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Sind Männer nicht wunderbar?

Von tastifix Samstag 23.05.2026, 08:00

Gottes Lieblingsgeschöpf ist ja bekanntlich der Mann. Tja ...
Nein, ich würde es niemals wagen, mich über jene Hälfte der Menschheit zu amüsieren. Das hat die wirklich nicht verdient. Dagegen bestehe ich darauf: Der Mann - ein wunderbares Wesen!

Bereits als Baby demonstriert er seine Überlegenheit. Des Minis Gebrüll übertönt fast alles. Selbstbewusst reißt er fordernd das Fläschchen an sich. Das kleine Mädchen dagegen nimmt es (ab und zu) eher zaghaft entgegen.
Schon in diesem zarten Alter zeigt sich der Hang dazu, erobern zu wollen. Begeistert flirtet er von Kinderwagen zu Kinderwagen. Mehr geht ja noch nicht und es bleibt es beim charmanten Lächeln zum rosa Strampelanzug gegenüber. Er selber bevorzugt ein blaues Outfit.

Im Kindergarten dann gibt es keine Zweifel mehr: Es wächst der Führer der Welt heran, der sich fleissig per erlauschter Kraftausdrücke mit seinen Altersgenossen misst. Ab und zu rangelt er auch handfest mit ihnen. Schließlich soll die Rangfolge gewahrt bleiben. Es gilt: Wer am lautesten kräht, wer die krassesten Schimpfwörter kennt und wer sich in Prügeleien am besten behauptet, gewinnt die süßesten Mädchen für sich und hat infolge allerdings die Qual der Wahl.
Welche ist es, die er an seiner Seite duldet, mit der er Hand in Hand durch die Kinderverwahranstalt tigert, für die er sich dann noch energischer mit den Konkurrenten zankt? Wehe, es streckt jemand der Auserwählten gar die Zunge heraus! Dann erntet der ab und zu sogar blaue Flecken. Ein winziger blutender Kratzer macht den Kleinen zum Helden, der sich jedoch dann hinterher zuhause bei Mama heimlich so ganz unheldenhaft wegen dieses Schmisses die Augen aus dem Kopf heult. Das darf er dort riskieren. Die Angebetete mit den blonden Rattenzöpfen und dem Rüschenkleidchen sitzt derweil bei ihrer Mutti und prahlt der die Ohren voll:
„Er ist ja soo lieb. Er hat den Jens ganz feste verhauen, weil der mir das Spiel einfach weggenommen hat. Er hat sogar Blut am Knie gehabt!"
Dabei strahlt die kleine Schönheit, denn der Freund hat all das ja ihretwegen auf sich genommen.

Mit zunehmendem Alter sind die Wortgefechte der Streithähne nicht mehr jugendfrei. Es beweist ja Stärke. Der halberwachsene Mann hat wachen Auges registriert, dass die Rattenzöpfchen von ehedem mittlerweile keine mehr sind, sondern sich in dichte Gardinenfrisuren verwandelt und deren Trägerinnen gleichfalls an Reife zugenommen haben. Zur Freude des Twens nicht allein an Verstand, sondern auch deutlich sichtbar äußerlich. Der junge Mann wird zum Kavalier, schenkt Blumen, reisst Türen auf, öffnet den Wagenschlag, schleppt säter dann Einkaufstüten hinterher und bringt sogar den Müll runter. Letzteres legt sich dann aber relativ schnell wieder ob der Erkenntnis, er müsse es sonst eventuell sein ganzes restliches Leben lang tun. Eine gruselige Vorstellung, denn Müll stinkt.

Die Freundin oder auch Ehefrau bewundert ihn für all diese Aktivitäten, geniesst diese allerdings zeitlich ziemlich knapp beschränkten überschwänglichen Zeichen tiefer Zuneigung genau deshalb sicherheitshalber von ganzem Herzen, prahlt damit vor ihrer Mama, Schwiegermama und erst recht vor Freundinnen. Deren Männer, die sich anscheinend ihres Status als Krönung der Schöpfung bewiusster sind als der eigene Schatz, begehen nämlich all diese Fehler nicht. Deshalb lächeln die Freundinnen auch nur süßsauer und ärgern sich innerlich schwarz.
´Wie macht die das bloss?? `

Mann kutschiert das weibliche Gegenstück zum Friseur, latscht stundenlang hinter ihr her durch sämtliche Kaufhäuser und sagt des lieben Friedens wegen sogar zu den unsinnigsten Bemerkungen seiner Herzensdame Ja und Amen. Klar nur aus reiner Leibe, oder? Naja, Widerspruch würde ihm ja noch wochenlang vorgeworfen und darauf hat er wahrlich keinen Bock. Bei den dann unausbleiblichen heftigen Diskussionen geht ja Zeit verloren, die er lieber vorm Fernseher beim Fussball oder mit Michael Schumacher verbringt. Der kluge Mann (gibt es überhaupt unkluge Männer?) schweigt also und stellt die Ohren zur Nervenschonung auf Durchzug. Hoffentlich merkt sie das bloß nicht!
Mann spielt Beschützer und Retter aus der Not, wann immer sich die Gelegenheit dazu bietet. Nur zu gerne stellt er seine breite Schulter zur Verfügung, hat die Angetraute Weltschmerz oder, was noch viel schlimmer ist, feststellen müssen, dass die Freundin sich nur einen einzigen Tag später das gleiche Kleid gekauft hat, das doch so einmalig war. Ihn rührt dieser übergrosse Kummer zutief und trocknet zärtlich Tränen. Er ist es, der tröstet und Halt gibt und innerlich deswegen ganz beachtlich wächst. Was ist er doch für ein toller Kerl!

Was macht es da schon aus, dass oftmals der Freund oder Ehemann beim Anblick einer Spritze die Waagerechte sucht und gar bei Anwesenheit im Kreißsaal zwecks seelischer Unterstützung der werdenden Mama nach spätestens zwei Minuten umnachtet danieder líegt??

Das verzeiht Frau ihm voller Mitleid.
Denn er ist ja trotz allem nur ein Mann.

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