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Wahlrecht für Hunde!!

Von tastifix 28.09.2025, 13:33 – geändert Freitag 10.10.2025, 09:48

Wie immer begleitete mich Knödelchen zur Wahl. Doch in jenem Jahr wirkte er auf mich echt sauer.
„Was ist denn?“
Er guckte beleidigt. Weil wir telepathsch verbvunden sind, wusste ich sofort, was folgen würde.
„Frauchen, es ist ja nicht einzusehen! Wieso dürfen denn wir Hunde nicht auch wählen? Wenn ich daran denke, was wir alles für Euch machen … Sogar ihr Leben geben manche Hunde für Euch!! Und trotzdem dürfen wir nicht mitbestimmen, wie es in usserem Land weitergehen soll??“
„Knödelchen, tja, kann Dich ja gut verstehen, aber wählen dürfen nur Menschen. So ists halt im Leben!“
„Nee, Frauchen, das ist unfair! So nicht mehr!!“
´Óje! Was plant der denn jetzt?`

Richtig: Erst mal diskutierte Knödelchen darüber mit seinen vierbeinigen Freunden, die dann genauso empört waren wie er selber und auch alle etwas daran geändert wissen wollten.
„Du bist doch recht schlau! Was hältst Du von enienr Bell- und Knurr-Demo? Etwa so: Entweder wir Hunde drüfen auch wählen oder sehr mal zu, wie Ihr ohne uns klar kommt!!“
Knödelchen grübelte und beschloss, zuvor mit mir darüber zu reden.
„Hm, mein Kleiner, ich hab ne bessere Idee. Warte ab! Bald ist ja wieder eine Wahl!“
Ihn plagte die Neugierde:
„Frauchen ,was hast Du denn vor?“
„Abwarten, abwarten!!“, lachte ich.

Ein paar Monate später wars soweit. Wieder marschierten wir gen Wahllokal. Knödelchen saß brav neben mir, konnte dann aber doch nicht mehr ein leises Wuff unterdrücken. Es klang ziemlich frustriert.
„Der ist ja so süß. Was hat er denn nur?“, fragte eine Wahllhelferin.
Damit bot sich mir die Gelegenheit, über Knödelchens Forderung ´Wahlrecht für Hunde`´zu sprechen.
„Knödelchen meint, dass sie dermaßen viel für uns Menschen tun, dass es eigentlich auch für sie ein Wahlrecht geben müsste. Stimmts, Knödelchen? Hast Du mir ja zu verstehen gegeben!“
ich erntete einen anerkenneden Blick aus den schönen Hundeaugen.
„Prima gemacht, Frauchen!“

Alle Wahlhelfer hatten unseren kurzen Dialg mitbekommen und lachten. Auch die Wahlhelferin uns gegenüber schmunzelte.
„Hm, was machen wir denn da …? Ihr Hund kommt doch immer mit, ja?“
Ich nickte.
Ách, du meine Güte!`. dachte ich.
Grinsend lief ich mit meinem Hund heim.
„Knödelchen, wenn ich mir so vorstelle … Die ganze hündische Bevölkerung Düsseldorfs trappst gen Wahllokal …“

Dann wars wieder mal soweit und wir betraten den Wahlraum.
„Nee, niich??“
Ich blieb verblüfft stehen, meinem Knödelchen entfuhr vor Überraschung ein leises ´Wau`. Und wieso? Jahaah, dort war ein Karton aufgestellt, viel größer als die üblichen Wahlurnen mit einem dementsprechend längeren Schlitz oben und daneben stand auf dem Boden ein großes Tuschekissenbehältnis.
„Und jetzt??“
„Also: Ihr Hund taucht die Pfote in die Tusche, dann drückt er sie auf den Wahlzettel mit der Liste der Kandidaten für die Wahl des deutschen Oberhundes hinter dem Vorhang dort und Sie stecken den Zettel in diese Urne.“
Ein bisschen verrückt ist des ja schon!`, dachte ich.
Die Nase hoch zur Decke streckend tat Knödelchen, wie ihm geheißen und wenige Sekunden später drückte er hinter dem besagten Vorhang seine Pfote auf den Wahlzettel. Weil Hunde ja nicht lesen können, prngten dort Fotos sämtlicher Kandidaten. Fast zu zielsicher, hatte er sein „Kreuz“ neben ein bestimmtes Bild gesetzt. Zuschauen durfte ich ja nicht, war ja geheim.

Zufrieden - er, ein Hund, hatte wäühlen dürfen - verließ Knödelchen mit mir im Gefolge den Raum. Draußen stand tatsächlich eine Plastikschüssel mit Wasser und daneben lag ein Handtuch. Knödelchen plantschte mit der Pfote durchs Wasser und ließ sie sich von mir abtrocknen. Aber die olle Tusche blieb teilweise noch dran.
„Frauchen, jaul, mit ´ner blauen Pfote lauf ich nicht rum! Wenn die jemand sieht!“
Konsequent versteckte er sie dann bei jedem Schritt hinter der anderen, nicht blauen Vorderpfote und stolperte prompt.
„Knödelcheen, stell Dich ncht so an! Freu dich lieber, dass Du tatsächlich wählen durftest!"
´Trotzdem nicht!`, sagte mir sein Blick.“Wenn meine Freunde mich so sehen, lachen die mich aus!“
„Da irrst Du Dich ganz gewaltig! Die haben doch jetzt auch alle blaue Pfoten!“
„Nee, nur ein paar von denen. Die Anderen sind bestimmt nicht hin gegangen!“
„Knödelchen, überleg doch mal: Du kannst dagegen stolz seinf! Die blaue Pfote beweist ja, dass Du gewählt hast!“
´Meinste, Frauchen?“
„Ja!! - Ach, übrigens, ven hast Du denn gewählt? Ich sags auch bestimmt nicht weiter!“
Knödelchen wusste, dass er sich dessen sicher sein durfte.
„Na, Frauchen, rate mal: Klar hab ich mich selber gewählt!“
„Aber Knödelchen, das geht gar nicht. Das darf man nicht!“
„Wieso nicht?“
Und argumentierte:
„Klar daf ich das. Du sagst doch immer, dass ich der beste und der liebste und auch der meist gehorsamste Hund überhaupt sei!“
„Naja, lieb biste ja nu wirklich immer, aber gehorsam?? Da sind manche Deiner Freunde aber braver!“
Dies hätte ich nicht betonen dürfen, Hund war gekränkt. Und wenn Kndöelchen gekränkt war, dauerte es ziemlich lange, bis er es dann nicht mehr war.

Mir fiel zum Glück ein, wie ich ihn wieder versöhnen konnte: Daheim holte ich eine Wasserschüssel, tauchte seine Pfote hinein und frubbelte so lange an ihr herum, bis kein einziger blauer Tupfen mehr zu sehen war. Knödelchen atmete auf. Erstens würde er - seiner Meinung nach jedenfalls - bestimmt zum Oberhund auserkoren werden und zweitens störte jetzt nichts mehr seine Schönheit. Denn, wie er ebenfalls überzeugt war, war er auf jeden Fall der schönste Hund von allen.

Naja: was den blöden Gehorsam anging, könnte er sich ja dazu entschließen, nur noch ab und zu Rosinenschnecken und nur noch 1x/ Woche die leckeren Frikadellen zu klauen!

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