Zum Gedenken an Andrea (fleurebleue )
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Feierabend-Mitglied
Samstag 26.10.2024, 07:55
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Zum Gedenken an Andrea (fleurebleue )´heute, an ihrem ersten Todestag,
ihre letzte Geschichte bei Kreativ schreiben
Wir waren befreundet und der Austausch und die Vertrautheit mit ihr fehlt mir sehr.
Wie fast jeden Abend war ich mit der Zubereitung des Abendessens beschäftigt, wie immer mit Musikbegleitung aus dem Radio, als ich plötzlich die Stimme von Frank Sinatra erkannte:
„It had to be you“. Ich hielt inne und lauschte seiner Stimme.
Und schon war sie da, die überwältigende Erinnerung, denn:
endlich waren Semesterferien und Robert konnte sich aus Berlin absetzen, um mich endlich wieder zu besuchen. Wir waren so glücklich, uns nach so langer Zeit wieder zu sehen. Schon am Abend nach seiner Ankunft beschlossen wir, wieder einmal Betty‘s Bierbar zu besuchen, ein kleines Lokal, das nur wenige Straßen entfernt lag.
Wie sehr liebten wir diesen Ort, vor allem wegen der kuscheligen Nischen. Unter der Woche war dort nicht viel los, sodass wir auch heute wieder die einzigen Gäste waren. Natürlich wählten wir wieder den kleinen Tisch in der abgedunkelten Ecke mit den bequemen kleinen Sesselchen.
Die blondhaarige Bedienung erinnerte sich sogar an uns und wusste, dass wir keineswegs ein Bier tranken, sondern immer nur Cola-Steinhäger bestellten.
Und wie jeden Abend, erklang auch heute wieder aus dem Lautsprecher leise Tanzmusik – die schillernde Disco-Kugel an der Decke drehte sich -- das perfekte Ambiente für zwei Schmusebedürftige.
Und plötzlich erklang die Stimme von Frank Sinatra mit seinem Song
„It had to be you“.
Irgendwie berührte mich der Text, und ich spürte, wie ich langsam dahin schmolz. Überhaupt war dieser Abend irgendwie anders. Es lag eine gewisse Spannung in der Luft. Und während wir zu Sinatra tanzten und Robert mich fest an sich drückte, wurde mir schwindlig, als ich ihn immer deutlicher spürte …
Plötzlich meinte er: „Komm, lass uns an die frische Luft gehen. Das täte uns beiden gut.“
„Och, jetzt schon gehen?“
„Nö, wir kommen zurück und trinken den zweiten Cola-Steinhäger, okay?“
An der Mauer, auf der Straßenseite gegenüber, blieb Robert im Schein der Laterne stehen und kramte aus der rechten Jackentasche ein kleines Etwas hervor.
Vorsichtig öffnete er ein Mini-Döschen und griff einen Ring mit einem Stein heraus.
Ich hielt die Luft an und staunte.
„Hier, den möchte ich Dir schenken, weil Du mir so viel bedeutest, und weil ich weiß, dass Du besonders die Farbe Grün magst“, flüsterte er.
Erst jetzt, im Schein der Laterne, sah ich, dass der Stein tatsächlich grün war. Und als Robert mich in den Arm nahm, entdeckte ich in seinem Gesicht ein bedeutsames Lächeln