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Wilde australische Kingprawns

Von Feierabend-Mitglied Donnerstag 20.02.2025, 05:57 – geändert Donnerstag 20.02.2025, 07:14



Ich habe schon viele Garnelen probiert, aber keine kommt an die wilden australischen Kingprawns heran. Ihr süßliches, festes Fleisch und der unvergleichlich frische Geschmack machen sie zu etwas ganz Besonderem. Kein Wunder, dass sie zu den absoluten Favoriten der Australier gehören – ob beim Weihnachtsessen, einem Picknick am Strand, auf dem Grill an einem heißen Sommertag oder als edle Delikatesse in Spitzenrestaurants.

Australiens Kingprawns sind wahre Prachtstücke. Sie erreichen eine Länge von bis zu 30 Zentimetern und haben im rohen Zustand eine grau-rötliche Farbe mit leicht durchscheinendem Panzer. Erst beim Kochen nehmen sie ihre charakteristische, leuchtend rote Färbung an – ein untrügliches Zeichen ihrer Frische und Qualität. Ihr Fleisch ist fest, saftig und hat eine natürliche Süße, die sie von allen anderen Garnelen unterscheidet.


Sie leben auf sandigen Meeresböden in Tiefen von bis zu 100 Metern, wo sie sich von kleinen Fischen, Plankton und Krebstieren ernähren. Besonders in den klaren, nährstoffreichen Gewässern vor der australischen Küste finden sie optimale Bedingungen, um zu diesen beeindruckenden Größen heranzuwachsen.

Diese Erfahrung werde ich nie vergessen – und meine Nichte Alena auch nicht. Sie war an dem Abend mit mir an Bord eines Fangbootes, als wir uns auf den Weg machten, um die legendären Kingprawns zu fangen. Es war ihre erste Fahrt auf einem professionellen Fischerboot, und sie konnte ihre Aufregung kaum verbergen. Ihr Blick schweifte immer wieder über das dunkle Meer, während ihre Finger unruhig am Jackenärmel zupften.

Der Himmel war sternenklar, die See ruhig, und das Boot glitt sanft über die Wasseroberfläche. Als der Kapitän das große Netz auswarf, hielt Alena den Atem an und ballte ihre kleinen Hände zu Fäusten. Das Warten war aufregend, und Alena stellte mir unzählige Fragen: Wie tief schwimmen die Prawns? Warum sind sie so groß? Woran erkennt man die besten Exemplare? Ihre Neugier war ansteckend, und ich genoss es, ihr alles zu erklären.


Als das Netz schließlich eingeholt wurde, war der Moment magisch. Es glänzte silbern im Mondlicht, gefüllt mit unzähligen, zappelnden Prawns. Ihre grau-rötlichen Körper schimmerten feucht in der Dunkelheit. „Wow, die sind riesig!“, rief Alena begeistert und sprang aufgeregt auf. Sie konnte es kaum erwarten, eine der Prawns in die Hand zu nehmen, fasste sie vorsichtig an und lachte auf, als sie leicht mit den Fühlern zuckte. „Ich hätte nie gedacht, dass sie sich so anfühlen!“, staunte sie mit leuchtenden Augen.

Australien legt großen Wert auf den nachhaltigen Fang dieser Meeresdelikatesse. Die Fischer setzen spezielle Netze ein, die den Beifang minimieren, und halten sich strikt an Fangquoten, um die Bestände zu schützen. Jedes Boot ist mit modernen Technologien ausgestattet, um genau nachverfolgen zu können, wo und wie viel gefangen wird.

Perfekt zubereitet – so genießt man sie am besten
Zurück an Land nahm ich ein paar Kilo mit nach Hause und zeigte Alena, wie man sie richtig zubereitet.

Zunächst betrachteten wir sie genauer: Der Panzer war noch grau-rötlich, aber sobald sie in der heißen Pfanne landeten, färbte er sich in ein leuchtendes Rot. „Das ist wie Magie!“, staunte Alena, ihre Nase ganz nah an der Pfanne, um den Duft aufzusaugen. Doch es ist einfach die chemische Reaktion des in den Schalen enthaltenen Astaxanthins – ein Zeichen für absolute Frische.


Es gibt viele Arten, diese Köstlichkeit zuzubereiten:
Gegrillt: Die wohl beliebteste Art in Australien. Mit Schale auf den Grill gelegt, entfalten sie ein intensives Aroma. Ein Spritzer Zitrone rundet den Geschmack ab. Gebraten: In der Pfanne mit Knoblauch, Chili und Butter angebraten, sind sie in wenigen Minuten perfekt gegart. Sashimi: Frische Kingprawns können auch roh genossen werden. Ihr süßliches Fleisch macht sie zu einer Delikatesse in Sushi-Restaurants. Currys: In einer würzigen Kokosnuss-Sauce entfalten sie eine ganz neue Geschmacksdimension. Pasta & Risotto: Ihr süßlich-salziges Aroma passt hervorragend zu cremigen Gerichten mit Knoblauch und Kräutern.

Ich entschied mich für die klassische Zubereitung auf dem Grill. Nur etwas Olivenöl, Knoblauch und eine Prise Meersalz – mehr braucht es nicht. Alena half mir beim Wenden, ihre Stirn gerunzelt vor Konzentration, während sie jeden einzelnen Kingprawn prüfte. Als die Prawns fertig waren, biss sie vorsichtig in das zarte Fleisch. „Mmmh, so süß und saftig!“, murmelte sie mit vollen Backen und schloss genüsslich die Augen.

Kein anderes Land isst so viele Prawns wie Australien. Besonders an Weihnachten sind sie auf fast jedem Tisch zu finden – gekühlt auf einer Platte mit Zitrone, in würzigen Currys oder auf dem Grill als der perfekte Sommergenuss.


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„Ich werde nie wieder tiefgekühlte Garnelen essen“, sagte Alena mit einem breiten Grinsen, als sie sich die Finger leckte. Ich musste lachen – denn genau das wusste ich schon lange. Wer einmal eine echte wilde australische Kingprawns probiert hat, wird den Unterschied schmecken – und nie wieder etwas anderes wollen.

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