst Du auch schnell zu Boden. Wer weiß ...“
Die Tage vergingen und Raschels Blattränder kräuselten sich allmählich. Wie auch die Geschwister war er inzwischen dunkelrot gefärbt. Seine krfäte schwanden mehr und mehr. Eines Morgens jammerte er:
„Mama, ich kann nicht mehr! Der Sturm …!!“
„Nun ist es soweit: Gute Reise, mein Kind!“
„Und was wird jetzt werden?“
„Als ein Teil der Natur wirst Du eine wichtige Aufugabe erfüllen.“
„Welche denn?“, wollte Raschel wissen.
„Wir gehorchen dem Kreislauf des Lebens. Es ist ein ewiges Entstehen und Vergeehen. Ihr werdet die Wege in wunderschöne rotgoldene Laubteppiche verwandeln und ddie Menschen, die an Herbsttagen so gern über raschelnde Blätter wandern, ins Traumland entreücken, in dem ihre Seele all ihre Sorgen und Probleme vergisst und sich ganz leicht und froh fühlt. -Doch dann, irgendwann, werdet Ihr zerfallen und ...“
“Und das wird das Ende sein?“, hauchte Raschel.
„Es ist das Ende und ein Anfang. Denn so kann wieder neues Lebeen sprießen!“
In diesem Moment riss eine Windböe das Blatt von seinem Zweig, blies das wehrlose Etwas hoch in die Luft und weit fort von Mutter Baum.
„So wird es immer wieder sein!“, dachte sie wehmütig.
Derweil wirbelte der Sturm Raschel ständig weiter über Städte, Wiesen Felder und Wälder. Als Raschel dann rigendwann und irgendwo zu Boden fiel, war sein letzter Gedanke:
"Es ist schlimm, dass ich nun sterben muss. Aber Mama hat gesagt, fdass dann wieder neue Pflanzen wachsen können und dass ich so meinen Tei dazu beitrage. Das macht mich trotzdem noch ein bisschen froh und stolz!“