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Viel für Seltenes: Der Federkiel

Von tastifix Donnerstag 22.08.2024, 06:59 – geändert Samstag 07.09.2024, 08:15

Fritz, der Moderator einer sehr beliebten Sendereihe, zum Publikum:
„Wie schön, dass Sie wieder dabei sind! Auch heute zigen wir tolle Dinge. Aber mehr verrate ich jetzt nicht. Bevor wir anfangen, möchte ich Ihnen schnell Herrn Dr. Schlau vorstellen, unseren Experten für mancherlei Dargebotenes.“
Der lächelt charmant in die Kamera:
„Guten Abend!“
Fritz:
„Wie ich gerade sehe, nahen bereits die ersten Verkäufer! Es kann also los gehen!“

Dr. Schlau ind Fritz blicken einen älteren, sehr vornehm gekleideten Paar entgegen.
Fritz:
„Hallo meine Lieben! Ich bin der Fritz! Und wer seid Ihr? Woher kommt Ihr, wie steht Ihr zueinander und was macht Ihr beruflich?“
Vier Fagen auf einmal können, wenn man vor Millionen Zuschauern auftritt, sehr wohl verunsichern. Darum dauert es auch etwas, ehe die Beiden antworten.
„Wir heißen Marika und Gero, stammen aus München und sind liiert. Gero hat früher als Jurist gearbeitet und ich als Sekretärin!“, erklart die Dame.
„München? Eine tolle Stadt! - Nun, wass habt Ihr Schönes mitgebracht?“

Sichtlich nervös überreicht Marika Dr. Schlau ein schmales Etui. Der öffnet es. Experte und Moderator staunen.
„Woow! Ein Federkiel! Wo habt Ihr den denn her?“
„Den hab ich beim Aufräumen auf dem Dachboden gefunden!“. verrät Gero und Marika ergänzt:
„Wir ahnten ja nicht, dass wir dort oben so etwas Schönes entdecken würden!“, schaut Marika Fritz und Dr. Schlau treuherzig an.
Fritz schwaärmt:
„Ein tolles Ding! Und diese schillerden Federfarben! So etwas hat uns hier noch niemand präsentiert!“
Auch Dr. Schlau ist fasziniert.
„Stimmt! Er wirkt sehr elegant. Mittig habe ich zahlreiche Schrammen gesehen, die darauf schließen lassen, dass er sehr pft benutzt wurde und auch sehr alt sein könnte ...“
„Einfach wunderschön!“. betont Fritz. “Auf wie alt schätzen Sie ihn denn?“
„Hm ja“, antwortet Dr. Schlau zögerlich. „Eventuell sogar 500 Jahre ...“
„Wie?!“. macht Fritz und wendet sich Marika und Gero zu.
„Was würdet Ihr denn dafür haben wollen?“
„Na, wir dachten, so um die 200 Euro! Aber nun würden wir den Mindestbetrag doch bei 400 Euro sehen!“
„Ja, warum auch nicht?!“, bekräftigt Fritz.

„Wie hoch lautet Ihre Expertise, Herr Dr. Schlau?“
„Der Federkiel ist wirklich ungewöhnlich schön, aber wegen der Schrammen würde ich seinen Wert doch niedriger ansetzen: So um die 200-300 Euro!“
Fritz zu Marika und Gero:
„Würdet Ihr denn auch schon für 200 Euro verkaufen wollen?“
Die Beiden nicken, nehmen erfreut die Händlerkarte entgegen und tragen das Etui wie eine Trophäe vor sich her in den Händlerraum, in dem sie herzlich begrüsst werden.
„Hallo, guten Tag!“
„Guten Tag! Wir haben eine Kleinigkeit für Euch ... “, kündigt Marika an und übergibt das Etui.
Robert, Annette, Wilhelm und Arnold bewundern dessen Inhalt.
„Ein Federkiel! Toll schaut der aus!!“

Nun muss man wissen, dass kurz vor der Sendung noch auf das Geburtstagskind der Runde, Arnold, angestoßen wurde. Allein der Gefeierte hielt sich dabei zurück, aber dessen drei Kollegen versetzte der Sekt in euphorische Stimmung.Total begeistert von dem Federkiel wetteifern sie darin, einander zu überbieten. Aber auch hieran beteiligt sich Arnold nur kurz. Bereits bei 100 Euro
steigt er aus und grinst vor sich hin. Je mehr die Anderen den Preis in die Höhe jagen, umso breiter.
Als es dann aber sogar um 600 Euro gehen soll, plagen ihn arge Bedenken, nicht endlich einzugreifen:
„Hm, habt Ihr Euch das Digns vielleicht nur flüchtig, also nicht mehr so ganz genau angeguckt?“
„Hääh?“
Urplötzlich aus dem Bietrausch gerissen, schauen ihn seine Kollegen irritiert an.
„Tja, bevor Ihr Euch noch in den finanziellen Ruin stürzt … Klar ist das ein Federkiel. Aber garantiert kein uralter und ´ne Kostbarkeit ist der genauso wenig!“
„Wieso das denn? Dr. Schlau hat ….“
„Der hat ja mitgetrunken und es vielleicht deswegen auch nicht gemerkt ...“
„Was denn gemerkt …?“
„Dass das kein Federkiel ist, wie er damals zum Schrteiben verwendet wurde, sondern ...“
Und er erklärt ihnen, worum es sich handele.
Verstört blicken die drei Händler erst Arnold, dann das Objekt der Begierde an. Traumdeal ade!
„Jahaah!“. fährt Arnold fort. „Und dafür hättet Ihr beinahe 600 Euro hin geblättert!!“
Nun schauen die Händler nicht länger nur irritiert, sondern ausgesprochen beschämt. Dann aber werden sie genauso wütend wie Arnold, der die Verkäufer, die nun bleich vor ihn stehen, heftig anherrscht: Das ´Du` ist vergessen.
„So, und wenn Sie nicht mitsamt des Dingens da sofort von hier verschwinden, dann gibts eine Anzeige wegen versuchten betruges!!“
Hastig greifen sich die Beiden die ja höchstens ein paar Jahre alte Papageienfeder und sind weg.

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