Streit im Adventskalenderzug
Von
tastifix
Montag 25.11.2024, 08:17 – geändert Montag 25.11.2024, 08:45
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tastifix
Montag 25.11.2024, 08:17 – geändert Montag 25.11.2024, 08:45
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„Der wird Maike gefallen!“
Mit Freude betrachtet die Mutter einen Adventskalenderzug. An die niedliche Lok sind 24 Miniwagen angehängt. Sie warten darauf, jeder ein Geschenk zu herbergen. In einem Spielzeuggeschäft ersteht sie 24 Kleinigkeiten aus der Barbiepuppenwelt.
„Na, wenn sie dann die letzte Tür öffnet, wird sie Augen machen!“
Die Mutter lächelt vor sich hin.
Als Maike abends im Bett liegt und schlummert, setzt sich ihre Mutter an den Wohnzimmertisch, wickelt alles in hübsches Geschenkpapier, schmückt es mit Schleifen, legt die Gaben in die Abteile und klappt deren Türen fest zu. Dann knotet sie eine Kordel an die Lok und zieht den Zug ins Kinderzimmer bis vor Maikes Bett.
Von der Kirchturmuhr schlägt es Mitternacht. Plötzlich ist es mit der Ruhe im Kinderzimmer vorbei. Im Adventskalenderzug raschelt und rumpelt es. Aus den Abteilen hört man piepsige Stimmen:
„Wie kann sie nur …?“
„Und gar ohne unsere Zustimmung einzuholen!?“
„Sagt mal: Kriegt Ihr Eure Tür auf? Meine klemmt!“
Von innen rüttelt es dermaßen heftig, dass der Zug umzukippen droht.
„Vorsicht! Es darf nichts kaputt gehen!“, ermahnt die Lok.
.
Der Passagier des ersten Abteils hat es irgendwie geschafft, den Türriegel zur Setie zu schieben und plumpst erschöpft auf den bunten Kinderteppich. Nach und nach folgen weitere Winzigpakete, aber jenes aus dem vorletzten Wagen noch nicht.
„Hallo, würdet Ihr mir bitte helfen?“
Das Geschenk aus dem ersten Abteil, ein rosa Barbie-Schuh, eilt dem eingesperrten Kameraden zu Hilfe. Doch noch immer rührt sich im 24.Abteil so gWas die ar nichts.
´Ich bleib hier drinnen. Was die machen, gehörtr sich nicht. Und als die Heiligabendüberraschung darf ich da auf keinen Fall mitmischen!!`
Die Anderen aber hocken zusammen und betrachten sich kritisch. Dort sitzen Schuh, Kamm und Bürste, zwei glitzernde Haarspangen sowie eine Schleife, ein Lockenwickler, ein zweiter Schuh, eine Puppenbabyrassel, zwei Pullover, eine Mütze, eine Tasche, eine Hose, ein Kochlöffel, vier Kochtöpfe, ein Babyschnuller und sogar ein winzigerHund. Sofort fangen sie an zu streiten, wer von ihnen wohl besonders wichtig ist:
„Die Puppen würden kalte Füße kriegen!", schimpft der Barbieschuh Schuh und sein Partner nickt nachdrücklich dazu.
„Ohne uns würden die immer ungepflegt aussehen!", meckern Kamm und Bürste dagegen.
„Und mit uns sind sie erst richtig schick!", säuseln die Haarspangen und die Schleife.
„Wenn es mich nicht geben würde, könnte Maike ihrer Puppe nie Locken drehen!", trumpft der Lockenwickler auf.
„Mit mir spielt das Baby und freut sich!", rasselt die Rassel.
„Und wir wärmen die Puppen!", setzen die Mütze, die Pullover und die Hose hinzu.
„Mit meiner Hilfe kann das Puppenbaby besser einschlafen!", nuschelt der Schnuller.
„Ohne uns könnte Maike ihren Puppen nie Essen kochen!", klappern der Kochlöffel und die -töpfe.
„Und ich beschütz Euch alle!", bellt der Hund stolz. „Sogar auch Maike!"
Verunsichert schauen sie sich an. Tja, wer ist denn nun am wichtigsten?
„Jeder von uns ...", meinen sie dann zögerlich, „hat seine Aufgabe und jeder trägt dazu bei, dass sich Maike freuen darf!"
Plötzlich wissen sie es:
„Wir sind alle gleich wichtig. Wir brauchen uns nicht zu zanken!!"
Von der Turmuhr schlägt es 1Uhr. Zufrieden wickeln sich die Geschenke wieder in ihr Papier, binden sich die Schleifen um, klettern zurück in ihre Abteile und ziehen die Türen fest hinter sich zu. Im Kinderzimmer wird es wieder so still wie vordem.