Vortrag im Rotary-Club
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Feierabend-Mitglied
02.03.2025, 11:47
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Es ist schon ein paar Tage her, als ich einem Therapeuten in mehreren Sitzungen meine Lebensstory erzählte. Zufällig war er zu dieser Zeit gerade Präsident des örtlichen Rotary-Clubs. Eines Tages fragte er mich höflich, ob ich mir vorstellen könnte, in eben diesem, für mich elitären Club, meine Geschichte zu erzählen. Er war der Meinung, dass ich meine nicht alltägliche Lebensreise genauso ungeschminkt erzählen soll, wie ich es bei ihm getan habe. „Glauben Sie mir, meine Freunde werden begeistert sein. So etwas hatten wir noch nie in unserer Vortragsreihe.”
Natürlich fühlte ich mich geehrt, ob dieser Einladung, andererseits gab ich zu bedenken, dass so ein Vortrag für mich absolutes Neuland sei. „Dazu bedarf es doch geschliffene Worte, ich bin kein Cicero.“ Er winkte lachend ab. „Lassen Sie den Cicero außen vor, reden Sie so, wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist. Alles andere würde gekünstelt wirken. Sie schaffen das, gar keine Frage!“
Ich erbat etwas Bedenkzeit, fragte aber doch, wie viel Vorlaufzeit ich hätte. „Sechs Wochen”, sagte er, „ich gebe Ihnen noch unser Monatsjournal mit. Also bis dann. Ich freue mich auf Sie!“
„Okay, ich melde mich.”
Auf der Heimfahrt konnte ich mich kaum auf den Verkehr konzentrieren, zu sehr war ich beeindruckt von diesem Mann, der eigentlich mein Seelenklempner ist und nicht Agent für solche Veranstaltungen. Insgeheim hatte ich längst beschlossen, die Sache durchzuziehen.
Ich arbeitete an der Struktur eines Vortrages und rief früher als gedacht den Club-Präsidenten an und sagte verbindlich zu.
„Also dann, mein Lieber“, sagte er, „sehen wir uns in 6 Wochen im Clublokal der Rotarier. Ach ja, noch was: Wir bräuchten zeitnah für unseren Plakat-Druck einen aussagekräftigen Titel für Ihren Vortrag.“
In den folgenden Wochen recherchierte ich fleißig und erfuhr von der 4-Fragen-Probe, die für alle Rotarier weltweit gilt. Sie ist ein Wegweiser zum richtigen Denken und Handeln und hilft Wahrheit, Gerechtigkeit, Freundschaft und Hilfsbereitschaft zu leben und zu fördern.
4-Fragen-Probe:
1. Ist es wahr?
2. Ist es fair für alle beteiligten?
3. Wird es Freundschaft und guten Willen fördern?
4. Wird es dem Wohl aller beteiligten dienen?
Nach diesen vier Fragen richtete ich meinen Vortrag aus. Mein vorläufiges Manuskript bestand aus kurzen Sätzen, manchmal nur in Stichworten. Ich kannte meine Geschichte ja. Außerdem wollte ich im Dialekt und frei sprechen, das schien mir authentischer zu sein. Eine Woche später flatterte das angekündigte Plakat ins Haus. Ich bin vor Stolz fast geplatzt.
Veranstaltung im Rotary-Club
Vom Obdachlosen zum Unternehmer
Vortrag, Clublokal Schloss Traun
Vortragender: Ferdinand F. Planegger
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