St. Martin unter Schock
Von
tastifix
20.10.2024, 11:48 – geändert Donnerstag 31.10.2024, 20:25
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von
tastifix
20.10.2024, 11:48 – geändert Donnerstag 31.10.2024, 20:25
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Den ersten Schrecken erlitt er, als sein Fest, an dem er sehr hing, urplötzlich Lichterfest genannt wurde. Es klang so gar nicht mehr vertraut. Allein, dass die Kinder sich nach wie vor genauso freuten, wenn er auf dem hübschen Pferd seine Runde ritt und dem Bettler die Hälfte des Mantels schenkte, vermochte die Trauer abzumildern.
Dann jedoch geschah etwas völlig Unerwartetes. Wieder nahte sein Lichterfest/St.Martin Tag, wieder bestieg er den vierbeinigen Freund und begab sich zum Ort des Geschehens, einer großen Spielwiese direkt vor der Grundschule. Banderolen grenzten ringsum die "Bühne" ab, damit nicht Kinder, weil sie ihn streicheln wollten, ungestüm zu dem Vierbeiner renneen sollten Dass der bei dem lauten Trubel von allen Seiten etwa ausbrechen würde, war wirklich nicht zu erwarten. Der ertrug es mit endloser Geduld. Womöglich gefiel ihm dies zur Abwechslung sogar ganz gut.
Die Erwachsenen stimmten das St. Matinslied an, die Kinder sangen begeistert mit. Erstens gebiel ihnen das Lied wohl und zweitens waren sie stolz, nicht nur die Melodie, sondern auch den Text zu beherrschen. Das Pferd erinnerte sich anscheinend, vom Reiter dabei sanft unterstützt, des gewünschten Ablaufes des Ganzen und lief fast wie von selber auf den Bettler zu. Der hockte im Sandschnee unseres Stadtteils, klapperte an passenderLiedstelle pflichteifrig mit den Zähnen und hoffte wahrscheinlich, seinen Auftritt bald hinter sich zu haben. na ja, die Mantelhälfte wärmte gut, aber insgeheim hatte r sich wohl noch eine zusätzliche ,ganz anders geartete Gabe erhofft.Und - was wäre dies gewesen? Tja, Bettler heutzutage geben sich nicht mehr unbedingt mit einer Mantelhälfte zufrieden. Unserer auch nicht!
„Hi, St,Martin, haste nicht auch noch wenigstens ´nen Handy für mich dabei?“
Hm, mit ´einnem Läppi hatte er ja nicht gerechnet, aber mit solch einem Uralt-Tippkästchen aus ´nem Handyshop dagegen schon.
St, Martin war in diesem Moment froh, dass er auf einem ziemlich kippsicheren Sattel saß.
„Das meisnt Du doch wohl nicht im Ernst, oder?“, zischelte er, während er sich verzweifelt bemühte, die liebevolle Miene beizubehalten.
„Ich d..dachte ja nur ...“, stotterte der.
Der daraufhin zornige Blick St.Martins ließ ihn verstummen und sich gleichfalls bemühen, das zu seiner Rolle passdende dankbare Lächeln ja nicht zuvergessen. St.Martin war wütend, serh wütend undn der Bettler durfte sich glücklich schätzen, nicht wegen der mehr als kecken Bemerkung die mantelhäflte antelhäflte driekt wieder abgeben zu müssen. die m
Pech für ihn: Klar spendierte St. Martin kein Handy, sondern der Bettler durfte sich glücklich schätzen, trotz seiner unverschämten Frage die Mantelhälfte nicht direkt wieder abgeben zu müssen. Es tröstete ihn etwas, dass die aus aller feinster Wolle gefertigt war. Diese Erkenntnis erleichterte es ihm dann beträchtlich, St. Martin trotz der Mißstimmung zwischen ihnen sogar noch einen Deut dankbarer anzulächeln .als es das Lied just in jenem Moment forderte. Dies und die strahlenden Kindergesichter ringsum, die wegen des nun ih Kürze zu erwartenden Weckmannes besonders strahlten, besänftigten heiligen Mann denn doch, sehr, zumal er sich bereits fast wieder auf dem Ritt zurück zum Reitstall und von dort aus mit seinem Auto auf der Heimfahrt sah. Er freute sich nämlich immens auf seine geemütliche, schon vorweihnachtlich geschmückte Wohnung. Nur raus aus der Kälte!
Im Reitstall verwöhnte er den Vierbeiner mit einem etra wohlschmeckenden Leckerbissen, streichelte ihn nochmals lobend und 2wandte sich zum Gehen. Als er sich dummerweise nochmals dem Pferd zudrehte, stand dieses regungslos in seiner Box und starrte so schien es, konzentriert die Wand an. Plötzlich hob es den einen Vorderhuf, drückte einen Schalter und über dem Monitor einer Überwachungskamera, die an jener Wand hing, flimmerte prompt der Film „Fury“.
Es gab St.Martin den Rest.
“Das hab ich nun von dem Zirkus vorhin!! Ich steh ja total neben mir!“
Auf wackelnden Beinen schleppte er er sich zum Auto. drehte mit zitternden Fingern den Schlüssel um und ließ sich ermattet auf den Fahrersitz fallen. Ein paar Mten verharrte er so, fasste sich dann etwas und atmete auchr wieder ruhiger. Erleichtert startete er, dachte denn zufrieden, dass ja dennoch alles reibungslos geklappt hatte und vor allem daran, wie sehr die Kinder sich gefreut hatten.
´Na ja, ob eingie Erwachsene vielleicht doch mitbekommen haben, was lwirklich los war?`
Er hatte nämlich, als er nach ende des Liedes schon fast an der Grundschule vorbei geritten war, noch mitbekommen, dass ein paar Kinder ganz aufgekratzt zu ihren Eltern sagten:
„Mama, Papa, der St.Martin ist so lieb gewesen ... Und wie der Bettler den so dankbar angeguckt hat ... "
ST. Martin war nämlich aufgefallen, dass sich ein paar Erwachsene dazu lieber ausschwiegen!