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Die Cuevas von Puerto Christo

Von tastifix Dienstag 29.07.2025, 08:06 – geändert 14.09.2025, 19:47

Endlich erreichten wir unser Ziel kurz vor Puerto Christo. Wir würden dort eine der kleineren Tropfsteinhöhlen besichtigen.

Als eine Gruppe von 30 Leuten stiegen wir den schmalen abfallenden Weg und über Minitreppen in die Untergrundwelt Mallorcas, leise Musikklänge begleiteten uns und verstärkten die zunehmend mystische Stimmung.
Die Gesüräche verstummten und wir lauschten den dreisprachigen (Deutsch, Englisch, Spanisch) Erklärungen des Führers:
„Treffen Wassertropfen mit gelöstem Kalk auf eine feste Oberfläche, tritt Kohlendioxyd aus dem Wasser aus und es setzt sich kristalliner Kalk ab. Es entstehen die von der Höhlendecke herab hängenden Stalaktiten. Das Wasser fließt dabei äußerst langsam (1Tropfen/Minute), jedoch mit zunehmender Luftbewegung sowie höherer Temperatur schneller. Das fließende Wasser verliert an Geschwindigkeit, bildet Tropfen und gibt dabei Kohlendioxyd ab. Dieses lagert sich als Kalziumkarbonat auf dem Boden ab. Es bilden sich Stalagmiten. Dieser Auskristallisierungsprozess dauert über -zig Jahrhunderttausende an. Die Cuevas von Porto Christo sind sogar schon mehrere Millionen Jahre alt.“

Ein paar der Hählenkammern sind durch Steinbögendurchgänge miteinader verbunden. Die Vielzahl der sandfarbenen bizarren Säulenformen ließ uns staunen. Während aus den Lautsprechern eine sanfte Stimme passende Lyrik- und Prosatexte vortrug, schlug meine Fantasie Purzelbäume. Die mehrere Meter langen, imponierenden Stalaktiten- und Stalagmitengruppen wurden zu Schlössern und Wäldern, die mittelgroßen zu Städten sowie Dörfern und die kleineren Säulen zu Menschen und Tieren. Im Hintergrund sah ich Geschöpfe des Waldes, im Vordergrund Prinzessinnen und Prinzen, die scheinbar in der Nähe ihres Schlosses lustwandelten. Über all dem lag tein tiefer Frieden. Im Anblick des großartigen, in Jahrmillionen entstandenenNaturwunders dachte ich:
„Wie klein und unbedeutend sind dagegen wir!“

Aber uns erwartete ein weiterer Höhepunkt. Wir marschierten hinter dem Führer her durch nur spärlich beleuchtete Gänge bis vor eine sehr breite wie auch tiefe Kammer und standen plötzlich vor einem im fahlem Strahlerlicht geheimnisvoll glitzernden, ruhig daliegenden unterirdischen See, genannt ´das Venediger Meer`. Jenes Venediger Meer ist außen etwa 1m und mittig immerhin über 3m tief. Wohl, um dessen Größe noch beeindruckender wirken zu lassen, wurde das Ganze illuminiert und zu Ehren Mozarts das ´Magical Mozart` aufgeführt, Kompositionen, die sich auf seine Werke beziehen. Im Hintergrund an den umgebenden Felswänden erschienen Figuren wie Papagena sowie Papageno und eine Gondel glitt ast lautlos über den See. Unwillkürlich erinnerte mich das Ganze an eine Hollywoodinszenierung, aber in jenen Minuten war ich dennoch total fasziniert.

Immer noch wie verzaubert, trennten wir uns nach kurzem Verweilen von jener Traumwel, die Menschen und Tiere wie auch die Schlösser, Städte und Dörfer wurden wieder zu Stalaktiten und Stalagmiten. In Gedanken versunken, stiegen wir den Weg zurück zum Ausgang hinauf. Oben empfing uns strahlender Sonnenschein und machte es uns einfacher, auch gedanklich Abstand zu finden von jener Jahrmillionen alten Unterwelt und uns wieder der Oberwelt, unserem heutigen Leben zuzuwenden.

Nach der tief bewegenden Besichtigung verspürten wir Hunger und gönnten uns zwei Rechteck-Pizzen. Auf sie hätten wir besser verzichtet. So verlockend sie sich präsentiert hatten, schmeckten sie dagegen wie überzuckerte Pappe.
„Igitt! Ist ja schrecklich!!“
Jedoch konnte es uns die gute Laune nicht verderben. Wir wanderten zurück zum Parkplatz, auf dem uns in der Menge der Fahrzeuge zum Glück schon von weitem der königsblaue Mietwagen entgegen leuchtete und wir starteten zur Rückfahrt nach Cala Rajada.
Vergessen würden wir jenen Ausflug nie.

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