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TEXT - BLÖDELEIEN

Von Feierabend-Mitglied Samstag 05.07.2025, 08:02



Es sollten fünf kurze Meta-Texte werden und zur Auswahl dienen, um eine Geschichte zu erzählen, die an meinem Körper passierte. So geschehen bei der letzten Zusammenkunft unseres Literaturzirkels vor der Sommerpause. Unser Vorsitzender Ernst Fröhlich gab das Motto bekannt: „Ernst bis fröhlich …“

Ich habe nicht mehr als drei Geschichten aus mir herausgelassen. Nicht dass ich davon nicht mehr hätte, im Gegenteil – ich habe viele in meinem Kopf – aber es braucht Zeit und den richtigen Impuls, um sie auf die Welt zu bringen. Das sind alles meine Kinder. Ich bin ein ewiger Zweifler, der ständig an den Texten herumbastelt und nie damit zufrieden ist, aber ich bin auch auch ein kleiner Narzisst (ist ja modern heutzutage), der immer bei den Besten sein will, obwohl ich genau weiß, dass das Blödsinn ist. Na ja, es wurde dann doch die Geschichte mit der Jeans im Klosterwald, die erst vor kurzem passierte.
Es könnten leichte Tendenzen zu Geschichte Nummer zwei einfließen, in loser Symbiose sozusagen. Das war die Geschichte mit der Narbe an meinem Bauch. Dort, wo sie mir das Krebsgewächs herausgeholt haben. Seit diesem Eingriff verbinde ich die Geschichte mit meinem schwarzen Kater namens daVinci, jetzt ist das Karzinom das strampelnde Rumpelstilzchen, das vom Chirurgen mit einem Operations-Computer namens „daVinci“ aus meinem Inneren entfernt wurde.

Ob sich Geschichte Nummer drei ebenfalls in das „Hauptwerk“ einschleicht, weiß ich noch nicht, denn diese Story handelt von meinen Zähnen. Genauer gesagt von meinen Implantaten, die meines Erachtens ein Vermögen kosteten und mich zu Äußerungen meinem Zahnarzt gegenüber hinreißen ließen, die ich hier nicht näher ausführen möchte. Blutsauger war jedenfalls noch die literarisch wertvollere Bezeichnung für diesen dentalen Gierschlund. Zum Glück sind wir befreundet, also steckte er meine Beleidigungen locker weg und bot mir ein Gegengeschäft an. So kam es, dass ich die Doppelgarage meines millionenschweren Zahnarztfreundes in seiner Villa am besten Ort Salzburgs kostenlos verflieste. Jetzt steht sein Porsche auf meinen Marmor-Fliesen und ich habe vice versa ein Porzellangebiss in meinem Schandmaul, von dem niemand weiß, was es mich gekostet hat. Darum kann das auch niemals eine Einsergeschichte sein, sagt der Narzisst in mir.

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