Warten aufs Gewitter
Von
tastifix
Mittwoch 01.07.2026, 07:53 – geändert Freitag 10.07.2026, 07:32
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Schon fast zwei Wochen war es unerträglich heiß. Jeder, der es sich erlauben konnte, verschanzte sich in seiner Wohnung und bewegte sich so wenig wie möglich. Tagsüber blieben die Zimmer verdunkelt. Nur nachts wurde gelüftet, viel Erleichterung brachte es nicht.
Wie viele Andere auch fand ich kaum Schlaf. Mich verrägert darüber pausenlos herum wälzen, wollte ich nicht. Also stand ich auf, marschierte in mein Arbeitszimmer und überarbetete einen Text. Es war bestimmt nicht die passende Methode, um etwa so müde zu uwerden, dass ich, hätte ich mich erneut hin gelegt, dann auch sofort eingeschlalen wäre, Dagegen kann Konzentrationsarbeit eher noch hwacher mchen, so wie es mir dann pompt auch erging.
Dort hockte ich denn, die Füße in eine Plastikschüssel mit kaltem Wasser gestellt, neben mir einen feuchten Washlappen, mit dem ich mir alle zwei Minuten den Schweiß abwischte. Ein Blick auf den Weckcer:
„2Uhr! Ach herrjee!“
Derweil ich tippte, lauschte ich angestrengt nach draußen, ob vielleicht ein fernes Grummeln die Erlösung von der Wärne ankündigte. Niichts, nur nächtliche Stille antwortete mir. Sonst mochte ich solche Stimmung, aber nun sträubte sich alles in mir gegen sie. Frustriert hoffte ich immer noch, dass jene Stille endlich unterbrochen würde.
Erst gegen 4Uhr glaubte ich, etwas zu hören und fuhr den Rolladen hoch. Im Licht der Laternen konnte ich am Himmel Strukturen erkennen, die schwere Wolken verrieten. Erneut vernahm ich jenes Grummeln, diesmal schon etwas lauter und auf einmal, erhellte in der Nähe Wetterleuchten das Firmament, wieder und wieder. Dann war es soweit: Statt des Wetterleuchtens grellte ein Blitz, schnell folgte ein Donner, danach ein zweiter Blitz, ein weiterer Donner, der Schlimmeres ankündigte.Tatsächlich blitzte und donnerte es immer näher und schließlich direkt über unserem Haus. Es wirkte auf mich bedrohlich und faszinierend zugleich. Nur selten zuvor hatte ich deraßen krasse Zickzackblitze gesehen. Wie Schwerter schossen sie herunter, ließem die Häuser und Straßen wie eine Horrorkulisse erscheinen. Es krachte extrem. Die Naturgewalten bewiesen ihre Überlegenheit uns menschlichen Winzlingen gegenüber. Wind kam auf, entwickelte sich zum Sturm. Dünne kleine Äste flogen durch die Luft. Bäume krümmten sich, Zweige knickten gen Boden.
Gleichzeitig öffneten sich die Schleusen des Himmels. Die ersten Tropfen fielen und malten im Licht der Bltze blinkende Muster auf die Scheiben. Der Regen wurde städnig stärker, Starkregen und auch Hagel prasselten hernieder, die Muster auf den Scheiben wandelten sich zur fast undurchsichtigen, sich erneuernder Wasserwand, die gleich eines Wasserfalls dann, vom ständigen Blitzen und Donnern begleitet, den Garten überschwemmte. Die Blitze verkleideten alles in eine flammende Theaterbühne, die Donner ließen die Fenster vibrieren.
Das Unwetter wollte nictht enden. Inzwischen beurteilte ich jene Blitze anders, nänlich als gewaltige elektrische Entladungen, die zur ernsten Gefahr für Mensch und Tier werden konnten. Darum war ich sehr froh, dass es draußen dermaßen schüttete. Denn trockene Gewitter sind noch weitaus gefährlicher. Dennoch ein wenig eingeschüchtert von der Heftigkeit dessen, das dort vor sich gng, wich ich etwas vom Fenster zurück. Draußen toste es, als ob sich eine Sintflut über die Erde ergießen wollte.
„O je! Die armen Blumen in ihren Kübeln und in den Balkonkästen! Hoffentlich überleben sie es!“
Ich verstand es selber nicht, dass ich ausgerechnet in jenen Minuten darüber nachdachte. Zumal ich mir ja sehnlich ein Gewitter gewünscht hatte. Schnell warf ich einen zögögerlicchen Kontrollblick auf die Balkonkästen. Anscheinend trotzten meine Geranien dem Ganzen gut. Ich atmete auf. Ganz allählich wurden die Blitze seltener, der Donner leiser, das Gewitter verzog sich.
Die Anspannung wegen der ausgestandenen übergroßen Hitze wich bereits einer gewissen Erleichterung. Ich stellte das Fenster auf Kippe und hörte dem anhaltenden Regen zu. Er erschien mir wie eine Gnade des Himmels. Nein, ich würde mich jetzt niicht sofort wieder zur Ruhe begeben. sondern das Regenkonzert noich eine Weilee genießen.
„Jetzt wrirds erträglicher werden!“
Ich weiß nicht, wie lange ich dort verharrte, nur noch, dass es allmählich still wurde. Doch auch bei Tagesanbruch regnete es noch. Zum Glück waren nur jene dünnen Äste abgerissen wrorden, ansonsten nichtss passiert.
Die schreckliche Hitzewelle war endgültig vorbei.