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Schock!!(1)

Von tastifix 13.07.2025, 11:53 – geändert Freitag 01.08.2025, 08:19

Im Himmel ging es ausnahmsweise hektisch zu. Gott erwartete einen der verständlicherweise nur seltenen Besuche des Teufels.
"Das wird spannend!"
Jener hatte schon länger große Schwierigkeiten damit, die Jungteufel bei deren Arbeit noch bei Laune zu halten. Die protestierten neuerdings heftig, dass sie, weil sie dermaßen schufteten und die Sünder der Welt ohne Unterlass in den riesigen Kochkübeln schmorten, doch auch mal Anrecht auf Entspannung und etwas Frohsinn hätten. Dies war auch ihres Chefs Meinung, denn in der Hölle herrschten ja ausschließlich Gebrüll sowie Mord- und Totschlag.

Kaum in Gottes Büro eingetroffen, kam der Hööllenfürst gleich zur Sache und beschwerte sich:
„Herr, drunten ist die Stimmung auf dem unterteuflischsten Nullpunkt angelangt. Überall auf Erden und in sämtlichen Galaxien wird von Zeit zu Zeit ´Urlaub` gewährt. Weshalb denn uns nicht?“
„Hm, hm!“, wiegte Gott sein weises Haupt.
Den Teufel war baff, wie lange Gott überlegte. Ihn hatte er immer für den fixesten Denker überhaupt gehalten.
„Wie sehr man sich doch täuschen kann ... !“, murmelte er enttäuscht.
„Wiiee?“, schrak Gott aus dessen tiefsinnigen Gedanken auf und musterte sein Gegenüber irritiert."Was meintest Du so gerade?“
´Noch nicht wieder ganz da!`, konstatierte der Teufel und erklärte:
„Meine Jungteufel fluchen dermaßen gräßlich herum, dass es selbst für mich so allmählich unerträglich wird!"
Gottes Mine verdüsterte sich.
„Fluchen ist eine Todsünde!“, brauste der Himmelschef auf und blickte seinem höllischen Diener vorwurfsvoll in dessen schwarze Seele. Dass die tiefschwarz war, zeugte von dessem astreinem Höllenstammbaum.

Klug verbiss sich Gott die Frage danach,welche Unverfrorenheiten die denn von sich gäben. Denn sonst hätte der Teufel vielleicht gar seine Allwissenheit angezweifelt. Nein, die war ihm Ichgottswichtig! Nur das nicht! Wie stünde er sonst auch da, als ein nur halbwissender Schöpfer?
´Meine Geschöpfe würden mir meine Allmächtigkeit gleichfalls nicht mehr abkaufen. Eventuell wäre ich gar gezwungen, dem Teufel mein ganzes Werk zu überlassen!“
Übelkeit begann seinen Magen zu quälen.
„Ruhig!“, redete Gott auf den selbigen und damit auf sich selber ein. „Nooch ist es nicht soweit!“
Allein, stellte er sich die dann unausbleibliche Konsequenz vor - teuflische Kochkessel in der Himmelsküche ...
„Oh Gott!“, stöhnte er darob entsetzt und schenkte sich dann selber auch prompt die erbetene göttliche Aufmerksamkeit.
Leider aber blieb seine Fantasie hartnäckig. Von der besaß er ja göttlich viel, wie er es eindrücklichst sowie nachhaltigst bei der Erschaffung der Welt bewiesen hatte. Nun schlug sie erneut regelrechte Purzelbäume.

Immer noch hockte dort der Teufel und forderte eine Antwort. Gott sei Dank versagte in diesem entscheidenden Augenblick des Chefs Allmächtigkeit nicht. So gebot er all den ihn heimsuchenden Horrorvorstellungen schleunigst Einhalt und konzentrierte sich wieder auf das mehr als unangenehme Gespräch.
„Ääh!“, setzte er langsam an.
Überdachte er die Dauer der Ewigkeit und die dauerte bekanntlich ewig, so hatte er für diese Verzögerungstaktik sofort die passende Ausrede parat:
„Was bedeuten da schon ein paar Minuten länger Geduld?“
„Jaah!?“, hakte der Teufel nach.
Eindeutig hatte der an die doch ewige Ewigkeit noch an die Möglichkeit, Geduld walten zu lassen, keinen einzigen Gedanken verschwendet. Dagegen wirkte er inzwischen ausgesprochen ungedulidg:
„Wie ist das denn nun mit ´nem Quantum Frohsinns für uns?“
„Warum hab` ich dem denn nur soviel Hartnäckigkeit zugestanden? Muss in einem unbedachten Moment passiert sein“, ärgerte sichder S chöpfer allen Seins.
Doch er war ja allmächtig und würde dem auch gerecht werden.
„Bist Du Dir denn überhaupt über die Euch gegebenenfalls erwartenden Konsequenzen im Klaren?“
Gespannt kratzte sich Gott die heilige Stirn, hinter der sich bereits so Einiges tat.
´Prima, weiter so!“, beschwor er sein göttliches Hirn.
Für jenes wäre es ja unmöglich gewesen, etwa gar zu schwächeln und es arbeitete auf Hochtouren.
„Konsequenzen?“, fragte der Teufel misstrauisch nach. „Was für Konsequenzen denn?“
Die dürften seiner Meinung nach doch höchstens Erholung sprich Faulsein pur bedeuten. Endlich mal keine schreienden Sünderseelen, auch keine verbogenen Mistgabeln. Stattdessen Amüsement im Überfluss plus einer total anderen, eben himmlischen Speisekarte, deren Menüs garantiert überirdisch gut schmeckten. Ja, er hätte Obacht zu geben, dass ihm seine höllischen Diener nicht etwa untreu würden und - welch ein entsetzlicher Gedanke - vielleicht sogar zu Engeln mutierten.
Es war geradezu erschreckend, wie sehr konträr doch die Überlegungen dieser beiden Regenten liefen.
Zum Glück ahnte der Teufel da noch nicht, welcher Art die göttlichen Eröffnungen sein würden, die ihm dann nach Ende der angestrengten herrgöttlichen Grübelpause den größten Schock seines teuflischen uflischen Lebens versetzen sollten ...

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