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Zu Besuch bei der Viehtreiber-Königin des Nordens

Von Feierabend-Mitglied Freitag 07.02.2025, 15:10 – geändert Freitag 07.02.2025, 15:21



Ich hatte die Gelegenheit, Rain Holcombe und ihr Team bei ihrer beeindruckenden Arbeit im Norden Australiens zu begleiten. Schon früh am Morgen machten wir uns auf den Weg, um eine Rinderherde aus den weitläufigen Weideflächen zusammenzutreiben. Raine führte die Gruppe mit erstaunlicher Ruhe und Erfahrung an, während wir auf Pferden und Quads durch staubige Ebenen ritten. Sie bewältigte jede Herausforderung mit einer pragmatischen "einfach anpacken"-Mentalität, die sie sich über Jahre harter Arbeit angeeignet hatte.

Raine und ihr Team sind monatelang in der Wildnis unterwegs, ohne Zugang zu Elektrizität oder frischem Wasser. Ihre Arbeit ist essenziell für die Rinderindustrie, denn sie treiben die Tiere zusammen, kennzeichnen sie, impfen und versorgen sie. Es war beeindruckend zu sehen, wie sie mit einer Mischung aus Geschick, Geduld und Entschlossenheit den Überblick behielt, während wir die Herde zu den Sammelpunkten führten.

Die Bedingungen waren hart: Die Sonne stand hoch am Himmel, der Staub lag wie ein feiner Film auf unserer Haut, und die Hitze war drückend. Doch Raine ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie lenkte einen riesigen Straßenzug mit Rindern über unwegsames Gelände, und durch Flussquerungen. Es war faszinierend, ihre Routine zu beobachten: Anpacken, improvisieren und weitermachen, ganz egal, welche Hindernisse auftauchten.


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Da es ein extrem trockenes Jahr war, begann die Mustersaison früher als sonst. Viele Rinderhalter entschieden sich, ihre Bestände zu reduzieren, sodass Raine und ihr Team mehr Arbeit als je zuvor hatten. Sie und ihr Mann mussten sich aufteilen: Während er eine andere Station betreute, leitete sie ihr Team allein über Wochen hinweg. In ihrer Gruppe arbeiteten erfahrene Viehtreiber genauso wie Neulinge, die sich schnell an das harte Leben anpassen mussten. "Wenn du klug bist und schnell lernst, passt du hier rein", sagte sie mir während einer kurzen Pause.

Es war ein staubiger, herausfordernder Tag, aber die Atmosphäre im Team war kameradschaftlich. Am Abend saßen wir gemeinsam am Lagerfeuer, erzählten Geschichten über frühere Einsätze und genossen eine wohlverdiente Mahlzeit unter dem endlosen Sternenhimmel. Kate, die nebenbei auch die Crew versorgt, hatte große Mengen an Essen vorbereitet – eine logistische Meisterleistung, wenn man bedenkt, dass sie wochenlang auf Vorräte angewiesen sind. Sie musste genau kalkulieren, wie viel Brot, Mehl, Gemüse und Fleisch sie mitnehmen musste, um die Mannschaft über die Saison zu bringen.

Für jemanden aus der Stadt mag dieses Leben unvorstellbar erscheinen, aber für Kate ist es Alltag. Sie liebt die Freiheit, die Herausforderung und die tiefe Verbindung zur Natur. Und nach diesem Tag kann ich verstehen, warum so viele in dieser Lebensweise ihre Erfüllung finden.

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