2 Dorfdamen zu Besuch in der grossen Stadt
Von
Nachtsterne
Mittwoch 29.04.2026, 18:29 – geändert Donnerstag 30.04.2026, 10:04
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Von
Nachtsterne
Mittwoch 29.04.2026, 18:29 – geändert Donnerstag 30.04.2026, 10:04
Du möchtest die Antworten lesen und mitdiskutieren? Tritt erst der Gruppe bei. Gruppe beitreten
Manchmal schreibt das Leben selbst wirklich lustige Geschichten, die man sich sonst so gar nicht ausgedacht hätte.
Gestern war z.B. so ein Tag. Hier auf FA habe ich im Video-Chat Marie, besser bekannt unter dem Nick Mariegwendolin, kennengelernt. Irgendwie hatten wir sofort einen guten Draht zueinander, was wohl unter anderem an unseren gemeinsamen norddeutschen Wurzeln liegt. Man kennt die gleichen Plätze, spricht die gleiche Sprache, man versteht sich…
So dauerte es auch nicht lange, bis wir uns auf einen Tag einigten, um gemeinsam Hamburg unsicher zu machen. Gesagt, getan – wir trafen uns am Hauptbahnhof und spazierten Richtung Binnenalster. Das Wetter war traumhaft, was man in Hamburg pro Jahr ungefähr 3-4 mal erlebt. Gestern war so ein Tag. Aber so ganz ohne Wind geht in Hamburg nichts.
Wir saßen bei unserem Kaffee und plötzlich flogen uns die Speisekarten nur so um die Ohren. Auch das Beschweren mit den Aschenbechern hielt sie nicht auf – die flogen einfach mit, und nicht nur die, sondern es schepperte immer wieder um uns herum. Wir sahen die Kellnerin des Öfteren mit Besen und Kehrschaufel durch die Tische spazieren. Diese fliegenden Gegenstände sorgten allgemein für starkes Gelächter und wir waren „einfach gut drauf".
Wir entschieden uns für einen kleinen Ortswechsel und unsere nächste Station sollte dann die „Galerie" sein, um zu sehen, in welchem Restaurant wir etwas essen wollten. Die Auswahl war riesig. Aber halt!, sagte Marie, ich möchte vorher noch auf die Toilette. Zuerst wollte ich auf einer Bank auf sie warten, aber naja – Frauen können ja bekanntlich fast immer „müssen", also ging ich mit.
2. Stock und da waren wir. Aber sowas hatten wir beide noch nicht gesehen: eine 10 m lange Schlange. Ich dachte, wir wären hier falsch und fragte vorsichtshalber ein junges, auch wartendes Mädchen, ob das hier wirklich die Schlange zur Toilette war. Ja, war es. Nun, Frauen sind Schlangen vor dem Klo ja gewöhnt. Aber hier standen auch die Männer an. Nun gut, ich war lange nicht in Hamburg – scheint sich wohl so einiges geändert zu haben.
Endlich ließ sich ein Aufseher blicken und wandte sich an die Männer. Die wurden gefragt, ob sie denn im Stehen pinkeln würden. Schwupps und schon wurde die Schlange um 2 m kürzer. Ich murmelte etwas von Diskriminierung und ich wäre als Frau auch durchaus in der Lage, im Stehen zu pinkeln. Wurde zwar von Marie nicht ernst genommen, brachte dafür aber einige Frauen vor und neben uns zum Lachen. Lachen ist, wenn man muss, nicht ungefährlich. Aber wir hielten alle tapfer dicht.
Zumindest kam Bewegung in die Schlange. Wieder wurden Männer, die im Stehen pinkeln konnten, herausgefiltert und der weibliche Unmut wurde lautstark geäußert. Gut, dann kamen wir Frauen doch letztendlich dran. Wir wurden durchgewinkt und unsere Frauengruppe setzte sich in Bewegung. Marie, und ich sowieso (ich bin da wie ein Elefant und renne der Masse hinterher), trabten mit.
Plötzlich stoppten die 2 jungen Mädchen vor uns abrupt und es gab eine kleine Karambolage, die aber dazu führte, dass wir erstmal alle guckten, wo wir überhaupt waren. Mitten zwischen den ganzen im Stehen pinkelnden Männern. Das war hardcore! Es ist ja nicht so, dass Marie und ich niemals Schwänze gesehen hätten, aber die Masse… und das hatten wir auch nicht erwartet. Das große Männerschild an der Wand hatten wir alle übersehen. Wir wussten dann auch, warum wir Frauen so lange warten mussten – die Toiletten wurden frisch für uns geputzt.
Das war das lustigste Vor-der-Toilette-Schlange-stehen, was ich jemals erlebt habe. Beim Rausgehen haben wir Frauen alle immer noch gelacht. Ich sagte dann zu Marie: „Komm, wir stellen uns nochmal an!" Aber sie wollte dann doch lieber essen.....